„Dennis W. und Tahir Özbek waren Freunde“

Spurensuche im Wedding: Der mutmaßliche Hells Angels-Tippgeber und seine Kontakte zur Unterwelt

(2010sdafrika-Redaktion)

– Hells Angels-Spezial –

Es ist ein frischer Juni-Tag im Bezirksteil Wedding, dem Arbeiterviertel mit einem hohen Migrantenanteil im Norden Berlins. In der Müllerstraße sind dutzende Internet-Cafés, Shisha-Bars und Döner-Läden zu finden. Die türkische und arabische Sprache hört man hier im Kiez ganz selbstverständlich. Unter der multikulturellen Menschenmenge befindet sich auch Dennis W., der mutmaßliche Tippgeber der Hells Angels.

Dennis W.

© Dennis W. [im Bild] war genauso wie Kadir Padir Mitglied der Bandidos. Beide saßen im Jahr 2008 auf der Anklagebank des Schöffengerichts in Berlin-Moabit. Sechs Jahre später nimmt Dennis W. eine bedeutende Rolle im Berliner Rockerverfahren gegen zehn Höllenengel ein. Er soll den Tipp zum Aufenthaltsort seines ehemaligen Freundes an die Hells Angels gegeben haben. (Quelle: Privat)

Der Deutsch-Türke Dennis W. ist in Berlin-Reinickendorf zur Schule gegangen. Er fiel damals, so ein ehemaliger Mitschüler, mit Machogehabe, frauenverachtenden Sprüchen und protzigem Verhalten auf. Bei einigen Mädels kam er gut an, der Kerl mit einer Vorliebe für teure Sportbekleidung. Heute taucht sein Name im Rockermilieu auf. „Jeder hier kennt ihn“, sagt ein junger Türke, der beim Burger King am Leopoldplatz auf einen Freund wartet.

Ebenfalls bekannt ist auch das freundschaftliche Verhältnis zwischen Dennis W. und dem in Untersuchungshaft sitzenden Berliner Hells Angels-Boss Kadir Padir. Bevor der Ex-Boxer Padir im April 2010 im Rahmen eines „Patch Overs“ zu den Hells Angels übertrat und achtzig Bandidos mitnahm, musste er mit Dennis W. vor dem Schöffengericht in Berlin-Moabit erscheinen.

Die Staatsanwaltschaft warf beiden Banditen vor, am 27. Februar 2008 zwei Mitglieder des Hells Angels MC in Berlin-Spandau überfallen zu haben. Beide Höllenengel wurden regelrecht „misshandelt“. Allerdings konnten weder die Polizei noch der mit dem Fall betraute Staatsanwalt Dirk Eckert ausreichend Beweise für eine Freiheitsstrafe zusammentragen.

In der Konsequenz hatte das Gericht Dennis W. freigesprochen und Kadir Padir kam wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung mit einem blauen Auge davon. Er erhielt eine Bewährungsstrafe. Beide Personen spielen nun im aktuellen Rockerverfahren am Kriminalgericht eine Rolle. Denn soll es Dennis W. gewesen sein, der Tahir Özbek an die Hells Angels verpfiffen hatte.

Aus dem Freundeskreis von Tahir Özbek heißt es, dass Dennis W. und das spätere Mordopfer „sehr enge Freunde“ waren, doch in letzter Zeit beide öfters miteinander in Streit waren. Özbek, selbst der Justiz kein Unbekannter gewesen, sagte gegenüber Dennis W., dass dieser ruhig die Leute von Kadir Padir holen könne. Er habe keine Angst vor einer Konfrontation. Die Hintergründe des Konflikts zwischen den einstigen Kumpels bleiben bisweilen ungeklärt.

