Aus Pretoria soll Tshwane werden

Afrikaaner protestieren gegen Namensänderungsplan des ANC. 160.000 Personen sind dagegen

(2010sdafrika-Redaktion)

In der Metropolengemeinde von Tshwane leben rund drei Millionen Menschen. Zwanzig Prozent der Bewohner sind weiße Bürger. Innerhalb dieser Metropolengemeinde liegt Pretoria, die gleichzeitig auch die Hauptstadt von Südafrika ist. Die meist gesprochene Sprache in Pretoria ist Afrikaans und rund 53 Prozent aller Stadtbewohner sind weiß – ein Rekordwert am Kap. Nun regt sich Protest gegen die geplante Namensänderung von Pretoria in Tshwane. Der ANC will in diesem Jahr noch den Bruch mit der Vergangenheit realisieren.

© Der Afrikanische Nationalkongress (ANC) erwägt in diesem Jahr noch, die Stadt Pretoria in Tshwane umzubenennen. Zu sehr sei der aktuelle Name mit der Apartheid belastet, so der Bürgermeister und ANC-Politiker Kgosientso Ramokgopa. Die Buren protestieren gegen dieses Vorhaben und drohen mit einer Klage.

© Der Afrikanische Nationalkongress (ANC) erwägt in diesem Jahr noch die Stadt Pretoria in Tshwane umzubenennen. Zu sehr sei der aktuelle Name mit der Apartheid belastet, so der Bürgermeister und ANC-Politiker Kgosientso Ramokgopa. Die Buren protestieren gegen dieses Vorhaben und drohen mit einer Klage.

Der Stadtname Pretoria geht den jüngsten stadthistorischen Überlieferungen nach auf eine Idee von Marthinus Wessel Pretorius zurück. Der Sohn des bekannten burischen Farmerführers Andries Pretorius ehrte seinen Vater, indem er bestimmten Distriktgebieten den Namen Pretoria gab. Andries Pretorius führte die niederländischen Siedler – die sogenannten Voortrekkers – in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts an. Bis heute ist eine Statue zu Ehren des burischen Idols in der Hauptstadt zu finden.

Umso mehr verärgert sind die heutigen Afrikaaner, wenn sie das Gefühl vermittelt bekommen, dass die Regierungspartei ANC ihrer Geschichte keinen Respekt beimisst. AfriForum, eine NGO mit rund 53.000 Mitgliedern zum Schutz der burischen Minderheit in Südafrika, initiierte eine Kampagne gegen die Namensänderung. Ihren Angaben nach plädierten 160.000 Menschen für eine Beibehaltung des Namens Pretoria.

Kgosientso Ramokgopa, Bürgermeister der Tshwane-Metropolengemeinde und ANC-Politiker, betonte in einem Pressebericht, mit der Namensänderung einen Bruch mit der Vergangenheit realisieren zu wollen. Zu sehr sei die Bezeichnung „Pretoria“ bei vielen Bürgern mit der Apartheid verbunden, wird er zitiert.

Erst nachdem die Stadtverwaltung einen entsprechenden Beschluss getroffen hat, kann die Namensänderung in Kraft treten. AfriForum versicherte bereits im Falle einer solchen Entscheidung durch die kommunalen Volksvertreter, unmittelbar nach den Parlamentswahlen vor Gericht zu ziehen und für eine Rückbenennung zu kämpfen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s