African Nations Championship 2014 – Viertelfinale

In Halbfinalspielen treten Ghana vs. Nigeria und Simbabwe vs. Libyen an. Bafana Bafana steht Wandel bevor

(Autor: Johannes Woywodt)

Rückblickend werden Fans, Zuschauer und Fernsehkommentatoren sagen, dass solche Ereignisse nur im Sport passieren können. Scheinbar aussichtslos liegt ein Sportler oder eine Mannschaft zurück und es gibt keine Anzeichen, dass sich an dieser Aussichtslosigkeit etwas ändern könnte. Doch dann sind es diese kleinen Momente, die wieder Hoffnung und den Glauben an eine Kehrtwende stärken. Eine starke Einzelaktion, die Einwechselung eines neuen Mitspielers oder ein schnelles Tor. Auf einmal scheinen die vorangegangen Fehler vergessen.

    © In den Viertelfinalbegegnungen konnten sich die Mannschaften von Ghana, Nigeria, Simbabwe und Libyen durchsetzen. Am 29. Januar 2014 finden die beiden Halbfinalspiele statt. Unterdessen kündigte Südafrikas Fußballverbandspräsident Danny Jordaan einen Strukturwandel bei Bafana Bafana an.

© In den Viertelfinalbegegnungen konnten sich die Mannschaften von Ghana, Nigeria, Simbabwe und Libyen durchsetzen. Am 29. Januar 2014 finden die beiden Halbfinalspiele statt. Unterdessen kündigte Südafrikas Fußballverbandspräsident Danny Jordaan einen Strukturwandel bei Bafana Bafana an.

Man glaubt, man weiß, dass das Unmögliche möglich ist und am Ende steht das erfolgreiche Comeback, so wie im Viertelfinalspiel der CHAN zwischen Marokko und Nigeria. 30 Minuten waren in der ersten Halbzeit gespielt und nichts schien auf eine außergewöhnliche Partie hinzudeuten. Beide Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld und kamen zu einigen Torchancen.

In der 33. Minute konterten die „Löwen vom Atlas“ die Nigerianer aus und Mohsine Moutaouali traf per schönem Lupfer zum 1:0. Vier Minuten später erhielten die Nordafrikaner einen Freistoß an der Strafraumkante zugesprochen und Iajour Mouhssine zirkelte den Ball über die Mauer zum 2:0 in das untere Eck des nigerianischen Torhüters. Angestochen von den beiden Toren erhöhten die Marokkaner abermals den Druck.

Wiederum keine drei Minuten später nutzte Moutaouali das passive Verhalten in der Abwehr der Westafrikaner aus und traf noch vor der Pause zum 3:0. Marokko schien auf dem Weg in das Halbfinale, während sich für den amtierenden Afrika-Cup-Sieger eine Blamage androhte.

In der Pause jedoch schien Nigerias Nationaltrainer Stephen Keshi die richtigen Worte gefunden zu haben, während sich die Marokkaner schon zu früh eine Runde weiter fühlten. Nach der Halbzeit gelangen den „Super Eagles“ bereits in der 49. und 55. Minute zwei frühe Anschlusstore durch Ugonna Uzochukwu und Rabiu Ali, die das schlechte Zweikampfverhalten der marokkanischen Abwehr ausnutzen.

Doch die „Löwen vom Atlas“ hätten Nigerias Anrennen jäh stoppen können, wenn der Kopfball von Abdessamad Rafik in der 62. Minute im Tor gelandet wäre. So blieb es beim 3:2 und die Nigerianer versuchten ihrerseits den Ausgleich zu erzwingen. Bis zur 89. Minute war dies ohne Erfolg geprägt.

Höhepunkte zum Viertelfinalspiel Marokko vs. Nigeria

Dann bekam Ejike Uzoenyi, der die südafrikanische Nationalmannschaft mit zwei Toren aus dem Turnier geschossen hatte, den Ball zugespielt. Eine letzte kurze Finte und ein letzter verzweifelter Schuss aus 20 Metern, der unhaltbar im marokkanischen Tor einschlug. 3:3 nach 90 Minuten. Sie hatten es also doch noch geschafft, sich in die Verlängerung zu retten.