Dafür steht fest, dass sich im Oktober vergangenen Jahres eine Auseinandersetzung zwischen Özbek und einigen Hells Angels vor einer Diskothek ereignete, bei welcher ein Rocker verletzt wurde. Der Verletzte gehörte zum Kreis von Kadir Padir, der wiederum seinen Ruf wahren wollte und daher eine harte Reaktion plante, so eine Einschätzung von Kripobeamten. Am 10. Januar kam es dann gegen 23.55 Uhr zur Hinrichtung im Expekt-Wettladen in der Residenzstraße, der den Stein zum größten Rockerverfahren in Berlin ins Rollen brachte. Ein Killerkommando gab innerhalb von zehn Sekunden acht Schüsse ab, die den 26-jährigen Özbek niederstreckten.

Heute ist der Proll mit einem Hang für Luxusautos öfters im Wedding zu sehen. Er tritt ganz offen und unbekümmert in der Öffentlichkeit auf, als wäre nichts geschehen. Angst braucht der mutmaßliche Tippgeber der Hells Angels aber auch nicht zu haben. Denn Dennis W. kennt mehrere Mitglieder krimineller Araber-Clans persönlich, allen voran die der El-Zein- und Abou-Chaker-Großfamilien. In der größten deutschen Stadt sind die Mitglieder beider Clans für ihre Brutalität und kriminellen Machenschaften bekannt. Das LKA Berlin ermittelt seit Jahren gegen einzelne Personen wegen diverser Straftaten.

Tahir Özbek

© Dennis W. und Tahir Özbek [im Bild] waren einst beste Freunde, erinnern sich die Bekannten. Die Umstände des Streits zwischen beiden Personen sind bisweilen ungeklärt. (Quelle Privat)

Wer Dennis W. heutzutage attackieren würde, der müsse damit rechnen, dass entweder die Hells Angels oder die Araber-Clans El-Zein und Abou-Chaker einen selbst ins Visier nehmen, heißt es im Weddinger Kiez. Nicht wenige Leute sind mittlerweile eingeschüchtert. Offen über ihn sprechen will keiner. Inwieweit die Staatsanwaltschaft Berlin den mutmaßlichen Tippgeber im Verfahren gegen die zehn angeklagten Höllenengel vorladen könnte, dazu wollten sich die Strafermittler gegenüber der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht äußern.

8 Antworten zu “„Dennis W. und Tahir Özbek waren Freunde“

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  2. Pingback: Berliner Justiz macht Hells Angels den Prozess | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  3. @NichtNeutral, sehr gut, wenn das so ist, dann erklär das doch bitte mal den Innenministern in Deuschland, dann können sich ja alle Hells Angels dieses Logog auf die Kutten nageln und alles ist schön?! Dann dürfte die Hells Angels dadurch ja nicht strafrechtlich belangt werdn können?! Und im übrigen ist auch die Veränderung eines Logo´s, sofern es dem eigentlichen sehr nahe kommt und das Ziel verfolgt, eben als solches erkannt zu werden gem. dem Copyright bzw. dem Markenrecht rechtswidrig!

  4. Seit ja alle so schlau und gebildet!! Dann solltet ihr auch checken das der hier verwendete „Deathead“ nicht das exakte logo der HA ist!! Somit kein Logoklau oder sonstiger Bullshit !!

  5. Das Verbot in Deutschland, welches meiner Meinung nach zu überprüfen wäre, ist völlig unabhängig davon, dass der Deathead geschützt ist. Mich erinnert die Hetze durch dieses Magazin an die Vergangenheit, warum wird denn nicht darüber berichtet, wie die Polizei in die Firmen geht, wo Hells Angels arbeiten, um die Chefs unter Druck zu setzen, wie sie Auftraggeber unter Druck setzt, dass sie Handwerkern, die den Hells Angels angehören, keine Aufträge mehr geben sollen??? „Kauft nicht bei Rockern“! Das hatten wir alles schon mal……..

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  7. Unser Deathead haben die Behörden verboten!!!

  8. Na, da haben Sie sich ja was vorgenommen! Aber das ist von Ihrem Magazin ja schon bekannt, die Hells Angels lassen sich als Thema ja gut verkaufen? Ich frage mich jedoch, ob dem schlauen Magazin bekannt ist, dass es sich bei dem Deathead, den das Magazin hier so schön als veröffentlich, um ein geschütztes Markenlogo handelt?! Das könnte kosten.

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