Mobbing gegen Vizepräsident Motlanthe?

Südafrikas Präsidialamt kritisiert Naspers-Medienkonzern für „lächerliche Berichterstattung“

(2010sdafrika-Redaktion)

Gegenwärtig kocht die Gerüchteküche im politischen Südafrika gewaltig, wonach Präsident Jacob Zuma mit dem Vizepräsidenten des Landes, Kgalema Motlanthe, zerstritten sein soll. Teilweise ist sogar die Rede von der bewussten Ausgrenzung Motlanthes von politisch-administrativen Prozessen. Der südafrikanische Medienkonzern Naspers verbreitet weiterhin entsprechende Meldungen. Unterdessen weist die Politik alle Berichte in scharfer Form zurück.

© Der Naspers-Medienkonzern berichtet wiederholt von Streitigkeiten zwischen Präsident Jacob Zuma und seinem Vize im Präsidialamt, Kgalema Motlanthe. Die Regierung weist die Berichte als "lächerliche Berichterstattung" zurück. Fakt ist, dass an den internen ANC-Führungssitzungen der Vize im Präsidialamt nicht teilnimmt, sondern stattdessen Parteivize Cyril Ramaphosa. Im Bild ist die heutige ANC-Sitzung zu sehen. (Quelle: Privat)

© Der Naspers-Medienkonzern berichtet wiederholt von Streitigkeiten zwischen Präsident Jacob Zuma und seinem Vize im Präsidialamt, Kgalema Motlanthe. Die Regierung weist die Berichte als „lächerliche Berichterstattung“ zurück. Fakt ist, dass an den internen ANC-Führungssitzungen der Vize im Präsidialamt nicht teilnimmt, sondern stattdessen Parteivize Cyril Ramaphosa. Im Bild ist die heutige ANC-Sitzung zu sehen. (Quelle: Privat)

Von Kapstadt aus deckt Naspers über das Tochterunternehmen Media24 nahezu monopolistisch die afrikaanssprachige Berichterstattung ab. Kürzlich war in den Medien von Media24 zu lesen, dass Motlanthe einen akademischen Grad in China hätte verliehen werden sollen. Doch Präsident Zuma soll diese Würdigung durch die Universität Peking verhindert haben. Ebenfalls wurde berichtet, dass Zuma seinen Vize den Antritt von Auslandsreisen verwehren würde. Es entsteht der Eindruck, als würde Zuma bewusst gegen Motlanthe Mobbing betreiben.

Das Präsidialamt verwies auf vorhandene Regelungen mit dem Außenministerium, sodass von keiner Ausgrenzung die Rede sein könne. Vielmehr ist die geplante akademische Verleihung zwecks besserer Vorbereitung der Arbeitsreise Motlanthes verschoben worden, heißt es von der Zeitung City Press auf Basis von Regierungsquellen.

Aus ANC-Kreisen ist die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ darüber informiert worden, dass Motlanthe generell nicht an den internen ANC-Führungssitzungen teilnehme, da Cyril Ramaphosa als ANC-Vizepräsident die Stellvertretung innerhalb der Partei übernehme. Auf dem 53. ANC-Bundesparteitag in Mangaung verlor Motlanthe seinen Parteivizeposten, behielt jedoch das Vizeamt im Präsidialamt.

An der heutigen internen ANC-Sitzung nahmen Zuma und Ramaphosa teil [siehe o.a. Bild]. Mit führenden Vertretern des ANC und der ANC-Jugendliga sind wichtige Themen über die Zukunft der Partei angesprochen worden. Ebenso ist das Wahljahr 2014 erörtert worden. Motlanthe soll keine Einladung zur aktuellen Führungssitzung erhalten haben.

Naspers und der ANC verbindet seit geraumer Zeit ein Misstrauensverhältnis. Schon zu Apartheidszeiten berichtete der führende Medienkonzern am Kap äußerst regimefreundlich, während die Aktivisten des ANC als Terroristen eingestuft worden. Dieser Konflikt setzt sich bis heute fort, wenn auch unter anderen Vorzeichen.

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