Stillstand bei BMW in Südafrika

Nach Ausschreitungen warnen Automobilbauer vor ernsten Folgen für Wirtschaftsstandort

(Autor: Ghassan Abid)

Nachdem der fünfmonatige Streik in den Platinminen Südafrikas beigelegt werden konnte, streiken nun die 220.000 Arbeiter der Metallindustrie. Sie fordern unter anderem eine 12-prozentige Lohnsteigerung und ein Verbot von Arbeitsvermittlern im Automobilsektor. Nach Informationen der Detroit News haben General Motors und BMW ihre Produktion am Kap stoppen müssen, da die Lieferkette unterbrochen ist. In der Branche macht sich Wut breit.

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© BMW kann seit dem 1. Juli keine Autos mehr in Südafrika produzieren. Infolge eines Streiks steht die Produktion im Rosslyn-Werk still. Auch General Motors musste bereits die Arbeiten in seinem Werk in Port Elizabeth stoppen, berichtet Detroit News. (Quelle: BMW South Africa)

Der deutsche Automobilbauer BMW mit seinem Werk in Rosslyn und der US-Konzern General Motors mit Sitz in Port Elizabeth beklagen, dass ihre Zulieferer in den vergangenen Tagen durch die Arbeiterschaft attackiert worden sein sollen. Vertreter der Politik und Wirtschaft verurteilten den Vandalismus und die Zerstörungswut an Standorten der Automobilindustrie. Am vergangenen Freitag sind 26 Personen festgenommen worden.

Die Gewerkschaft „National Union of Metalworkers of South Africa (NUMSA)“ wies entsprechende Vorwürfe zurück, wonach sie für die gewalttätigen Streiks verantwortlich sei. „Wir nehmen diese unbegründeten Anschuldigungen nicht auf die leichte Schulter. Sie sind nur ein billiger Versuch der Arbeitgeber, die Integrität unseres Kampfes für einen existenzsichernden Lohn und bessere Arbeitsbedingungen zu untergraben.“, so NUMSA-Sprecher Castro Ngobese in einer Presseerklärung.

BMW produziert seit dem 1. Juli keine Fahrzeuge mehr. Jeden Tag verbucht das bayerische Unternehmen einen Verlust von 120 Fahrzeugeinheiten, berichtet Detroit News unter Rückgriff auf BMW-Informationen. Der Automobilverband NAAMSA warnte bereits vor ernsten Folgen für den südafrikanischen Wirtschaftsstandort, sollten die Streiks andauern. Zusätzlich drohten einzelne Ratingagenturen mit einer Herabstufung des Kaplandes.

Im vergangenen August hatte BMW schon einmal die Produktion für rund zwei Monate stoppen müssen, nachdem NUMSA das Werk bestreikte. 2.200 Arbeiter protestierten für mehr Geld. Daraufhin legte der Konzern seine Investitionen auf Eis und der damalige Handelsminister Rob Davies bemühte sich um Schadensbegrenzung. Zum Beginn des Streiks bezweifelte BMW auf Anfrage der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ erstmals die Marktattraktivität Südafrikas – die bislang stärkste Kritik BMWs überhaupt.

Eine Antwort zu “Stillstand bei BMW in Südafrika

  1. Das BMW-Werk in Rosslyn und natürlich auch die VW-Fertigung in Uitenhage sofort schließen! Nach Ersatzstandorten kann man sich auch später umsehen, wenn nicht mehr Tag für Tag Millionen € Verluste auflaufen. Daran führt kein Weg vorbei, denn die südafrikanische Industrie hat keine Zukunft mehr – unabhängig davon, was irgendwelche unqualifizierten Dampfplauderer aus dem Umfeld der südafrikanischen Regierung von sich geben.

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