Südafrikas Comedy-Star Trevor Noah

Der Auftritt im Quatsch Comedy Club in Berlin war einer voller Erfolg – und gleichzeitig erst der Anfang

(2010sdafrika-Redaktion)

Am 15. Januar 2014 trat der südafrikanische Comedian Trevor Noah im Quatsch Comedy Club Berlin von Thomas Hermann auf. Bei seiner Deutschlandpremiere präsentierte er die Show „The Racist“ – in englischer Sprache wohlbemerkt. Und trotzdem gelang dem Südafrikaner der Ausverkauf. Schon Wochen vor dem Auftritt gab es keine Karten mehr zu kaufen.

© Der in Soweto aufgewachsene Comedian Trevor Noah ist ein Star in der südafrikanischen Comedyszene. Mitte Januar 2014 trat er zum ersten Mal in Deutschland mit einem englischen Programm im Quatsch Comedy Club Berlin auf. Die Nachfrage war groß. Noah wird mit Sicherheit nochmal nach Deutschland kommen. (Quelle: flickr/ Dinilohlanga Mekuto)

© Der in Soweto aufgewachsene Comedian Trevor Noah ist ein Star in der südafrikanischen Comedyszene. Mitte Januar 2014 trat er zum ersten Mal in Deutschland mit einem englischen Programm im Quatsch Comedy Club Berlin auf. Die Nachfrage war groß. Noah wird mit Sicherheit nochmal nach Deutschland kommen. (Quelle: flickr/ Dinilohlanga Mekuto)

Noah machte sich außerhalb Südafrikas bislang ausschließlich in den USA und in Großbritannien einen Namen als Stand-Up-Comedian, der die Lebenswirklichkeit in seiner Heimat ins Zentrum der eigenen Darbietung rückt. Der Sohn eines schweizerischen Vaters und einer südafrikanischen Mutter ist im Township Soweto aufgewachsen. Im jungen Alter musste sich Noah als Coloured mit der harten Realität der Apartheid auseinandersetzen.

Hunger, Kälte und Rassentrennung waren für ihn keine abstrakten Begriffe, sondern vielmehr erlebte Alltagsrealität. Seit 2008 tritt nun Noah als Comedian auf, um seine Erlebnisse humoristisch aufzuarbeiten. Sein Publikum gehört grundsätzlich der Mittelschicht an, bestehend aus allen Ethnien.

Der Journalist Felix Stephan, der für ZEIT ONLINE einen Artikel zum Auftritt des Südafrikaners im Quatsch Comedy Club verfasste, hielt die Herausforderung des Künstlers am Kap wie folgt fest: „Es kam vor, dass Noah ein weißes, rassistisches Publikum vor sich hatte, das aus den falschen Gründen lachte, wenn er das Klischee eines afrikanischen Wilden karikierte.

In seiner Show „The Racist“ greift er die Schwierigkeiten während seiner Kindheit auf. Er thematisiert beispielsweise das Verhalten seiner schwarzen Mutter, die bei jeder Polizeistreife im Apartheidsstaat so tat, als wäre der Mischling nicht ihr Sohn. Bloß nicht den Verdacht aufkommen zu lassen, als hätte eine schwarze Frau mit einem weißen Mann ein farbiges Kind zur Welt gebracht. Dies stellte einen ernsten Verstoß gegen die Rassengesetze dar.

Doch Noah bedient sich in seinen Shows längst nicht nur den eigenen Erlebnissen. Vielmehr greift er auch aktuelle politische Entwicklungen auf, etwa die rhetorischen Fähigkeiten von Staatspräsident Jacob Zuma. Einen hohen Politiker lächerlich zu machen, erweist sich auch im neuen Südafrika als neues Terrain für Comedians. Nicht viele seiner Kollegen haben den Mut hierzu.

Sicher ist, dass Trevor Noah öfters nach Deutschland kommen wird. Denn zu groß war die Nachfrage des deutschen Publikums, das südafrikanischen Comedy live miterleben wollte. Thomas Hermann hatte mit seinem Quatsch Comedy Club das richtige Gespür gehabt. Die Öffentlichkeit darf gespannt sein.

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