Lichtblick-Kolumne: Initiativen ausm Township

Die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) im Nelson Mandela Township in Port Alfred

(Autorin: Melanie Akerboom berichtet in ihrer Kolumne über innovative Projekte aus den Townships. Gegenwärtig ist sie als Fotografin tätig. Im Vorfeld studierte sie Social Entrepreneurship in London, verbunden mit Arbeitseinsätzen in Südafrika.)

Nachdem ich letztes Mal über den Ilizwi Photo Club geschrieben habe, möchte ich diesmal die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) vorstellen. PYDO kümmert sich um gefährdete und benachteiligte Kinder und Jugendliche, sowie Waisen, im Alter von 4-24 Jahren. Die gemeinnützige Organisation, die als Non-Profit-Organisation (NPO) registriert ist, ist im Nelson Mandela Township in Port Alfred aktiv.

© Die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) ist im Nelson Mandela Township in Port Alfred aktiv. Die Non-Profit-Organisation kümmert sich um gefährdete und benachteiligte Kinder und Jugendliche. Lichtblick-Kolumnistin Melanie Akerboom schaute sich das Projekt vor Ort an.

© Die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) ist im Nelson Mandela Township in Port Alfred aktiv. Die Non-Profit-Organisation kümmert sich um gefährdete und benachteiligte Kinder und Jugendliche. Lichtblick-Kolumnistin Melanie Akerboom schaute sich das Projekt vor Ort an.

Port Alfred ist ein kleiner Küstenort am Ostkap und liegt genau zwischen Port Elisabeth und East London. Der Ort ist vor allem im Sommer, aber auch um die Osterfeiertage herum, bei einheimischen Touristen beliebt – leidet allerdings unter Saisonabhängigkeit. Die durch die Apartheid bedingte Wohnsituation, die Trennung der schwarzen von der weißen Bevölkerung, ist leider immer noch traurige Realität. Ferner ist der Qualitätsunterschied von teuren privaten und öffentlichen Schulen, worüber regelmäßig berichtet wird, auch in Port Alfred vorzufinden.

Unabhängig davon ist es so, dass nicht mal jedes Kind in Südafrika eine Schule besucht und diese auch beendet. Dies war auch Noluthando Mabaso, einer einheimischen Jugendarbeiterin, bewusst und somit entschloss sie sich 2007 die PYDO zu gründen. Die Mission von PYDO ist es eine Umgebung zu erschaffen, bei denen die benachteiligten Kinder und Jugendlichen gefördert werden und sich weiterentwickeln können. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Schüler die aus verschiedenen Gründen aus der Schule ausgetreten sind, wieder in die Schule zu reintegrieren.

Unterstützung wird den jungen Menschen in verschiedenen Bereichen angeboten. Angefangen bei der Hausaufgabenbetreuung über psychologische Beratung & Therapie, bis hin zur HIV/AIDS-Aufklärung. Noluthando möchte, dass PYDO ein Ort ist, in dem sich die Kinder und Jugendliche wohl- und sicher fühlen. Ihre Idee ist es eine Lerngesellschaft zu schaffen. Sie möchte, dass die jungen Menschen gerne zur Schule gehen und verstehen, wie wichtig eine abgeschlossene Schulausbildung für ihre Zukunft ist.

© Die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) bei einem Auftritt an der Stenden Unversität in Port Alfred.

© Die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) bei einem Auftritt an der Stenden Unversität in Port Alfred.

© Die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) im Nelson Mandela Township in Port Alfred.

© Die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) im Nelson Mandela Township in Port Alfred.

Trotz der Gründung in 2007 konnte Noluthando erst in 2011 richtig loslegen. Sie traf sich mit 20 Schülern in einem Containergebäude im Township, welches ihr für die Anfänge zur Verfügung gestellt wurde. Inzwischen ist die PYDO in ein ungenutztes Geschäftsgebäude umgezogen. Die Nachfrage für einen Platz in der Organisation ist laut Noluthando groß, jedoch die Anzahl der zu aufnehmenden Jugendlichen aus Kapazitätsgründen sehr begrenzt.

Probleme bereitet der Organisation vor allem die mangelnde Unterstützung von Freiwilligen, da diese nicht bezahlt werden können. Auch ich musste lernen, dass Freiwilligenarbeit in Südafrika anders aussieht als in Deutschland. Bei uns bedeutet Freiwilligenarbeit, in der Regel, dass man sich ehrenamtlich, also unbezahlt engagiert. In Südafrika stellte ich fest, dass Einheimische eigentlich immer ein kleines Gehalt für ihren Einsatz erwarten. Somit ist es nicht verwunderlich, dass am ehesten Studenten der ortansässigen Universität bereit sind sich ehrenamtlich zu engagieren, denn dies zählt immerhin als eine praktische Erfahrung im Lebenslauf. Ein anderes Problem ist die instabile finanzielle Situation und der Zugriff auf ungenügende Fördergelder.

© Melanie Akerboom berichtet als Lichtblick-Kolumnistin von "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" über innovative Projekte aus den Townships.

© Melanie Akerboom berichtet als Lichtblick-Kolumnistin von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ über innovative Projekte aus den Townships.

Aber wie auch schon der indische Wirtschaftsprofessor Antil Gupta von dem Standpunkt ausging: Not macht erfinderisch. Da die Jugendlichen musikalisches Talent und Interesse haben, bietet die Organisation nun regelmäßige Tanz-und Gesangsauftritte im Ort an und sammelt im Nachgang freiwillige Spenden für ihren Einsatz ein. Ich selber habe mir zwei dieser Veranstaltungen angeschaut und muss sagen, dass die Jugendlichen sichtlich Spaß dabei hatten, ihr Können zu zeigen.

Um mehr Unterstützung für die Organisation zu bekommen, versucht Noluthando nun die Schüler, die den Grade 12 abgeschlossen haben, zum Mitmachen zu motivieren. Denn diese sind nach Beenden der Schule meist erstmals arbeitslos und können die praktische Erfahrung nutzen, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Dennoch, trotz der Höhen und Tiefen die Noluthando bereits meistern musste, muss man eindeutig sagen, dass Sie Durchhaltevermögen und Stärke beweist. Inzwischen wird die Organisation auch von einer Stiftung unterstützt, die 2012 von Studenten gegründet wurde, und über die ich in meinem nächsten Beitrag mehr berichten werde.

Eine Antwort zu “Lichtblick-Kolumne: Initiativen ausm Township

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