„Ich habe Mazibuko erschaffen“

Demokratischer Allianz droht ernster Imageverlust. Helen Zille wirft der Presse gezielte Fehlinformation vor

(2010sdafrika-Redaktion)

Journalisten sind immer wieder den Vorwürfen ausgesetzt, sie hätten ihre Arbeit nicht sauber gemacht, falsch recherchiert oder Tatsachen verzerrt dargestellt. Insbesondere Politiker pflegen in vielen Fällen ein angespanntes Verhältnis zur Presse. Jan-Jan Joubert – eigentlich ein Redakteur der Afrikaaner-Zeitung Beeld – verfasste für die Sunday Times einen Artikel, der die DA-Vorsitzende Helen Zille in Bedrängnis bringt. Das gute Wahlergebnis ist in Vergessenheit geraten. Stattdessen droht der DA ein ernster Imageverlust.

GovernmentZA

© Der Rückzug der DA-Fraktionschefin Lindiwe Mazibuko [im Bild] droht sich zu einem ernsten Imageverlust für Helen Zille zu entwickeln. Die DA-Vorsitzende soll laut der Sunday Times in einer internen Parteisitzung das schwarze Aushängeschild der weißen Oppositionspartei massiv diffamiert haben. Zille weist die Vorwürfe von sich. Vielmehr verfolge die Presse eine gezielte Verbreitung von Fehlinformationen, so die Premierministerin des Westkaps. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

Am vergangenen Freitag trat das DA-Bundespräsidium zu einer internen Sitzung in Johannesburg zusammen. Mit dabei war Helen Zille, die die bisherige Fraktionschefin Lindiwe Mazibuko nach ihrer Bekanntgabe einer einjährigen Auszeit in den USA massiv attackiert haben soll. Denn am 11. Mai erklärte Mazibuko ihren Rückzug aus der Politik, bedingt durch parteipolitische Differenzen [die Redaktion berichtete]. Von der DA-Führung soll niemand über diesen überraschenden Entschluss vorab informiert worden sein.

Das schwarze Aushängeschild der DA wäre ohne Zille nicht zu der Politikerin geworden, die sie heute darstellt. „Ich habe Mazibuko erschaffen“, so die angebliche Kernaussage der deutschstämmigen Premierministerin des Westkaps. Außerdem habe Zille ihren Zögling als „inkompetent“ bezeichnet und ihr mehrfach „helfen“ müssen. Von der einstigen Wertschätzung war in der Sitzung kaum mehr etwas zu spüren, hielt Joubert fest.

Am selben Tag noch, unmittelbar nach der Artikelveröffentlichung, sah sich Zille dann zu einer scharfen Reaktion veranlasst. Sie wirft der Sunday Times die absichtliche Verbreitung von Fehlinformationen vor. Demnach soll sie zu keinem Zeitpunkt gesagt haben, dass Mazibuko ohne Zille nichts wäre. Auch habe sie Mazibuko keineswegs diffamiert, so die DA-Vorsitzende. Vielmehr strebe die Sunday Times einen DA-internen Konflikt an. Mazibuko hat bereits erklärt, die aktuellen Geschehnisse nicht zu kommentieren.

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