Mandela ist Präsident

Als Vater der Nation sich für die Versöhnung der Ethnien eingesetzt

(Autorin: Nadja Krupke)

– MANDELA-Spezial –

„Never, never and never again shall it be that this beautiful land will again experience the oppression of one by another and suffer the indignity of being the skunk of the world.Nelson Mandela

Nach seiner Wahl am 10. Mai 1994 stellte Nelson Mandela sich zum ersten Mal vor dem Volk und plädierte, dass Südafrika nie wieder unter den menschenunwürdigen Verhältnissen leiden solle, wie es in der Apartheid der Fall war. Er war der erste Präsident der Südafrika die Demokratie und den Frieden brachte und der den Menschen wieder Hoffnung schenkte. Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Eine Zukunft ohne Rassenhass und Rassentrennung. Eine Zukunft mit politischer, sozialer und wirtschaftlicher Gleichberechtigung.

© Nelson Mandela war der erste schwarze Präsident Südafrikas. Während seiner Amtszeit von 1994 bis 1999 setzte er sich für eine friedliche Transformation des Landes ein (Quelle: flickr/ Geoff's Trains)

© Nelson Mandela war der erste schwarze Präsident Südafrikas. Während seiner Amtszeit von 1994 bis 1999 setzte er sich für eine friedliche Transformation des Landes ein. (Quelle: flickr/ Geoff’s Trains)

Der Transformationsprozess Südafrikas, von einem rassistisch-autoritären Regime zu einem demokratischen Regime, wird heute als südafrikanisches Wunder bezeichnet. Als Nelson Mandela am 11. Februar 1990 aus seiner 27-jährigen Haft entlassen wurde, sind die Verhandlungen um den Systemwechsel intensiviert worden. Die Implementierung der neuen Vorsätze für das neue Südafrika übernahm vorerst eine Übergangsregierung, die „Government of National Unity (GNU)“, die dazu dienen sollte, die alten Apartheidsstrukturen abzuschaffen.

Apartheidgesetze, die schwarze von weißen Menschen in jeglicher Hinsicht trennten, wurden aufgehoben. Mischehen wurden wieder erlaubt und die sogenannten Homelands, in denen die schwarzen Arbeiter abgeschottet gelebt hatten, wurden abgeschafft. Neue Häuser wurden gebaut und für Bildung wurde gesorgt. Zusammen mit dem damaligen Parteichef der National Party, F. W. de Klerk, forcierte Mandela die endgültige Abschaffung der Rassentrennungspolitik. Als Anerkennung für ihre Errungenschaften, wurde 1993 Mandela und de Klerk der Friedensnobelpreis verliehen.

Mandela wird nicht umsonst Vater der Nation genannt, da ohne ihn der Transformationsprozess Südafrikas nicht so friedlich verlaufen wäre. Gewaltgräueltaten und Aufforderungen zu einer Problemlösung durch Gewalt seitens einiger ANC-Mitglieder während der Verhandlungen, prägten das Ende des Apartheidsregimes und den Anfang des neuen Südafrikas. Sie forderten auf Plakaten: „Mandela, give us guns!“ oder „Victory through battle not talk!“. Mandela gelang es jedoch diese Teile der Bevölkerung zu beruhigen und versuchte den Rassenkonflikt zwischen den Parteien zu schlichten.

Ebenfalls war es Mandela wichtig, der weißen Minderheit die Garantie zu geben, dass sie nicht durch das neue System benachteiligt oder bestraft werden würden, sondern auch einen Platz im neuen Südafrika innehaben würden. Mandela symbolisierte dies im Finale der Rugby-Weltmeisterschaft 1995, bei der er das Teamtrikot mit dem Springbock-Emblem trug und damit den damaligen Sport der Weißen akzeptierte. Er unterstützte auf diesem Weg die Kultur der weißen Minderheit, anstatt diese zu verbannen.

Zusätzlich führte Mandela mit dem Erzbischof Kapstadts, Desmond Tutu, ein Programm der Vergangenheitsbewältigung und Versöhnung ein, die den Namen „Wahrheits- und Versöhnungskommision“ – Truth and Reconciliation Commission (TRC) – trägt. Es handelte sich um einen öffentlichen Schauplatz für Opfer und Täter der Apartheid, bei dem den Opfern die Möglichkeit geboten wurde, ihre Erlebnisse und Traumata darzulegen, wobei im Gegenzug dazu Täter um Amnestie bitten konnten, wenn sie vollständig und öffentlich gestanden. Insgesamt wurden rund 20.000 Berichte von Opfern und 8.000 Amnestieanträge von Tätern bearbeitet. 2.000 davon fanden in öffentlichen Anhörungen statt. Dieses Programm sollte das Geschehen aufdecken, erforschen und dazu beitragen, dass die Apartheid nicht in Vergessenheit gerät und verhindern, dass niemals erneut solche Verhältnisse in Südafrika herrschen werden.

Ex-Bundespräsident Horst Köhler beschrieb Mandelas Versöhnungspolitik als „Vorbild für die politische Gestaltung von Versöhnung“, nicht nur für den afrikanischen Kontinent, sondern für die ganze Welt. Nelson Mandela setzte ein Zeichen des Friedens und hatte ein Ziel: Das friedliche Zusammenleben aller ethnischen Gruppen in Südafrika.

At every opportunity, I said all South Africans must now unite and join hands and say we are one country, one nation, one people, marching together into the future.“ Nelson Mandela

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