Drei Tote bei Mothutlung-Protesten

Kommunal-, Landes- und Nationalverwaltung schieben sich gegenseitig die Schuld zu

(2010sdafrika-Redaktion)

In Mothutlung, einem Township in der Provinz North West, demonstrierten in den vergangenen Tagen die Bewohner gegen die Ignoranz und Untätigkeit der Behörden. Sie forderten die Wiederherstellung des kommunalen Wasserzugangs. Allerdings blieb ihr Anliegen ungehört. Der Frust schlug in Gewalt um, die sich gegen die Polizei richtete. Diese wiederum schoss mit scharfer Munition und tötete drei Demonstranten. Erneut steht die Polizei in der Kritik, nicht angemessen gehandelt zu haben.

© Südafrikas Polizeiminister Nathi Mthethwa und Polizeichefin Riah Phiyega stehen erneut in der Kritik, dass die ihnen unterstehende Polizei beim jüngsten Einsatz im Township Mothutlung nicht verhältnismäßig vorgegangen sei. Drei Demonstranten wurden erschossen, die einen Wasserzugang forderten. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

© Südafrikas Polizeiminister Nathi Mthethwa und Polizeichefin Riah Phiyega stehen erneut in der Kritik, dass die ihnen unterstehende Polizei beim jüngsten Einsatz im Township Mothutlung nicht verhältnismäßig vorgegangen sei. Drei Demonstranten wurden erschossen, die einen Wasserzugang forderten. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

Am kommenden Wochenende werden die drei getöteten Township-Bewohner beerdigt. Die genauen Todesumstände sind bisweilen nicht bekannt. Südafrikas Polizeiminister Nathi Mthethwa und Polizeichefin Riah Phiyega stehen erneut in der Kritik, dass die ihnen unterstehende Polizei keine Verhältnismäßigkeit bei ihrem jüngsten Einsatz angewandt habe und zu aggressiv gegen die Bürger vorgegangen sei.

Die ärmliche Gemeinde von Mothutlung war vom Wasserzugang abgeschnitten gewesen, wohl aufgrund einer technischen Panne. Daher forderten die Bewohner zum wiederholten Male gegenüber der Kommunalverwaltung, dass sie dringend Wasser zum Waschen und zum Trinken brauchen. Erst nach den blutigen Protesten handelten die Behörden. Teilweise ist der Wasserzugang bereits wiederhergestellt worden.

Unterdessen schieben sich Kommune, Landes- und Nationalverwaltung gegenseitig die Schuld zu. Eine Debatte, wieso das Anliegen der Bewohner scheinbar zu lange ungehört blieb, findet allerdings nicht statt. In Südafrika fühlen sich immer wieder die Bürger von den Behörden missachtet. Gewalt erweist sich daher für diese Menschen als einzige Möglichkeit der Interessendurchsetzung. Aufgrund der Vielzahl der Proteste berichten die Medien nur vereinzelt über blutige Ausschreitungen.

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