Mandela-Film in den deutschen Kinos

Madibas Leben beeindruckt, macht emotional und nachdenklich. Ein Mensch, der viel aufopfern musste

(2010sdafrika-Redaktion)

Am morgigen Donnerstag läuft in den deutschen Kinos der Film „Mandela: Der lange Weg zur Freiheit“ an. Am 5. Dezember vergangenen Jahres starb die Weltikone im Alter von 95 Jahren. Nun, rund zwei Monate später, kann das deutsche Publikum miterleben, welche individuellen Einschränkungen der berühmteste Südafrikaner bei seiner eigenen Freiheit ertragen musste, um diese einem gesamten Volk zugutekommen zu lassen.

© Ab dem 30. Januar 2014 ist der Mandela-Film in den deutschen Kinos zu sehen. Die britisch-südafrikanische Produktion geht auf mehrere Lebensabschnitte des Nationalhelden Südafrikas ein. (Quelle: Senator Film)

© Ab dem 30. Januar 2014 ist der Mandela-Film in den deutschen Kinos zu sehen. Die britisch-südafrikanische Produktion geht auf mehrere Lebensabschnitte des Nationalhelden Südafrikas ein. (Quelle: Senator Film)

Offizielle Handlung:

Bildgewaltig wird die zutiefst persönliche Geschichte eines Mannes porträtiert, der sich konsequent allen Widerständen entgegen stellt, um für ein besseres Leben in seinem Heimatland zu kämpfen. Noch während seiner 27-jährigen Haftstrafe auf der berüchtigten Gefängnisinsel Robben Island stieg Nelson Mandela zum charismatischen Führer der Anti-Apartheid-Bewegung auf und zum weltweiten Symbol für friedlichen Widerstand. „Mandela: Der lange Weg zur Freiheit“ beschreibt die Entstehung einer modernen Ikone, die die Aufhebung der Rassentrennung und damit eine lang ersehnte politische Wende in Südafrika herbeiführte und ist gleichzeitig eine Liebeserklärung an einen Menschen, der durch seinen unermüdlichen Kampf für Freiheit, Gleichheit und Unabhängigkeit die ganze Welt verändert hat.

Filmkritik:

Der in Manchester geborene Regisseur Justin Chadwick erhielt den Auftrag, die Autobiografie „Mandela: Long Walk to Freedom“ filmisch umzusetzen. Die Co-Produktion übernahm der in Südafrika bekannte Anant Singh, der weit über 80 Filme bereits betreute. Singh gilt als führender Produzent bei Filmen mit historischen Bezügen. Umso weniger überrascht es, dass das rund 150 Minuten lange Politdrama mehrere Lebensabschnitte von Nelson Mandela aufgreift: Jugend, Anwaltszeit, Anti-Apartheids-Aktivist und Politiker. Viele der im Spielfilm gezeigten Szenen sind filmisch betrachtet anspruchsvoll umgesetzt worden. Der Inhalt dürfte der Öffentlichkeit bereits weitgehend bekannt sein. Doch einige Aspekte überraschen selbst Südafrika interessierte Zuschauer: Mandela wirkt in der ersten Filmhälfte menschlich, der mit alltäglichen Problemen zu kämpfen hat.

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Mandela als Jugendlicher

Der Xhosa-Angehörige fühlte sich seiner Tradition und Familie sehr verpflichtet. Die Gebräuche und Sitten respektierte der „Unruhestifter“; wie er an seinem Geburtsort Mvezo auch gerne genannt wurde. Schon früh wurde ihm klar gemacht, dass er als Kind die Verpflichtungen eines Mannes zu erfüllen hat. Hintergrund war der frühe Tod seines Vaters Gadla Henry Mandela. Der zum damaligen Zeitpunkt erst neunjährige Nelson verstand es, Verantwortung für die Familie zu übernehmen und eigene Bedürfnisse zurückzustellen.

Rechtsanwalt und Frauenheld

Gemeinsam mit seinem Weggefährten Oliver Tambo gründete Mandela im Jahr 1952 die erste schwarze Anwaltskanzlei am Kap. Dies sprach sich bei der Bevölkerung in den Townships schnell rum. Sie baten Mandela, der mit Mandanten völlig ausgelastet war, um eine Vertretung vor Gericht. Weniger bekannt ist, dass der charismatische Jurist bei den Frauen sehr gut ankam. Seine erste Ehefrau wusste von den Affären ihres Mannes Bescheid. Die Ehe zerbrach und zu seinem Sohn Madiba Thembekile , der im Alter von nur 24 Jahren durch einen Autounfall starb, hatte Mandela keine Bindung aufbauen können. Stattdessen lernte der politisch interessierte Anwalt die erste schwarze Sozialarbeiterin Johannesburgs – Winnie Madikizela – kennen. Beide heirateten im Jahr 1958 und kriegten zwei Töchter. Ihr Verhältnis setzt sich im gesamten Film fort – Winnie war seine große Liebe.

Anti-Apartheids-Aktivist

Nelson Mandela erkannte, dass der gewaltlose Widerstand gegen das Apartheidsregime keinen Erfolg brachte. Vielmehr stiegen die Opferzahlen bei der schwarzen Bevölkerung stetig an. So entschloss er sich, als Mitglied des Afrikanischen Nationalkongresses, für den Untergrundkampf gegen die Rassentrennungsbefürworter. Allerdings wurde er im Jahr 1963 gemeinsam mit anderen Aktivisten unweit der Liliesleaf Farm festgenommen – wohl durch einen Hinweis des US-Auslandsgeheimdienstes CIA. Im Rivonia-Prozess fiel das Urteil: Lebenslange Haft.

Politiker und Staatsmann

Auf der Gefängnisinsel Robben Island wurden die politischen Aktivisten von der Öffentlichkeit komplett abgeschottet. Schikanen, Folterungen und Repressalien standen auf der Tagesordnung. Doch Mandela verstand es, auch im Knast den Widerstand zu organisieren und diesen an den kleinen Dingen festzumachen. Im späteren Verlauf musste das Regime in Pretoria die Haftbedingungen zunehmend lockern, verbunden mit der Hoffnung, den ANC-Politiker für eigene Zwecke ausnutzen zu können. Doch der Anti-Apartheids-Aktivist ging strategisch und klug vor. Er wurde freigelassen, politische Verhandlungen wurden aufgenommen und im Jahr 1994 gelangte schließlich der Machtwechsel im Rahmen der ersten freien Wahlen in Südafrika – mit Nelson Mandela an der Spitze des Staates.

Offizieller Trailer von „Mandela: Der lange Weg zur Freiheit“

Fazit:

Der Film „Mandela: Der lange Weg zur Freiheit“ ist allein schon der Aktualität und der zeithistorischen Relevanz  wegen ein absoluter Filmtipp. Auch die Musikauswahl – mit dem Titelsong „Ordinary Love“ von U2 -, die technische Umsetzung und die Schauspielerbesetzung überzeugen. Idris Elba (Nelson Mandela) und Naomi Harris (Winnie Madikizela) verschaffen dem Politdrama eine persönliche und emotionale Prägung. Vor allem beim weiblichen Kinopublikum dürfte das Mitbringen eines Taschentuchs notwendig sein.

3 Antworten zu “Mandela-Film in den deutschen Kinos

  1. Pingback: Madiba’s Journey | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  2. Pingback: „Wir waren arm, aber voll mit Liebe“ | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  3. Schöner Beitrag. Auch bei uns gibt es weiterführende Infos zum Thema: http://reisefeder-blog.com/2014/01/27/rest-in-peace-madiba/

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