In der Verlängerung war es schließlich ein Fehler des marokkanischen Torhüters und Kapitäns Nadir Lamyaghri, der eine Flanke nicht fangen konnte und nach vorne abprallen ließ. Den Abpraller verwandelte Aliyu Ibrahim zum nicht mehr möglich gehaltenen 4:3, wodurch sich die „Super Eagles“ letztlich ihre Halbfinalteilnahme sicherten.

Im Halbfinale treffen die Nigerianer am Mittwoch in Mangaung (Bloemfontein) auf die „Black Stars“ aus Ghana, die sich dank eines verwandelten Elfmeters mit 1:0 gegen die Demokratische Republik Kongo durchsetzen. Dem Namen nach das vorweg genommene Endspiel. Das andere Semifinale bestreiten die beiden Überraschungsmannschaften aus Libyen und Simbabwe. Während die Nordafrikaner erst im Elfmeterschießen Gabun bezwangen, gelang den Südafrikanern durch eine erneute couragierte Leistung ein 2:1-Sieg gegen Mali.

    © Nach dem schlechten Abschneiden der südafrikanischen Fußballnationalmannschaft beim CHAN 2014 kündigt Danny Jordaan - Präsident des Fußballverbands SAFA - einen grundlegenden Wandel von Bafana Bafana an. Vor allem strukturelle Anpassungen sind vorzunehmen, so Jordaan [Im Bild von l. nach r.: Präsident Jacob Zuma, Sportminister Fikile Mbalula und SAFA-Präsident Danny Jordaan]. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

© Nach dem schlechten Abschneiden der südafrikanischen Fußballnationalmannschaft beim CHAN 2014 kündigt Danny Jordaan – Präsident des Fußballverbands SAFA – einen grundlegenden Wandel von Bafana Bafana an. Vor allem strukturelle Anpassungen sind vorzunehmen, so Jordaan [Im Bild von l. nach r.: Präsident Jacob Zuma, Sportminister Fikile Mbalula und SAFA-Präsident Danny Jordaan]. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

Das Ende von Bafana Bafana

Währenddessen hat sowohl in den südafrikanischen Medien als auch im nationalen Fußballverband SAFA die Aufarbeitung des schlechten Abschneidens begonnen. Verbandspräsident Danny Jordaan forderte für die Zukunft die Einrichtung von regionalen Fußballakademien, um die Ausbildung, ähnlich wie beim Rugby, von jungen Fußballern zu fördern. Bisher fehle es unter anderem an solchen Zentren sowie gut ausgebildeten Trainern, so Jordaan.

Kritiker halten Schritt zwar für berechtigt, halten dem jedoch entgegen, dass der Verband selbst seine Strukturen grundlegend ändern müsse. So sei momentan die komplette Jugendstruktur der SAFA desorganisiert. Desweiteren müssten die Vereine der Premier Soccer League mehr Anstrengungen in der Nachwuchsförderung unternehmen, da diese im Moment nur ungenügend sei.

Weiterhin unsicher bleibt die Zukunft von Nationaltrainer Gordon Igesund. Die mit ihm verbundenen Hoffnungen auf eine Verbesserung der Nationalmannschaft sind aus Kritikersicht ausgeblieben. Zu sehr hätte sich Igesund auf erfahrene Spieler gestützt und das schlechte Abschneiden bei der WM-Qualifikation 2014 und beim Afrika-Cup 2013 mit zu verantworten. Igesunds Vertrag läuft noch bis Sommer dieses Jahres. Eine Vertragsverlängerung scheint unwahrscheinlich, eher eine frühzeitige Trennung noch im Februar oder März.

Im Gegensatz dazu steht fest, dass sich die SAFA um einen neuen Spitznamen für die Nationalmannschaft bemühen muss. Der Verband hatte es verpasst sich die Namensrechte für die Bezeichnung „Bafana Bafana“ sichern zu lassen. Diese wiederum hatte sich ein Unternehmer gesichert, den die SAFA für die Nutzung des Namens von nun an bezahlen müsste.

Aufrufe wurden initiiert, dass sich die Südafrikaner doch einen neuen Namen überlegen sollten. Doch angesichts der mageren Leistung sind in diversen Online- und Social-Media-Plattformen bisher nur Spottnamen zu finden wie: „Bafunny Bafunny, Banana Banana, Balosers Balosers“. Ernsthafte Vorschläge wie „Rainbow Warriors“ oder „Die Speere“ gewinnen wahrscheinlich erst an Zustimmung, wenn sich bessere Resultate einstellen.

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