Mandela ist und bleibt ein Vorbild

Trauer und Dankbarkeit an der Nelson-Mandela Schule in Berlin

(Ein Gastbeitrag von Schulleiter Christian Nitschke)

– MANDELA-Spezial –

© Christian Nitschke, Schulleiter der Nelson-Mandela Schule, verfasste für die Redaktion von "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" einen Gastbeitrag zum Tod Nelson Mandelas.

© Christian Nitschke, Schulleiter der Nelson-Mandela Schule, verfasste für die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ einen Gastbeitrag zum Tod Nelson Mandelas.

Der Tod Nelsons Mandelas kam nicht unerwartet. Dennoch zeigt die Resonanz, die sein Tod weltweit ausgelöst hat, wie wichtig seine Präsenz auch als 95-Jähriger nicht nur in Südafrika offenbar noch war. Wir erinnern uns an seine Worte, an seine Erfolge und die magische Wirkung, die von seinem bloßen Lächeln ausging. Und, uns wird einmal mehr bewusst, wie kostbar und einzigartig sein Vorbild für uns ist und bleibt.

Mandela wollte kein Held sein, nannte sich selbst einen „Sünder, der sich bemüht“. Gerade in dieser Demut liegt ein Teil der Kraft und Ausstrahlung, die unverrückbar mit seinem Namen verbunden ist. Ein Geschenk zweifellos, als internationale Schule in Berlin seinen Namen tragen zu dürfen. Was folgt daraus – wie leben wir nun Nelson Mandela, wo er nicht mehr unter uns ist?

© Abitur Art project stencil of Nelson mandela on bags sold for fundraising Philipine project .

© Abitur Art project stencil of Nelson mandela on bags sold for fundraising Philipine project .

Wir haben verstanden, dass in unserer Zeit der Erwerb von Wissen und akademischer Bildung allein jungen Menschen kein Garant mehr für Glück und Erfolg sein kann. Der erzieherischen Aufgabe der Charakterbildung kommt so wieder neue Bedeutung zu. Nun geht es aber weniger um moralische Dimensionen denn um die Frage, wie junge Menschen heute Lebenstüchtigkeit erwerben können. Was wird unsere Kinder später in die Lage versetzen, die Aufgaben und Anforderungen ihres Lebens erfolgreich zu meistern?

Nelson Mandelas Leben verkörpert zentrale Eigenschaften der Lebenstauglichkeit in verblüffender Konzentration. Seine Haltung wird zum Programm ohne jede Anbiederung oder moralisierende Didaktisierung. Junge Menschen verstehen ihn; er spricht sie an: im Rahmen unserer schulischen Trauerfeier verfassten unsere Schüler innerhalb kürzester Zeit hunderte von Gedanken und Wünschen zu Mandela und seinem Lebenstraum. An anderer Stelle führte eine Gruppe von Siebtklässlern per Gedankenexperiment ihren Mitschülern vor Augen, wie unglaublich und schwierig es sein muss, die Kraft und Bereitschaft aufzubringen, anderen zu vergeben, wenn eben diese für 27 Jahre Gefängnishaft verantwortlich sind. Die Schülergruppe strahlte bei ihrem Bericht über Mandela, der es schafft, die Erlaubnis für einen Gefängnisgarten zu erhalten: Um bei Verstand zu bleiben, pflanzte er Gemüse an und teilte seine Ernte mit Gefangenen wie Wärtern. Nelson Mandelas Leben liefert zahllose Bespiele für Biss und Geradlinigkeit und einen mutigen Optimismus, der sich nicht brechen lässt.

© IB Peace study group raising money for donate to charitable NGO organizations. Currently finding a Patenkind project.

© IB Peace study group raising money for donate to charitable NGO organizations. Currently finding a Patenkind project.

Aus seinem Vermächtnis erwächst unser Auftrag, bei allen Widrigkeiten des schulischen Alltags es ihm gleichzutun und das Große im Auge zu behalten, statt sich im Klein-Klein zu verlieren. Der Mikrokosmos Schule wird zum Trainingsfeld, jeden Tag aufs Neue.

Christian Nitschke, Schulleiter der Nelson-Mandela Schule

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