Bewegung im Mordfall Anni Dewani

Brite Dewani verliert Abweisung eines Auslieferungsersuchens der Justiz Südafrikas

(Autor: Ghassan Abid)

Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Shrien Dewani, ein Brite indischer Abstammung, verlor am gestrigen Freitag vor dem High Court in London seine Abweisung eines Auslieferungsersuchens der südafrikanischen Justiz. Die Richter machten unmissverständlich klar, dass sofern sich der Gesundheitszustand des Angeklagten stabilisiert hat, er mit einer unverzüglichen Auslieferung zu rechnen hat.

    © Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Ihr Witwer Shrien Dewani verlor am gestrigen Freitag seine Abweisung eines südafrikanischen Auslieferungsersuchens. Der High Court in London macht den Weg für einen Strafprozess am Kap frei. Doch der Angeklagte kann noch in die Revision gehen. (Quelle: Privat)

© Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Ihr Witwer Shrien Dewani verlor am gestrigen Freitag seine Abweisung eines südafrikanischen Auslieferungsersuchens. Der High Court in London macht den Weg für einen Strafprozess am Kap frei. Doch der Angeklagte kann noch in die Revision gehen. (Quelle: Privat)

Shrien Dewani stammt aus einem reichen bürgerlichen Elternhaus. Nach seinem Studium zum Wirtschaftsprüfer arbeitete er für das Unternehmen Deloitte und die Stadtverwaltung von London. 2009 lernte er die Schwedin indischen Ursprungs, Anni Hindocha, kennen. Sie modelte in England. Im Oktober 2010 heirateten schließlich beide im indischen Mumbai und Anni Hindocha übernahm den Namen ihres Mannes. Sie sollen sehr glücklich gewesen sein, schildern Familie und Freunde ihren Eindruck vom Paar.

Doch als die frisch Getrauten ihre Flitterwochen in Südafrika verbrachten, kehrte eine unerwartete Kehrtwende ein. Am 7. November 2010 landeten Shrien und Anni Dewani am Cape Town International Airport. Am 13. November 2010 dinierten beide in einem Strandrestaurant und setzten ihren „slum tourism“ in Gugulethu fort, einem Township bei Kapstadt. Zola Tongo wurde als Taxifahrer gebucht.

Doch das Fahrzeug wurde an jenem Tag von zwei bewaffneten Männern überfallen. Zu fünft fuhren sie ohne Ziel in Gugulethu herum, bis Shrien Dewani und Zola Tongo aus dem Fahrzeug geworfen wurden. Die Fahrt setzten die Kidnapper mit Anni alleine fort. Ein Tag später wurde die Schwedin im Township Khayelitsha von Polizeibeamten im selben Taxi tot aufgefunden.

Seit dem Vorfall vom 13. November 2010 steht Shrien Dewani im dringenden Tatverdacht, den Mord an seiner Ehefrau in Auftrag gegeben zu haben. Bereits drei Jahre versucht die Staatsanwaltschaft in Südafrika bei den britischen Behörden die Auslieferung Dewanis zu erwirken. Allerdings befindet sich der Angeklagte aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands in psychiatrischer und ärztlicher Behandlung.

Unterdessen zeigte die Justiz am Kap einen harten Kurs gegen die Beteiligten im mutmaßlichen Mordkomplott gegen Anni Dewani. Der Taxifahrer Zola Robert Tongo ist zu einer 18-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die beiden Auftragsmörder Mziwamadoda Qwabe und Xolile Mngeni müssen für 25 Jahre bzw. lebenslang hinter Gittern.

Die kürzliche Abweisung der Auslieferung stellt eine schwere Niederlage für Dewani dar. Stets versuchte er ein Verfahren am Kap abzuwenden. Die Haftbedingungen in südafrikanischen Gefängnissen würden für ihn ein Risiko darstellen, vor allem im Hinblick auf sexuelle Übergriffe durch Mitgefangene. Ferner hat Dewani über sein Verteidigerteam verlauten lassen, dass er von keinem fairen Prozess in Südafrika ausgeht.

Allerdings hat der mutmaßliche „Flitterwochen-Mörder“, wie er in der britischen Presse auch genannt wird, die Möglichkeit sich weiterhin gegen die Auslieferung zur Wehr zu setzen. So steht ihm der Gang zum Obersten Gerichtshof in Großbritannien, dem Supreme Court in London, oder zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg, offen. Eine fortwährende Verzögerung der Auslieferung gilt somit als sicher.

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