Südafrika schlittert in neuen Politskandal

25-jährige Präsidententochter erhält 70.000 Euro-Spitzenjob beim Staat, trotz mangelnder Qualifikation

(Autoren: 2010sdafrika-Redaktion, Ghassan Abid)

Das internationale Image Südafrikas hat infolge unzähliger Korruptionsskandale stark gelitten. Die Nkandla-Affäre – der rechtswidrige Staatszuschuss des Privatdomizils von Präsident Jacob Zuma – ist den Bürgern der Republik im Gedächtnis haften geblieben. Da bahnt sich bereits ein neuer Politskandal an. Der „Mail & Guardian“ hat einen Nepotismusskandal auf höchster Ebene aufgedeckt. Doch das Präsidialamt verweigert wie in der Vergangenheit eine öffentliche Erklärung. Die politische Führung hat nichts dazugelernt.

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© Thuthukile Zuma ist gerade einmal 25 Jahre alt und bereits als Spitzenbeamtin mit einem Jahresverdienst von 70.000 Euro im Telekommunikationsministerium untergebracht – ohne öffentliche Ausschreibung und bei mangelnder Qualifikation. Wäre sie nicht die Tochter von Präsident Jacob Zuma, hätte sie diesen Posten mit Sicherheit nicht bekommen – so die Presse. (Quelle: Privat)

Demnach hat die 25-jährige Tochter des Präsidenten, Thuthukile Zuma, einen Spitzenjob im Telekommunikationsministerium erhalten. Dabei wurde die Stelle weder öffentlich ausgeschrieben noch hat die junge Präsidententochter die notwendige berufliche Erfahrung und Qualifikation, um als Abteilungsleiterin finanzielle und personelle Angelegenheiten zu verantworten.

Thuthukile Zuma arbeitete vorher im Geheimdienstministerium, wechselte jedoch mit dem Minister Siyabonga Cwele ins Telekommunikationsressort. Nun verdient die studierte Anthropologin eine Million Rand pro Jahr, was umgerechnet rund 70.000 Euro jährlich bzw. 5.800 Euro monatlich ausmacht. Für diesen Verdienst bräuchte man in der Regel zehn Jahre Führungserfahrung, hält die Zeitung fest.

Der aktuelle Vetternwirtschaftsskandal hat innerhalb kürzester Zeit für einen Aufschrei in der südafrikanischen Öffentlichkeit gesorgt. Die sozialen Medien sind voll mit wütenden Kommentaren. Etliche Bürger beobachten eine Fortsetzung von Korruption und Missmanagement durch die politische Elite am Kap. Die Regierungspartei ANC gerät erneut in die Kritik. Bei den fünften Parlamentswahlen vom 7. Mai 2014 erzielte die einstige Befreiungsbewegung einen Wahlsieg von über 60 Prozent.

2 Antworten zu “Südafrika schlittert in neuen Politskandal

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