Babies bei Geburt in Südafrika verwechselt

Zwei Mütter streiten vor Gericht: Die Eine möchte ihr Kind behalten, die Andere hingegen einen Tausch

(Autor: Ghassan Abid)

Für jedes Elternpaar ist es eine Schreckensmeldung, wenn es erfährt, dass das leibliche Kind nicht bei ihnen lebt, sondern bei fremden Personen. Im Tambo Memorial-Krankenhaus in Boksburg ist eine Verwechslung eingetreten, die genau diese Situation verursacht hat. Vier Jahre nach dem Irrtum streiten sich nun die Mütter vor Gericht. Die Eine möchte ihr leibliches Kind zurück, die Andere hingegen betrachtet das vertauschte Kind als ihres und wehrt sich.

US Army Africa

© In Südafrika streiten sich zurzeit zwei Mütter vor Gericht. Ihre Babies sind vor vier Jahren in einem Krankenhaus verwechselt worden. Die eine Mutter möchte ihr leibliches Kind zurück, die andere hingegen wehrt sich gegen einen Tausch. (Quelle: flickr/ US Army Africa)

Die deutsche Schriftstellerin Gertrud von le Fort prägte den Satz: „Geboren wird nicht nur das Kind durch die Mutter, sondern auch die Mutter durch das Kind.‘‘ Dieses Zitat verdeutlicht, welchen emotionalen Stellenwert die Geburt vor allem für die Mutter einnimmt. Sie ist bereit, für ihren Sprössling alles zu geben. Sogar das eigene Leben würde eine Mutter opfern, wenn sie damit eine Gefahr für ihr Kind abwenden kann.

Umso komplizierter ist der aktuelle Fall aus Südafrika, der nun um die Welt geht. Die Mütter streiten sich vor Gericht, weil eine der Frauen einen Tausch der Kinder möchte. Doch die Justiz möchte vor einer Entscheidung die Meinung von Kinderrechtsexperten der Universität Pretoria einholen. Allerdings erweist sich in einer solchen Konstellation jede Gerichtsentscheidung – egal wie sie ausfällt – zumindest für eine der Streitparteien als ungerecht.

Aufgeflogen ist der Verwechslungsfall, nachdem eine der beiden Mütter wegen der Durchsetzung von möglichen Unterhaltszahlungen einen DNA-Test in Auftrag gab. Doch das Ergebnis erschütterte die Frau. Weder ihr Ex noch sie sind die leiblichen Eltern des Kindes. Mittlerweile hat die staatliche Klinikleitung den eigenen Fehler eingestanden. Mögliche Entschädigungen an die Mütter durch das Krankenhaus sind wie in vergangenen Fällen in Südafrika zu erwarten.

Immer wieder werden einzelne Verwechslungen in den USA, Russland oder Deutschland bekannt. Die „Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)“ in Berlin empfiehlt zur Vermeidung solcher Irrtümer gewisse Standards in Krankenhäusern einzuhalten. Die korrekte Kennzeichnung des Kindes mit Bändchen zum Beispiel nimmt in der dazugehörigen Empfehlung eine wesentliche Rolle ein. Eine hundertprozentige Sicherheit wird es jedoch niemals geben. Die Achtsamkeit der Eltern bleibt unentbehrlich.

 

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