Britischer Höllenengel nach Südafrika geflüchtet

Hells Angels-Mitglied Mark Larner schmuggelte nach Eskalation mit Outlaws viel Bargeld ans Kap

(2010sdafrika-Redaktion)

Im Januar 2009 ereignete sich am Flughafen von Birmingham eine brutale Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Rockergangs. Bis zu 30 Anhänger der Hells Angels und Outlaws gingen mit Schlagringen und anderen Waffen aufeinander los. Die britischen Strafverfolgungsbehörden erkannten, hart durchgreifen zu müssen, um solche Ereignisse künftig vermeiden zu können. Eine Nulltoleranz-Politik wurde gefordert und umgesetzt. Allerdings flüchtete einer der Haupttäter, Mark Larner vom Hells Angels MC Wolverhampton, nach Südafrika. Erneut wurde das Kapland als Rückzugsgebiet ausgewählt.

© Der britische Hells Angel Mark Larner [im Bild 2. Reihe, ganz rechts] flüchtete vor den Strafverfolgungsbehörden nach Südafrika im Jahr 2009. Er hielt sich für zwei Monate am Kap auf und brachte eine große Menge Bargeld ins südliche Afrika in Sicherheit. Auslöser für die Flucht war eine heftige Auseinandersetzung zwischen den Hells Angels und den Outlaws am Flughafen von Birmingham. Insgesamt wurden jeweils vier Mitglieder der beiden Klubs [im Bild zu sehen] zu einer Haftstrafe von jeweilig sechs Jahren verurteilt. (Quelle: Ermittlerkreise)

© Der britische Hells Angel Mark Larner [im Bild 2. Reihe, ganz rechts] flüchtete vor den Strafverfolgungsbehörden nach Südafrika im Jahr 2009. Er hielt sich für zwei Monate am Kap auf und brachte eine große Menge Bargeld ins südliche Afrika in Sicherheit. (Quelle: Ermittlerkreise)

Während vier Outlaws und drei Hells Angels vom zuständigen Gericht im Mai 2009 zu jeweils einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden sind, fahndete die britische Polizei nach Mark Larner. Die Justiz machte unmissverständlich klar, keine Zweifel an der Schuld des Höllenengels zu haben. Die Hells Angels Paul Arlett und Sean Timmins vom Charter Wolverhampton und Leonard Hawthorne aus der Großstadt Dudley sagten im Strafverfahren aus, dass ihnen bekannt sei, dass ihr Rockerbruder Larner nach Südafrika flüchtete. Sein Ziel war es, eine große Bargeldmenge britischen Pfunds ans Kap zu schmuggeln. Schnell stellte sich heraus, dass die Aussagen der Angeklagten stimmten.

Mark Larner, der ebenfalls dem Charter Wolverhampton angehörte, gelang das Untertauchen in Südafrika, unterstützt durch die dortigen Rocker. Aus unerklärlichen Gründen entschied sich Larner nach einem nur zweimonatigen Aufenthalt am Kap, über den Flughafen Frankfurt am Main nach England zurückzukehren und sich der Polizei zu stellen. Er wurde ebenfalls wie seine Brüder zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Aufenthalt und die genaue Höhe des Bargeldes sind bisweilen nicht bekannt.

© Das britische Hells Angels-Mitglied Mark Larner gilt als einflussreicher Rocker in Großbritannien. Das Mitglied des HA-Charters in Wolverhampton wurde zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt. In wenigen Jahren wird Larner das Gefängnis verlassen dürfen. (Quelle: Ermittlerkreise)

© Das britische Hells Angels-Mitglied Mark Larner gilt als einflussreicher Rocker in Großbritannien. Das Mitglied des HA-Charters in Wolverhampton wurde zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt. In wenigen Jahren wird Larner das Gefängnis verlassen dürfen. (Quelle: Ermittlerkreise)

Nicht nur der Brite Mark Larner tauchte in Südafrika unter. Auch andere führende Hells Angels lebten bzw. leben weiterhin ungestört im südlichen Afrika, unter anderem Thomas Möller aus Schweden, David Macdonald Carroll aus Kanada und Rudolf K. aus Deutschland. Zudem sollen nach Angaben des Hells Angels-Aussteigers Ulrich Detrois zwei engste Vertraute des damaligen Hannover-Präsidenten Frank Hanebuth von Johannesburg aus die gegenwärtigen Rockergeschäfte leiten.

Bereits in der zweiten Hälfte der 90er Jahre ist auf die Hells Angels-Aktivitäten in Südafrika aufmerksam gemacht worden. Der US-Amerikaner Paul Higdon, Direktor der „Liaison and Criminal Intelligence Division“ von Interpol in Lyon und ehemaliger Ermittler der US-Drogenbehörde DEA, informierte auf der Arbeitstagung des Bundeskriminalamtes (BKA) im Jahr 1996 über die „kriminellen Aktivitäten durch Mitglieder illegaler Motorrad-Gangs“ im Kapland. Higdon gilt in internationalen Ermittlerkreisen als einer der entschlossensten Gegner der Hells Angels, der das „Projekt Rockers“ begleitete. Bei diesem Projekt geht es primär um die Erfassung der Namen und Straftaten der weltweiten Hells Angels-Mitglieder. „Um optimale Bekämpfungsansätze und -strategien zu entwickeln, ist es unabdingbar, die Mitglieder dieser Organisationen und die von ihnen begangenen Straftaten zu kennen“, so der Interpol-Führungsbeamte auf der Arbeitstagung in Deutschland.

Unterdessen wollte das BKA die Südafrika-Erkenntnisse des Hells Angels-Aussteigers Ulrich Detrois auf Anfrage der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ weder bestätigen noch dementieren.

4 Antworten zu “Britischer Höllenengel nach Südafrika geflüchtet

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