Staatsrundfunk weiterhin in der Krise

SABC-CEO Lulama Mkhobo tritt nach nur zwei Jahren im Amt zurück. Chaos im Auckland Park hält an

(2010sdafrika-Redaktion)

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk Südafrikas, die „South African Broadcasting Corporation (SABC)”, muss sich wiederholt von einer führenden Mitarbeiterin trennen. Die oberste Chefin der Rundfunkgruppe, Lulama Mokhobo, erklärte kürzlich ihren Rücktritt. Medienbeobachter überrascht diese Meldung nicht. Denn die Sendergruppe mit Sitz im Auckland Park befindet sich schon seit Jahren unter anderem in einem Führungschaos.

© Die staatliche Rundfunkanstalt SABC befindet sich weiterhin im Führungschaos. Nun trat die oberste Chefin der Mediengruppe, Lulama Mkhobo, von ihrem Posten zurück. Medienbeobachter bewerten die SABC schon länger als einen Spielball der Regierungspartei ANC. (Quelle: flickr/ mngani)

© Die staatliche Rundfunkanstalt SABC befindet sich weiterhin im Führungschaos. Nun trat die oberste Chefin der Mediengruppe, Lulama Mkhobo, von ihrem Posten zurück. Medienbeobachter bewerten die SABC schon länger als einen Spielball der Regierungspartei ANC. (Quelle: flickr/ mngani)

Lulama Mkhobo sollte für insgesamt fünf Jahre den Rundfunk leiten, hatte aber nicht mal die Hälfte ihrer Amtszeit hinter sich gebracht. Im Vorfeld des Rücktritts kam es bereits zu mehreren Versetzungen und Entlassungen innerhalb der SABC, die von Medienbeobachtern als politisch motiviert eingestuft werden.

Wiederholt tritt der Name Hlaudi Motsoeneng in Erscheinung, dem eine starke ANC-Nähe nachgesagt wird. Motsoeneng hat Widersacher systematisch entfernen lassen, um eine staatsnahe Rundfunkarbeit zu gewährleisten. Als Chief Operating Officer (COO) ist er für das operative Geschäft zuständig. In diesem Kontext übt er eine direkte Kontrolle auf die redaktionelle Berichterstattung aus und beeinflusst letztendlich personelle Entscheidungen.

Aktuell soll der umstrittene SABC-Manager zur Resignation von Lulama Mkhobo beigetragen haben, wird in Pressekreisen spekuliert. Der angeschlagenen SABC-Gruppe wird vorgeworfen, ANC-kritische Themen schlichtweg nicht aufzugreifen. Denn diese steht unter dem starken Einfluss des vom ANC regierten Kommunikationsministeriums.

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