Mandela im Kampf gegen die Apartheid

Mit Gewalt die Gewalt bekämpfen. Der Widerstand und seine Folgen

(Autorin: Nadja Krupke)

– MANDELA-Spezial –

Nelson Mandelas jahrelanger Kampf gegen das autoritär-rassistische Regime der Apartheid war sein Leben. Sein Glaube an eine andere, an eine bessere Zukunft für Südafrika, resultierte in einer 27-jährigen Inhaftierung auf der Gefängnisinsel Robben Island vor der Küste Kapstadts. Trotzdem verlor Nelson Rolihlahla Mandela nie den Mut und die Hoffnung, dass Südafrika eines Tages ein Land der Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Medien- und Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und des Zusammenlebens unterschiedlicher Ethnien werden würde. Nicht nur er fand durch seine Vision Halt, sondern durch sie verlieh er seinen Anhängern und Befürwortern die nötige Kraft, unter den menschenunwürdigen Bedingungen der Apartheid zu leben.

© Nelson Mandela widmete sein Leben dem Kampf gegen das autoritär-rassistische Regime der Apartheid. Der Freiheitskämpfer verbüßte für seinen Widerstand ganze 27 Jahre im Gefängnis. (Quelle: flickr/ decafinata)

© Nelson Mandela widmete sein Leben dem Kampf gegen das autoritär-rassistische Regime der Apartheid. Der Freiheitskämpfer verbüßte für seinen Widerstand ganze 27 Jahre im Gefängnis. (Quelle: flickr/ decafinata)

Das rassistisch-autoritäre Regime beruhte auf dem Gedanken der absoluten Trennung der Rassen. Die Wurzeln der Apartheid liegen tief und sind durch den Kolonialismus geprägt, der es im 19. Jahrhundert den niederländischen Siedlern ermöglichte, das südliche Afrika zu erobern und für sich zu beanspruchen. Die Herrschaft der europäischen Siedler befürwortete Sklavenhandel, Unterdrückung und Ausbeutung der einheimischen Völker, um das fruchtbare Land politisch und wirtschaftlich für sich zu nutzen. Später bot das Apartheidssystem einen nahrhaften Boden, diese Form der Gesellschaft beizubehalten. Das Wort „Apartheid“ bedeutet zu deutsch „Getrenntheit“ und kommt aus der Landessprache Afrikaans, einer der heute 11 Landessprachen Südafrikas. Über 100 rassistische Gesetze prägten die Politik Südafrikas und unterdrückten alle Ethnien die nicht „weiß-europäisch“ geprägt waren.

Auch Mandela bekam die Gewalt und die Macht der Apartheid zu spüren. Als Gründer der Jugendpartei „African National Congress Youth League“ (ANCYL) und später als Parteivorsitzender des „African National Congress“ (ANC) kämpfte er schon in jungen Jahren gegen die Unterdrücker in seinem Land. Zunächst versuchte er zusammen mit seinen Anhängern, auf friedliche Art Widerstand zu leisten – mit friedlichen Demonstrationen und einer friedlichen Oppositionspolitik. Nachdem jedoch sich 1960 das „Sharpeville Massacre“ vollzog, bei dem hunderte friedliche Demonstranten niedergeschossen wurden, veränderte der ANC seine Strategie. Dieses blutige Ereignis war der Wendepunkt in dem Konflikt zwischen Weiß und Schwarz. Zunächst wurde jedoch der ANC von der Regierung verbannt und Mandela inhaftiert.

Nach seiner ersten Freilassung im Jahr 1961 war der ANC gezwungen, seinen Kampf im Untergrund fortzuführen. Es wurde daraufhin eine militärische Organisation gegründet – „Umkhonto we Sizwe (MK)“, zu Deutsch „Speer der Nation“. Eine Organisation, die Anschläge auf Regierungs- und Wirtschaftsinstitutionen Südafrikas ausübte. Gewalt durch Gewalt bekämpfen war die neue Losung. Dieses Vorhaben setzte er fort, indem er nach Angola reiste um sich dort militärisch ausbilden zu lassen, um dann wiederum die Mitglieder des MK schulen zu können. Diese Aktivitäten wurden auch von der Regierung bemerkt und sie reagierte. Während der Rückkehr aus Angola wurde er an der Grenze zu Südafrika verhaftet und zu fünf Jahren Gefängnisstrafe wegen Unruhestiftens verurteilt. Im gleichen Zeitraum wurde er zusätzlich mit sämtlichen ANC-Mitstreitern wegen Sabotage und Planung eines bewaffneten Konfliktes angeklagt. Er und die anderen Mitglieder der ANC wurden 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Während seiner Haftzeit auf Robben Island, gab Mandela nie auf und blieb weiter aktiv. Er wurde zunehmend weniger militant, blieb aber ungebrochen. Im Gegenteil – er glaubte noch stärker an seine Vision und wurde weiterhin als führender Kopf des ANC gesehen. Und dies trotz der Versuche des Regimes, ihn von jeglichem Außenkontakt zu isolieren. Außerhalb der Gefängnismauern wurde er durch einen großen Unterstützerkreis, zu denen auch seine Frau Winnie und seine Tochter gehörten, vertreten. Schließlich drohte dem Apartheid-Regime der wirtschaftliche Kollaps, die internationale Abkapselung und nicht endende Unruhen im Inland. Eine Einleitung der neuen Ära Südafrikas waren die Verhandlungen zwischen der Regierung und dem ANC, die schließlich einen friedlichen Übergang in ein neues, demokratisches System versprachen.

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