„GEFÄHRTEN“ im Theater des Westens

„Handspring Puppet Company“ aus Südafrika verzaubert Berliner Publikum. Ein grandioses Spektakel

(Autoren: 2010sdafrika-Redaktion, Ghassan Abid)

Überall in Berlin sind Poster zu sehen, die ein Pferd zeigen. Es handelt sich hierbei um das Theaterstück „GEFÄHRTEN“, das mindestens bis September 2014 im Theater des Westens zu sehen ist. Das von „Stage Entertainment“ betreute Spektakel erzählt die Geschichte einer tiefen Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Südafrikanische Künstler ermöglichten dieses grandiose Erlebnis im Herzen Berlins, mit aufwendig hergestellten Puppen.

© Zurzeit läuft im Theater des Westens das Stück "GEFÄHRTEN", in welchem auf südafrikanische Puppen zurückgegriffen wird. Rund 40 Darsteller verzaubern das Publikum und schaffen im Zusammenspiel mit der Bühnentechnik eine perfekte Illusion. (Quelle: Stage Entertainment)

© Zurzeit läuft im Theater des Westens das Stück „GEFÄHRTEN“, in welchem auf südafrikanische Puppen zurückgegriffen wird. Rund 40 Darsteller verzaubern das Publikum und schaffen im Zusammenspiel mit der Bühnentechnik eine perfekte Illusion. (Quelle: Stage Entertainment)

„GEFÄHRTEN“ ist ein Theaterstück, das dem 1982 erschienenen Roman „War Horse“ des britischen Schriftstellers Michael Morpurgos nachempfunden ist. Als sich Steven Spielberg im Jahr 2011 für eine Verfilmung des Romans entschied, wurde diese Literatur international bekannt.

Im Nationaltheater in London ist das Stück im Oktober 2007 erstmalig aufgeführt worden. Dann rund vier Jahre später der nächste Publikumserfolg im Lincoln Center in New York, mit Zwischenstationen im kanadischen Toronto und im australischen Melbourne. Seit dem 21.10.2013 ist „GEFÄHRTEN“ nun auch im Theater des Westens in Berlin zu sehen.

Das Stück behandelt die Geschichte einer tiefen Freundschaft zwischen dem englischen Farmersohn Albert und seinem Pferd Joey. Als der erste Weltkrieg ausbricht, ist Joey an die britische Armee für den Kriegsdienst verkauft worden. Albert und Joey werden fortan voneinander getrennt. Albert entschließt sich gegen den Willen seiner Eltern ebenfalls an die Front gegen die Deutschen aufzubrechen. Stets verbunden mit der Hoffnung, sein geliebtes Pferd eines Tages wiedersehen zu können.

© In "GEFÄHRTEN" geht es um die tiefe Freundschaft des englischen Farmersohns Albert und seinem Pferd Joey. Als der 1. Weltkrieg ausbricht, werden beide völlig unerwartet voneinander getrennt. (Quelle: Stage Entertainment)

© In „GEFÄHRTEN“ geht es um die tiefe Freundschaft des englischen Farmersohns Albert und seinem Pferd Joey. Als der 1. Weltkrieg ausbricht, werden beide völlig unerwartet voneinander getrennt. (Quelle: Stage Entertainment)

Das Besondere an „GEFÄHRTEN“ ist die technische Umsetzung des Romans, indem auf real wirkende Pferde der südafrikanischen „Handspring Puppet Company“ zurückgegriffen wird. Die beiden Kapstädter Puppenhersteller Adrian Kohler und Basil Jones kreierten Pferde, die aus Holz, Leder, Bambusrohr und Aluminium bestehen.

Und dennoch gelingt es, dem Publikum lebhafte Puppen zu präsentieren. Das Hauptpferd Joey, das in einjähriger Kleinstarbeit angefertigt wurde, wird von drei Personen zum Leben erweckt. Insgesamt befinden sich achtzehn Figuren aus Kapstadt in Berlin.

Das Bühnenstück überzeugt vor allem mit dem Lichtdesign. Auch die akustische Untermalung von „GEFÄHRTEN“, die von Marc Tritschler betreut wird, ist erstklassig. Pistolenschüsse klingen erschreckend real und vor allem laut. Dem Zuschauer wird schnell das Gefühl dafür vermittelt, wie schön solch ein aufwendiges Stück wirken kann.

    © Schauspieler Heinz Hönig, eher in der Filmbranche eine Größe, geht in seiner Rolle als Vater von Albert sichtlich auf. Hönig ist aus Filmen wie „Das Boot“ und „Der große Bellheim“ bekannt. (Quelle: Stage Entertainment)

© Schauspieler Heinz Hönig, eher in der Filmbranche eine Größe, geht in seiner Rolle als Vater von Albert sichtlich auf. Hönig ist aus Filmen wie „Das Boot“ und „Der große Bellheim“ bekannt. (Quelle: Stage Entertainment)

Für die Regie dürfte die Umsetzung dessen eine enorme Herausforderung gewesen sein, da nur durch die gute Zusammenarbeit von Schauspielern und Technik eine solch perfekte Illusion überhaupt möglich ist. Ein vierzig köpfiges Darstellerteam tritt auf, die Einen mit britischen und die Anderen mit deutschen Rollen.

Der bayerische Filmschauspieler Heinz Hönig, bekannt aus den Filmen „Das Boot“ und „Der große Bellheim“, spielt den Vater Alberts und verleiht der Produktion den Touch, als würde man sich einen Kinofilm anschauen. Hönig, dessen Ehefrau Simone infolge eines Herzversagens ein Jahr vor der Premiere von „GEFÄHRTEN“ im Alter von nur 52 Jahren starb, fühlt sich in seiner neuen Rolle sichtlich wohl.

Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ kann „GEFÄHRTEN“ auf jeden Fall empfehlen, da es nicht nur schön anzuschauen ist, sondern auch mit der bewegenden Story das ein oder andere Herz mit Sicherheit bewegen wird. Vor allem das weibliche Publikum zückte im Theater des Westens das Taschentuch – ein grandioses Spektakel.

Offizielles Promovideo zum Theaterstück „GEFÄHRTEN“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s