Automobilzulieferer schränkt Kap-Geschäft ein

ZF Friedrichshafen AG zieht sich teilweise zurück und fokussiert Expansion auf andere Regionen

(2010sdafrika-Redaktion)

Immer wieder ist in den Wirtschaftsnachrichten von der Expansion deutscher Unternehmen in Südafrika zu lesen. Doch ein Konzern folgt diesem Trend nicht. Die Meldung vom November 2013, wonach die ZF Friedrichshafen AG (ZF) ihre südafrikanische Tochterfirma „Auto Industrial Brake & Chassis Holding Johannesburg (AIBC)“ verkaufte, ist nach wie vor in Erinnerung geblieben. ZF ist ein weltweit führender Automobilzulieferkonzern in der Antriebstechnik und Fahrwerktechnik an 117 Standorten in 26 Ländern, mit einem Umsatz von 17 Milliarden Euro im Jahr 2013.

    © Die ZF Friedrichshafen AG überraschte Ende November 2013 mit ihrer Entscheidung, sich aus Südafrika teilweise zurückzuziehen. Vier Werke ihrer Johannesburger Tochterfirma AIBC wurden verkauft. Die aktuelle wirtschaftspolitische Lage am Kap sei nicht der Grund für den Verkauf gewesen, beantwortet ZF-Pressesprecher Torsten Fiddelke eine Anfrage der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“. (Quelle: ZF)

© Die ZF Friedrichshafen AG überraschte Ende November 2013 mit ihrer Entscheidung, sich aus Südafrika teilweise zurückzuziehen. Vier Werke ihrer Johannesburger Tochterfirma AIBC wurden verkauft. Die aktuelle wirtschaftspolitische Lage am Kap sei nicht der Grund für den Verkauf gewesen, beantwortet ZF-Pressesprecher Torsten Fiddelke eine Anfrage der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“. (Quelle: ZF)

Eine Schmiede sowie eine Gießerei gehen an einen neuen Eigentümer. Am Standort Johannesburg wurde mit vier Werken und rund 900 Mitarbeitern ein Umsatz von rund 71 Millionen Euro in 2012 gemacht. Mit der Produktion von Komponenten für die Automobilindustrie, darunter Bremsscheiben, konnte sich ZF zu den führenden Automobilzulieferern etablieren. Dementsprechend kam der Verkauf für einige Wirtschaftsanalysten überraschend.

Aufgrund der strategischen Neuausrichtung habe sich ZF für den Verkauf zum 31. Dezember 2013 entschieden. Denn die Tochterfirma war „außerhalb des Kerngeschäfts von ZF aktiv und agierte im globalen Produktionsverbund autonom“, heißt es in der entsprechenden Presseerklärung.

Auf Anfrage der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, ob die wirtschaftspolitische Lage am Kap zum Rückzug beigetragen habe, antwortete ZF-Pressesprecher Torsten Fiddelke, dass dieser Faktor keinen Einfluss auf die Entscheidung des Managements gehabt habe. Ebenso ziehe sich der Konzern nicht komplett aus dem südafrikanischen Markt zurück, da weiterhin noch rund 200 Mitarbeiter im Bereich ZF Services in Südafrika beschäftigt bleiben, so Fiddelke weiter. Am 13. Dezember vergangenen Jahres informierte ZF darüber, neue Werke in den USA und in China errichten zu lassen.

© ZF produzierte in Südafrika Komponenten für die Automobilindustrie, unter anderem Bremsscheiben. (Quelle: ZF)

© ZF produzierte in Südafrika Komponenten für die Automobilindustrie, unter anderem Bremsscheiben. (Quelle: ZF)

Südafrika hat in den letzten Jahren zunehmend an internationaler Marktattraktivität verloren. Mehrere Wirtschaftsexperten und Unternehmensrepräsentanten kritisierten ganz offen die vom ANC geführte Regierung in Pretoria für ihre Untätigkeit. Unter anderem ist der Automobilsektor von einer Streikwelle lahmgelegt worden, sodass der Münchener Automobilkonzern BMW seine kurzfristigen Investitionen vor Ort auf Eis legte.

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