Gebärden-Dolmetschen absurd

Thamsanqa Jantjies und die Frage, wie es zu dem peinlichen Zwischenfall kommen konnte

(2010sdafrika-Redaktion)

– MANDELA-Spezial –

Thamsanqa Jantjies heißt der 34-jährige Mann, der am 10. Dezember 2013 die Trauerfeier von Nelson Mandela im Soccer City-Stadion in Johannesburg dolmetschen sollte. Über 90 amtierende Staats- und Regierungschefs und rund 90.000 Zuschauer schauten ihm live zu, als er die Reden der verschiedenen Politiker für die Gehörlosen scheinbar übersetzte. Zusätzlich begleiteten Millionen von Zuschauern vor den TV-Geräten den großen Schwindel. Das Präsidialamt Südafrikas ist in Erklärungsnot und hat bereits eine Untersuchung des peinlichen Zwischenfalls angekündigt.

© Der Gebärden-Dolmetscher Thamsanqa Jantjies steht zurzeit im Mittelpunkt der Mandela-Trauerfeier. Der nach eigenen Aussagen unter Schizophrenie leidende Südafrikaner hat die Weltöffentlichkeit mit einer falschen Übersetzung angeschwindelt. Das Präsidialamt Südafrikas ist in Erklärungsnot. Jantjies ist bereits seit neun Jahren als Dolmetscher tätig. (Quelle: SABC)

© Der Gebärden-Dolmetscher Thamsanqa Jantjies steht zurzeit im Mittelpunkt der Mandela-Trauerfeier. Der nach eigenen Aussagen unter Schizophrenie leidende Südafrikaner hat die Weltöffentlichkeit mit einer falschen Übersetzung angeschwindelt. Das Präsidialamt Südafrikas ist in Erklärungsnot. Jantjies ist bereits seit neun Jahren als Dolmetscher tätig. (Quelle: SABC)

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP erklärte Thamsanqa Jantjies, dass er an Schizophrenie leide. Bei dieser schweren psychischen Erkrankung liegt eine Störung des Denkens und der Wahrnehmung vor. Halluzinationen und Wahn können hierbei auftreten. Der als Gebärden-Dolmetscher anerkannte und seit neun Jahren gebuchte Jantjies erzählte von Engeln, die er im Stadion gesehen haben soll. Dementsprechend musste er mit den Händen so gestikulieren, dass ihn kein Gehörloser verstehen konnte.

Hinzu kommt, dass Jantjies nach eigenen Aussagen bereits in einer psychiatrischen Klinik behandelt wurde und darüber hinaus bei seinen Anfällen zur Gewaltausübung neige. Neben dem Schwindel, stellte der Dolmetscher im Nachgang eine ernste Sicherheitsgefährdung für die Politiker dar. Was wäre passiert, wenn einer der Staatsgäste wie US-Präsident Barack Obama vor laufender Kamera attackiert worden wäre. Für die südafrikanische Regierung hätte solch ein Ereignis ein diplomatisches Nachspiel gehabt. Südafrikas Sicherheitsbehörden wären auf Dauer für leistungsunfähig gebrandmarkt worden.

Sicher ist, dass Südafrikas Präsident Jacob Zuma die Trauerfeier in Johannesburg nicht so schnell vergessen wird. Nicht nur, dass der Dolmetscher den historischen Moment zur Verabschiedung Nelson Mandelas ins Lächerliche gezogen hatte. Ebenso ist der mit Korruptionsskandalen gebeutelte Zuma vor der ganzen Weltöffentlichkeit mit Buhrufen gedemütigt worden. Denn Mandela trat für Werte und Ideale ein, die in der aktuellen Regierung nicht von allen Mitgliedern getragen werden: Verantwortung, Transparenz und Gerechtigkeit.

Thamsanqa Jantjies erklärt krank zu sein

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