Konfrontationskurs mit Sebastian Edathy

„Herr Edathy hat mich gebeten Ihnen mitzuteilen, dass er Ihnen kein Interview geben möchte.“

(2010sdafrika-Redaktion)

Sebastian Edathy zählt mit Abstand zu dem Kreis der Bundestagsabgeordneten, die mit Ehrgeiz, Leidenschaft und Geduld ihrer politischen Arbeit nachgegangen sind. Als damaliger Vorsitzender des NSU-Untersuchungsausschusses wollte die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den SPD-Politiker zu den Südafrika-Bezügen des Abschlussberichts interviewen. Im November 2013 ging die Presseanfrage raus. Doch die Rückmeldung aus dem Büro Edathy löste bei den zuständigen Redakteuren bloßes Entsetzen aus. Der ehemals beliebte Politiker zeigte sich von einer unangenehmen Seite.

    © Wie ist Sebastian Edathy als Privatmensch tatsächlich? In der Öffentlichkeit tritt er als Saubermann auf, der sich für die Aufklärung des NSU-Debakels engagierte. Doch hinter der Kulissen wirkte der SPD-Politiker anders als erwartet. Der Redaktion von "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" zeigte er seine unangenehme Seite. (Quelle: flickr/ blu-news.org)

© Wie ist Sebastian Edathy als Privatmensch tatsächlich? In der Öffentlichkeit tritt er als Saubermann auf, der sich für die Aufklärung des NSU-Debakels engagierte. Doch hinter der Kulissen wirkte der SPD-Politiker anders als erwartet. Der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ zeigte er seine unangenehme Seite. (Quelle: flickr/ blu-news.org)

Das NSU-Trio wollte nach Geheimdienstberichten aus Thüringen von Deutschland nach Südafrika flüchten, war mehrfach basierend auf Informationen eines V-Mannes zu lesen. Dr. Claus Nordbruch soll in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle gespielt haben. Diese Erkenntnisse wollte die Redaktion mit Sebastian Edathy erörtern und ferner diesbezügliche Hintergründe erfragen. Dementsprechend ging am 19. November vergangenen Jahres eine Interview-Anfrage an sein Bundestagsbüro raus.

Einen Tag später bereits erfolgte die Rückmeldung einer Mitarbeiterin Edathys. In der schriftlichen Antwort des Bundestagsbüros hieß es: „Herr Edathy hat mich gebeten Ihnen mitzuteilen, dass er Ihnen kein Interview geben möchte.“ Was ist geschehen, fragten sich die mit deutschem Rechtsextremismus in Südafrika befassenden Redakteure, um solch eine abwertende Nachricht zu erhalten.

Wiederholt hatte sich das eigene Online-Medium für die Bekämpfung von Rassismus und Rechtsextremismus eingesetzt. Unmittelbar nach Eingang der skurrilen Nachricht hakte nun die Chefredaktion persönlich nach, warum der Abgeordnete für den Wahlkreis Nienburg-Schaumburg für ein Interview nicht zur Verfügung stand. Denn noch nie in der Geschichte von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ ist solch eine abwertende Mail eingegangen.

Zehn Minuten später revidierte die Mitarbeiterin die Worte des Abgeordneten wie folgt: „Ich habe mich vielleicht unglücklich ausgedrückt. Herr Edathy ist im Moment zeitlich sehr stark eingebunden …. sodass ein Interview leider nicht möglich ist.“ Im weiteren Tagesverlauf des damaligen Mittwochs ist die Korrespondenz mit einer redaktionellen Beschwerde beendet worden.

Dieses persönliche Erlebnis mit Edathy, der zurzeit mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover konfrontiert ist, wird deshalb aufgeführt, da gegenwärtig nach der Glaubwürdigkeit des Bundestagsabgeordneten spekuliert wird. Wie ist Edathy tatsächlich, fragt sich die deutsche Presse. Ist ihm zuzutrauen, ein Konsument von Kinderpornografie zu sein. In Anbetracht der unglücklichen Korrespondenz hat sich der eigene Eindruck erhärtet, dass der SPD-Politiker zumindest das Anliegen unserer Redaktion nicht richtig einschätzen konnte und nicht wusste, was er tat bzw. ausrichten ließ.

Sebastian Edathy widerspricht vehement im Besitz kinderpornografischen Materials zu sein. Er hielt zu den Anschuldigungen gegen seine Person fest, dass „die Durchsuchungen nicht nur unverhältnismäßig waren, sondern im Widerspruch zu rechtsstaatlichen Grundsätzen stehen“. Die kanadische Polizei soll Hinweise zum SPD-Politiker geliefert haben, die im Zusammenhang mit der Operation „Spade“ im November 2013 standen.

Damals sprengten die Behörden einen internationalen Kinderpornoring, der unter anderem Verbindungen nach Südafrika aufzeigte. Unterdessen hat sich der Edathy-Fall zu einen Politskandal entwickelt, dem der Bundesagrarminister Hans-Peter Friedrich (CSU) zum Opfer gefallen ist. Auch die SPD steht nun in Verdacht, womöglich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft behindert zu haben. Was wusste die SPD-Spitze und was wurde Edathy an vertraulichen Informationen zugetragen. Die weiteren Entwicklungen sind abzuwarten.

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