Wildkatzen-Kolumne

Katzenarten aus Südafrika: Löwe

(Autorin: Andrea C. Schäfer berichtet in ihrer Kolumne über gefährdete Katzenarten in Südafrika. Die Tierpsychologin arbeitet als freiwillige Mitarbeiterin auf der Katzenauffang- und -zuchtstation Wild Cats World, auf welcher sich Gäste über die wilden Katzen hautnah informieren lassen können.)

Der Löwe ist die größte Katze Afrikas und die einzige, die im Rudel lebt. Mehrere Weibchen, meist Schwestern oder nahe Verwandte, leben mit einem Männchen oder mehreren Löwenbrüdern zusammen. Während alle anderen Katzen nur solche Tiere jagen, die sie alleine erlegen können, wagen sich Löwen auch an größere Beute heran. So können die großen Katzen sogar Gnus, Büffel oder junge Giraffen und Elefanten erlegen. Meist haben mehrere Weibchen gleichzeitig Junge. So können sie ihre Kinder gemeinsam aufziehen.

© In dieser Ausgabe der Wildkatzen-Kolumne behandelt Autorin Andrea C. Schäfer den Löwen.

© In dieser Ausgabe der Wildkatzen-Kolumne behandelt Autorin Andrea C. Schäfer den Löwen.

Wenn die Erwachsenen zur Jagd gehen, passt eine große Schwester oder „Tante“ auf die Kleinen auf. Erwachsene Männchen tragen eine dichte Mähne. Sie schützt, wenn sich die Löwen um die Weibchen streiten und dient in ihrer Pracht den Löwinnen als Indiz für die Gesundheit des Katers. Denn die Weibchen akzeptieren als Paarungspartner und Beschützer des Rudels nur einen „attraktiven“ Löwenmann.

Rudelstrukturen sind viel komplexer als man noch Ende des letzten Jahrhunderts angenommen hatte. Und so entdecken Wissenschaftler auch heute noch neue und differenzierte Verhaltensweisen. Früher ging man beispielsweise davon aus, dass ein Löwenmann, sobald er ein Rudel übernimmt, alle Jungen des Vorgängers tötet, damit die Weibchen schnell wieder paarungsbereit werden und er seine Gene weiter geben kann.

© Foto zum Löwen.

© Foto zum Löwen.

© Foto zum Löwen.

© Foto zum Löwen.

© Foto zum Löwen.

© Foto zum Löwen.

Heute weiß man, dass dies gar nicht so häufig geschieht, denn die Löwinnen haben Strategien, dem neuen Chef die Welpen als „seine eigenen“ zu präsentieren. Schließlich rechnet kein Löwe Wurftermine aus. Manchmal verlassen Löwinnen mit ihren halbwüchsigen Nachkommen auch das Rudel oder ältere Junge machen sich früher selbständig, um den Angriffen des Löwenmannes zu entgehen.

Während es im Freiland nicht mehr viele Löwen gibt, ist ihre Zahl in Gefangenschaft hoch, denn sie reproduzieren sich dort auch unter wenig tiergerechten Bedingungen. Sie werden gezielt gezüchtet, um als Opfer der Trophäenjagd von wohlhabenden Menschen erlegt zu werden. Besonders die prächtigen Löwenmännchen sind bei den Trophäenjägern aus aller Welt begehrt; und gewissermaßen ein Wirtschaftsmotor.

© Foto zum Löwen.

© Foto zum Löwen.

© Foto zum Löwen.

© Foto zum Löwen.

Die Jagdgäste bezahlen nicht nur für den Abschuss, sondern auch für Unterkunft und Verpflegung, Fahrzeug, Begleitung durch Berufsjäger und Fährtensucher, sowie für die verschiedenen Genehmigungen und für das Präparat des erlegten Tieres. Hier kommen je nach Tierart – man kann beispielsweise sogar Nashörner unter bestimmten Voraussetzungen legal erlegen!- mehrere Tausend bis Zehntausende Euro pro Abschuss zusammen.

Devisen, auf die Südafrika noch nicht verzichten mag. Es gab bereits eine Gesetzesinitiative zur Beendigung der Trophäenjagd. Anders als beispielswiese in Botswana wurde diese Eingabe vom südafrikanischen Parlament bisweilen noch nicht verabschiedet. Es ist ein offenes Geheimnis, dass eine spezielle Form der Trophäenjagd, das illegale „canned hunting“ („Gatterjagd“) mit „Abschussgarantie“ auf verschiedenen Jagdfarmen weiterhin ausgeübt wird. Tierschützer weisen darauf hin, dass lebende Tiere in gut geführten Parks und privaten Wildreservaten in der Summe der Besucher mehr Gewinn bringen, als tote Artgenossen.

© Foto zum Löwen.

© Foto zum Löwen.

Zunehmend sind auch die sterblichen Überreste erlegter Löwen von Bedeutung. Tigerwein und -knochen gelten in der traditionellen asiatischen Medizin als Heilmittel und potenzsteigerndes Mittel. Da die Zahl der Tiger stetig sinkt, werden sie zunehmend durch Löwenprodukte ersetzt, die ohne genetische Untersuchung nicht vom Tiger zu unterscheiden sind. „Überzählige“ Löwen aus afrikanischen Zuchtfarmen werden daher zunehmend nach Asien und in private Menagerien in den arabischen Raum verkauft.

3 Antworten zu “Wildkatzen-Kolumne

  1. Pingback: Löwe tötet US-Touristin in Südafrika | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  2. Pingback: Eskalation im Krüger-Park | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  3. Pingback: „Töten aus Leidenschaft” | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s