Schlechte Kap-Wirtschaftsnachrichten dauern an

Südafrika könnte durch Nigeria als neue Wirtschaftsmacht Afrikas abgelöst werden, so tagesschau.de

(Autor: Ghassan Abid)

Das südlichste Land Afrikas befindet sich gegenwärtig im heißen Wahlkampf, der vor allem in den Medien ausgetragen wird. Journalisten sind sich ihrer Macht der Meinungsbeeinflussung bewusst und konzentrieren sich vor allem auf solche Themen, die bei der fünften Parlamentswahl im Post-Apartheids-Südafrika eine Bedeutung spielen. Die Wirtschaftslage nimmt aktuell eine Schlüsselrolle ein. Nun geht tagesschau.de von einer möglichen Verdrängung Südafrikas durch Nigeria als neue Wirtschaftsmacht Afrikas aus.

© tagesschau.de berichtete gestern über die Wirtschaftslage in Südafrika und warnt zugleich, dass Nigeria die neue führende Wirtschaftsmacht Afrikas werden könnte. Unrecht hat der zuständige Journalist Jan-Philippe Schlüter vom ARD-Hörfunkstudio Johannesburg mit dieser These nicht. (Quelle: Screenshot)

© tagesschau.de berichtete gestern über die Wirtschaftslage in Südafrika und warnt zugleich, dass Nigeria die neue führende Wirtschaftsmacht Afrikas werden könnte. Unrecht hat der zuständige Journalist Jan-Philippe Schlüter vom ARD-Hörfunkstudio Johannesburg mit dieser These nicht. (Quelle: Screenshot)

Jan-Philippe Schlüter vom ARD-Hörfunkstudio Johannesburg verfasste den gestern veröffentlichten Artikel „Afrikas Nummer eins auf Abstiegskurs“, der auf sachlicher Grundlage die gegenwärtige Wirtschaftssituation unter die Lupe nimmt. Das Resultat ist ernüchternd: Hohe Arbeitslosigkeit, niedriges Wirtschaftswachstum und zu wenig ausländische Investitionen haben das Land fest im (Würge-)Griff.

Für den einzelnen Bürger dürfte die Inflation im Wahlkampfjahr 2014 das am meist spürbare Thema darstellen. Der Frust ist groß, dass man mit immer weniger verfügbarem Einkommen auskommen muss. Die Lebensmittelpreise steigen schneller als die Löhne, hört man wiederholt. Der Rand-Währungsverfall verdeutlicht das angespannte Marktklima. Deshalb musste kürzlich die Zentralbank Südafrikas den Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf 5,5 Prozent anheben. Diese geldpolitische Maßnahme ging als Schlagzeile um die Welt.

Nichtsdestotrotz muss festgehalten werden, dass die Republik Südafrika auch trotz der gegenwärtigen Minenkrise als politisch stabiles Land eingestuft werden kann – zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Doch Experten warnen bereits vor einer Manifestation sozialer Unruhen. Die Regierung in Pretoria sollte endlich handeln und eine aktivere Wirtschaftspolitik umsetzen, fordern Ökonomen.

Ansonsten droht dem Land ein Abstieg, der anderen afrikanischen Staaten wie Nigeria oder Ägypten zum Vorteil werden könnte. „Doch Nigeria ist kurz davor, mit seinen milliardenschweren Öleinnahmen Südafrika von Platz 1 zu verdrängen“, hält ARD-Korrespondent Schlüter mit mahnenden Worten fest. Die Aufholjagd der Westafrikaner hat längst begonnen.

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