Lichtblick-Kolumne: Initiativen ausm Township

Die Ayoba Foundation in den Niederlanden, die die Jugend in den Townships unterstützt

(Autorin: Melanie Akerboom berichtet in ihrer Kolumne über innovative Projekte aus den Townships. Gegenwärtig ist sie als Fotografin tätig. Im Vorfeld studierte sie Social Entrepreneurship in London, verbunden mit Arbeitseinsätzen in Südafrika.)

Wie bereits im letzten Bericht angedeutet, möchte ich diesmal die Ayoba Foundation vorstellen. Dafür habe ich die Gründerinnen Lyan Kroondijk (23), Sabine Koene (23) und Barbara Sander (27) nach ihrer Gründungsmotivation und nach ihren Erfahrungen in Südafrika befragt. Alle Drei haben 2010 aufgrund ihres Studiums einige Monate in Port Alfred im Ostkap verbracht und waren dort in unterschiedlichen sozialen und humanitären Projekten involviert.

Ayoba Foundation

© Die Ayoba Foundation ist im Nelson Mandela Township in Port Alfred aktiv. Die aus den Niederlanden heraus operierende Stiftung bietet finanzielle Hilfe für gemeinnützige Organisationen, die sich auf die Entwicklung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen aus den Townships spezialisiert haben. Lichtblick-Kolumnistin Melanie Akerboom schaute sich die Stiftungsarbeit an.

Für Lyan war der erste Eindruck von Südafrika, am Flughafen in Kapstadt, erst mal überraschend; sie hatte sich Afrika irgendwie anders vorgestellt. Was viele nicht wissen ist, dass Südafrika im Gegensatz zu vielen anderen afrikanischen Ländern eine recht gute Wirtschaft und Infrastruktur hat. Zudem bekommt man auf den ersten Blick, vor allem im touristischen Kapstadt, von der Armut die es im Land gibt auch nicht viel mit. Die Townships, in denen die ärmere und hauptsächlich schwarze sowie farbige Bevölkerung wohnt, liegen meist außerhalb der Stadtgrenze. Was Barbara direkt bei ihrer Anreise imponiert hat, war die freundliche und offene Art der Südafrikaner. Sie hat sich sofort willkommen gefühlt.

Die Ayoba Foundation wurde im März 2012 gegründet und bietet finanzielle Hilfe für gemeinnützige Organisationen, die sich auf die Entwicklung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen aus südafrikanischen Townships spezialisiert haben. Das ultimative Ziel der Stiftung ist es, die Organisationen zur nachhaltigen Entwicklung zu verhelfen, so dass diese unabhängig und selbsttragend werden. Motiviert hat die Drei die Lebensweise und Mentalität der Südafrikaner. Und nachdem sie selber viel Zeit und Energie in soziale Projekte vor Ort gesteckt hatten, beschlossen sie sich weiterhin für benachteiligte junge Menschen zu engagieren. Durch die Stiftung können sie dazu beitragen, dass die Kinder und Jugendlichen eine bessere Zukunft bekommen.

Das Südafrika noch mit vielen Problemen zu kämpfen hat, ist kein Geheimnis. Auf ihrer Webseite weisen die Drei darauf hin, dass Armut nicht selten zu Schulabbrechern, Teenagerschwangerschaften, Alkohol- und Drogenproblemen, Prostitution und Kriminalität führen. Sie berichten aus ihren Erfahrungen im Nelson Mandela Township, dass die Einheimischen noch immer Unterstützung erwarten anstatt versuchen sich selber zu helfen. Sabine findet, dass die Einheimischen zwar gute Ideen zur Lösung von Problemen haben, nur fehlt es ihnen oft an Motivation und Selbstvertrauen um die nötige Verantwortung zu übernehmen. Barbara erzählt darüber, dass man als weißer Europäer manchmal auch als „der Reiche“ angesehen wird und manche sich nur deswegen mit einem anfreunden wollen. Sie hat gelernt, dass man Vorsichtig sein muss, wen man vertraut. Sie berichtet auch über das fehlende Vertrauen zwischen der weißen und schwarzen Bevölkerung.

Ayoba Foundation

© Bisher unterstützt die Ayoba Foundation nur die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) in Port Alfred.

Bisher unterstützt die Ayoba Foundation nur die Phumelela Youth Development Organization (PYDO), u.a. weil diese das Kriterium erfüllt als gemeinnützige Organisation registriert zu sein. Auf der anderen Seite haben Lyan, Barbara und Sabine die Gründerin von PYDO persönlich kennengelernt und konnten die Entwicklungen der Organisation vor Ort verfolgen. Dies hat ihnen gezeigt, wie motiviert Noluthando Mabaso ist und wie viel Energie sie in ihre Organisation steckt. Sie sehen die finanzielle Unterstützung als eine Art Belohnung und  Noluthando als Vorbild an.

Sabine reflektiert, dass sie ohne den „Humanitarian Management“-Kurs an der Stenden Universität keinen so guten Einblick in das Land, den Menschen und den Kulturen bekommen hätte. Dadurch, dass sie über Monate mit Einheimischen zusammen in einer gemeinnützigen Organisation gearbeitet hatte, wurde sie mit der Armut der dort lebenden Menschen konfrontiert und hat nun ein geteiltes Bild über das Land. Sie möchte von daher jedem Südafrika-Reisenden den Tipp geben, sich mit den Einheimischen auseinander zu setzen, denn nur so sei man erst in der Lage einen richtigen Überblick von der Vielfältigkeit, aber auch Ungleichheit im Land zu bekommen.

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© Zwei Niederländerinnen und eine Deutsche – Lyan Kroondijk (23), Sabine Koene (23) und Barbara Sander (27), gründeten im März 2012 die Ayoba Foundation.

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© Die Ayoba Foundation ist gegenwärtig damit bemüht, die Kommunikation zwischen der Stiftung in den Niederlanden und den Organisationen in Südafrika zu verbessern.

Zurzeit wird nach einen Ansprechpartner vor Ort gesucht, damit die Kommunikation zwischen der Stiftung in den Niederlanden und den Organisationen in Südafrika einfacher wird. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit die Stiftung im Bereich Social Media (Facebook & Twitter), Promotion und Fundraising zu unterstützen. Sie würden auch gerne ihr Netzwerk vergrößern und würden sich freuen, wenn sie noch mehr Organisationen in Südafrika unterstützen könnten.

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