Homo-Outing im südafrikanischen Fußball

Thomas Hitzlsperger folgte Eudy Simelane, die für ihren Mut mit dem Leben bezahlen musste

(Autor: Ghassan Abid)

Während die deutsche Medienwelt das homosexuelle Outing des ehemaligen Fußballers Thomas Hitzlsperger – das erste überhaupt in der deutschen Fußballgeschichte – würdigt, hat Südafrika diesen Schritt längst hinter sich. Die lesbische Fußballerin und Trainerin Eudy Simelane wagte während ihrer laufenden Sportkarriere ein öffentliches Bekenntnis zur gleichgeschlechtlichen Liebe. Allerdings musste Simelane für ihren Mut mit ihrem Leben bezahlen. Ihr Outing ist längst in Vergessenheit geraten.

© Der Deutsche Thomas Hitzlsperger und die Südafrikanerin Eudy Simelane sind beide als Fußballer bekannt geworden. Und beide Sportler outeten sich in ihren jeweiligen Ländern als erste Homosexuelle im Fußballsport. Doch Simelane unterscheidet sich von Hitzlsperger in zwei Punkten: Sie outete sich noch während ihrer aktiven Sportkarriere und sie wurde wegen ihres Bekenntnisses brutal ermordet.

© Der Deutsche Thomas Hitzlsperger und die Südafrikanerin Eudy Simelane sind beide als Fußballer bekannt geworden. Und beide Sportler outeten sich in ihren jeweiligen Ländern als erste Homosexuelle im Fußballsport. Doch Simelane unterscheidet sich von Hitzlsperger in zwei Punkten: Sie outete sich noch während ihrer aktiven Sportkarriere und sie wurde wegen ihres Bekenntnisses brutal ermordet.

Eudy Simelane war gerade einmal 31 Jahre alt, als sie im April 2008 von vier Männern im Township KwaThema brutal vergewaltigt und mit mehreren Messerstichen bestialisch ermordet wurde. Das Mitglied der Fußballnationalmannschaft der Frauen, die den Namen „Banyana Banyana“ (zu Deutsch: Die Mädels) trägt, war die erste öffentlich bekannte Homosexuelle im südafrikanischen Fußball.

Während die Medien ihr Outing lobten, fühlten sich nicht wenige Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung angeekelt, wenn nicht sogar provoziert. Vier männliche Township-Bewohner entschlossen sich zu einem „Corrective Rape“ und lauerten der Lesbe nach dem Fußballtraining auf. Im Anschluss entschied sich die Gruppe zu einem Tötungsdelikt. Zwei der Mörder wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Hingegen sind die beiden anderen Tatverdächtigen freigesprochen worden.

Laut der südafrikanischen Verfassung und den geltenden Gesetzen sind Homosexuelle den heterosexuellen Bürgern in vielen Dingen gleichgestellt. Allerdings erweisen sich in der Praxis noch erhebliche Defizite bei der Umsetzung des Rechts. In Südafrika herrscht die weitverbreitete These des „Corrective Rape“, wonach Lesben durch die Vergewaltigung „normal gemacht“ werden würden.

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