„Südafrika braucht mehr Religion in der Verfassung“

Verfassungsgerichtspräsident fordert mehr Gott im Staat. Zentralrat der Juden signalisiert Zustimmung

(Autor: Ghassan Abid)

Mogoeng Mogoeng ist der einflussreichste Jurist in Südafrika. Der Präsident des Verfassungsgerichts in Südafrika hat sich bei einer kürzlichen Rede an der Stellenbosch Universität dafür ausgesprochen, dass die Religion mehr Einzug in die Verfassung bekommen sollte. Laizistische Organisationen zeigen sich geschockt. Doch Mogoengs Worte stoßen auf eine breite Zustimmung.

GovernmentZA

© Mogoeng Mogoeng, der Präsident des Verfassungsgerichtshofs in Südafrika, fordert eine stärkere Religiosität in Recht und Gesetz, um den Werteverfall am Kap zu stoppen. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

Der strenggläubige Christ Mogoeng kritisierte in seinem Vortrag den zunehmenden Wegfall moralischer Werte. Südafrika bräuchte eine stärkere Religiosität in Recht und Gesetz. Nur wenn Religion mehr Einfluss auf die Verfassung nehmen würde, könne der aktuelle Abwärtstrend gestoppt werden. Korruption, Kriminalität und Misswirtschaft belegen die Notwendigkeit einer Hingabe zu Gott, so der Jurist.

Auch der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Südafrika, der Rabbiner Warren Goldstein, unterstützte die Forderung des Johannesburger Verfassungsrechtlers. „Wir brauchen alle eine gemeinsame Grundlage moralischer Wertvorstellungen“, so Goldstein. Unklar bleibt hingegen, so die Kritiker, inwieweit andere Religionen wie der Islam berücksichtigt werden würden. Auch sei es problematisch, in einer Gott basierten Verfassung die Rechte von Homosexuellen zu gewährleisten.

2 Antworten zu “„Südafrika braucht mehr Religion in der Verfassung“

  1. @Elvenpath

    Lass bitte die südafrikanische Gesellschaft selbst entscheiden, welche Position sie insgesamt dazu einnimmt. Es ist schön, dass du dein „Senf dazu gibst“, aber deine Meinung ist in dem Zusammenhang nebensächlich.

    Ich glaube nicht unbedingt, dass die südafrikanische Mehrheit die Sichtweise des Verfassungsrichters teilt, sollte dies aber so sein, so muss das auch respektiert und akzeptiert werden. In Südafrika gibt es aus deutscher Sicht teilweise befremdlich wirkende Formen der Religiosität, etwa die unter vielen burischen Südafrikaners verbreitete Vorstellung, sie wären ein ausgewähltes Volk, bestimmt dazu in Südafrika die dominante Rolle zu spielen. Unter schwarzen Südafrikanern sind teilweise andere irrationale Glaubensvorstellungen sehr weit verbreitet und es gibt dort leider auch sehr viele Scharlatane die sich als Propheten ausgeben, eigene Kirchen gründen und die armen Leute abzocken, denen es an Bildung und Perspektive fehlt. Das ist teilweise sehr traurig. In dem Zusammenhang kann ich den Lesern empfehlen, bei Youtube nach „Prophet Uebert Angel“ zu suchen – sehr traurig wie viele Menschen auf solchen Unsinn reinfallen.

  2. „Wir brauchen alle eine gemeinsame Grundlage moralischer Wertvorstellungen“

    Genau. Und da Religionen diese nicht bieten können, ist es logisch den Humanismus zu nehmen.
    Aber die Gläubigen möchten den anderen Menschen lieber ihren Willen aufzwingen.
    Und natürlich darf auch die lachhafte Behauptung nicht fehlen, dass die „Hingabe zu Gott“ die Gesellschaft besser macht. Da werden sämtliche religiösen Greueltaten der Geschichte einfach mal ignoriert.

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