Ermittlungen im Mordfall Gemballa ruhen

Exklusiv: Staatsanwaltschaft Stuttgart scheitert mit Rechtshilfeersuchen an Südafrika

(Autor: Ghassan Abid)

Die Leiche des Leonberger Autotuners und Unternehmers Uwe Gemballa wurde am 28. September 2010 – eingewickelt in Plastikfolie – westlich von Pretoria gefunden. Dreieinhalb Jahre nach dem Mord konnte bisweilen keine offizielle Anklage erhoben werden. Nun ist bekannt geworden, dass die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Hauptverdächtigen Radovan Krejcir ruhen mussten.

© Im Mordfall des deutschen Autotuners Uwe Gemballa, dessen Leiche am 28. September 2010 unweit der südafrikanischen Hauptstadt entdeckt wurde, kommen die Ermittlungen nicht voran. Wie die Redaktion von "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" exklusiv erfahren hat, ruhen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen den Hauptverdächtigen Radovan Krejcir. Die südafrikanischen Behörden wirken nicht mit. (Quelle: flickr/ AutotunerStuttgart)

© Im Mordfall des deutschen Autotuners Uwe Gemballa, dessen Leiche am 28. September 2010 unweit der südafrikanischen Hauptstadt entdeckt wurde, kommen die Ermittlungen nicht voran. Wie die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ exklusiv erfahren hat, ruhen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen den Hauptverdächtigen Radovan Krejcir. Die südafrikanischen Behörden wirken nicht mit. (Quelle: flickr/ AutotunerStuttgart)

Claudia Krauth von der Staatsanwaltschaft Stuttgart teilte auf Anfrage der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ mit, dass die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem in Südafrika lebenden Tschechen Krejcir derzeit ruhen. Als Grund für diesen Stillstand nannte die Staatsanwaltschaft, dass die südafrikanischen Behörden „keine tragfähigen Informationen“ übermitteln.

Auf die Auskünfte aus Südafrika warten die deutschen Ermittler aber weiterhin, heißt es in der Stellungnahme weiter. Radovan Krejcir, Südafrikas wohl einflussreichster Unterweltboss, sitzt gegenwärtig in U-Haft. Ihm wird nachgesagt, den Mord an Uwe Gemballa in Auftrag gegeben zu haben. Beweise hierzu konnten allerdings noch nicht vorgelegt werden.

Ebenfalls heißt es aus deutschen Justizkreisen, dass gegen den Krejcir-Freund Willi Karl Balthasar Breuer zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ermittelt werde. Das Auswärtige Amt hat auf Anfrage von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ nun bestätigt, dass der dubiose Geschäftsmann mittlerweile nach Deutschland abgeschoben wurde.

Sollten die Behörden in Südafrika weiterhin untätig bleiben, so ist mit der Einschaltung der Deutschen Botschaft in Pretoria zu rechnen. Hinter den Kulissen soll es bereits von deutscher Seite aus mehrfach Versuche gegeben haben, Licht in den Mordfall zu bringen. Wiederholt wurden die Kollegen am Kap um Unterstützung gebeten – bislang ohne Erfolg. Der öffentliche Druck dürfte weiter steigen, sofern dieser Stillstand fortbestehen bleibt.

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