Demokratische Allianz versinkt in der Peinlichkeit

Rückzug von Mamphela Ramphele als DA-Spitzenkandidatin verursacht Imageschaden. Vorwurf der Intrige

(2010sdafrika-Redaktion)

Im vergangenen Monat veröffentlichte die Demokratische Allianz (DA) , die wichtigste Oppositionspartei Südafrikas, eine Erklärung der bekannten Bürgerrechtlerin Mamphela Ramphele. Sie kündigte ihre eigene Kandidatur als Präsidentschaftskandidatin der DA an und hielt fest: „Ich glaube diese Entscheidung ist im besten Interesse Südafrikas“. Allerdings entpuppte sich diese Wahrscheinlichkeitsvermutung als absoluter Reinfall für die Opposition. Der Imageschaden für die DA ist gewaltig. Der ANC profitiert vom Nichtstun.

    © Die größte Oppositionspartei Südafrikas, die Democratic Alliance (DA), hat einen gewaltigen Imageschaden erlitten. Mamphela Ramphele sollte als Präsidentschaftskandidatin der DA in den Wahlkampf ziehen. Die Meldung ging als Schlagzeile um die Welt. Doch Ramphele zog überraschend ihre Kandidatur zurück. Ihr wird nun eine Intrige vorgeworfen. (Quelle: flickr/ Agang SA)

© Die größte Oppositionspartei Südafrikas, die Democratic Alliance (DA), hat einen gewaltigen Imageschaden erlitten. Mamphela Ramphele sollte als Präsidentschaftskandidatin der DA in den Wahlkampf ziehen. Die Meldung ging als Schlagzeile um die Welt. Doch Ramphele zog überraschend ihre Kandidatur zurück. Ihr wird nun eine Intrige vorgeworfen. (Quelle: flickr/ Agang SA)

Von der historischen Erklärung vom 28. Januar 2014 wird lediglich eine historische Peinlichkeit in Erinnerung bleiben. Die Demokratische Allianz fuhr ihre gesamte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit aus, um die Kandidatur der bekannten schwarzen Bürgerrechtlerin in die Öffentlichkeit zu streuen.

Südafrikanische und ausländische Medien berichteten über das Bündnis zwischen der Journalistin Helen Zille und der studierten Medizinerin Mamphela Ramphele. Ein gemeinsamer Kuss für die Fotografen machte als symbolischer Akt die Runde. Im Anschluss tauchten in der tagesaktuellen Berichterstattung wiederholt solche Meldungen auf, die Ramphele zunehmend ins Zentrum der DA rückten. Ihre eigene Partei, die Agang South Africa, würde mit der „White Party“ fusionieren und Ramphele die DA-Mitgliedschaft annehmen, hieß es.

Am 2. Februar 2014, an einem Sonntag, sollte im Rahmen eines Treffens zwischen der DA-Führung und Ramphele das Bündnis in die Förmlichkeit übertragen werden. Doch beim Meeting gab die Mitbegründerin der „Black Consciousness Movement“, einer schwarzen Bürgerrechtsbewegung aus der Apartheidsära, zum Entsetzen der Beteiligten bekannt, dass sie nicht mehr kandidieren wolle.

Helen Zille wirft Ramphele aktuell vor, ganz bewusst ein „Katz-und-Maus-Spiel“ betrieben zu haben. „Man kann ihr nicht vertrauen“, bedauert Zille den Zick-Zack-Kurs ihrer langjährigen Freundin. Der übermächtigen Regierungspartei ANC kommt diese Schmach mehr als zugute. Sie profitiert von dem Verlust an Glaubwürdigkeit im Oppositionslager und kann somit von eigenen Schwächen ablenken.

Am 3. Februar 2014 meldete sich Ramphele über die Webseite ihrer eigenen Partei ausführlich zu Wort, um sämtliche DA-Meldungen der vergangenen Tage zurückzuweisen. Weder wollte sie jemals ein DA-Mitglied werden, noch war die Rede von einer Fusion zwischen der DA und Agang South Africa. Kurzum: Eine Zusammenarbeit gerne, aber ein Zusammenschluss definitiv nicht.

Einige politische Beobachter und Journalisten werfen der auch als Managerin tätigen Ramphele vor, ganz bewusst der Demokratischen Allianz einen Schaden zugefügt haben zu wollen. Dieser Eindruck erscheint plausibel, wenn man bedenkt, dass die geplatzte Zusammenarbeit mit der DA ihre eigene Partei nun ins Zentrum der Berichterstattung gerückt hat.

Die Agang South Africa hat sich auf Kosten der DA profiliert, heißt es nun im politischen Südafrika. Das Vertrauen von Helen Zille ist gewiss missbraucht worden – durch eine enge Freundin. Politik kann wie es der aktuelle Fall zeigt so hinterhältig sein.

4 Antworten zu “Demokratische Allianz versinkt in der Peinlichkeit

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  3. Mich würde interessieren aus welchen Quellen sich der Autor informiert hat und wieso wichtige Tatsachen einfach unterschlagen werden. Frau Ramphele hat am 28.Januar im untenstehenden SABC Fernsehinterview selbst vom bevorstehenden Zusammenschluß gesprochen und dazu Stellung bezogen. Das muß man einfach auf dem Zettel haben, wenn man sich mit der Thematik beschäftigt und einen Artikel dazu verfasst. Der Imageschaden liegt wohl eher bei Frau Ramphele, die sich wohl im letzten Moment alles anders überlegt hat.

    • Vielen Dank für den Kommentar. Das Interview ist der Redaktion bekannt. Allerdings spricht Ramphele von keiner Fusion, sondern von einem „coming together“. Diese Formulierung findet sich auch auf der Webseite ihrer Partei wieder. In anderen Interviews spricht sie klarer und ganz bewusst von der „collaboration“, also lediglich von einer Zusammenarbeit. https://www.youtube.com/watch?v=KIQ2o5pk4dA

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