„Neco” erhebt Anspruch auf das Main-Gebiet

Machtkampf zwischen türkischen Hells Angels und deutschen Altrockern in Frankfurt am Main

(2010sdafrika-Redaktion)

– Hells Angels-Spezial –

Das Japan Center am Taunustor ist aufgrund seiner fernöstlichen Architektur eines der prägendsten Bauwerke in Frankfurt am Main. Die rote Granitfassade sticht beim Anblick des Hochhauses hervor. Doch rot war in der Nacht vom 3. zum 4. Juli auch der Gehweg vor dem Gebäude. Eine Schießerei zwischen den Hells Angels hat die hessischen Behörden in Alarmbereitschaft versetzt. Für diese Bluttat soll der türkische Rockerboss Necati Arabaci alias „Neco” verantwortlich sein, heißt es wiederholt innerhalb der Rockerszene.

silberne.surfer

© In der Nacht vom 3. zum 4. Juli ereignete sich die bislang brutalste Auseinandersetzung zwischen türkischen und deuschen Hells Angels. Für die Schießerei am Frankfurter Taunustor [im Bild] ist der türkische Nomads-Präsident Necati Arabaci alias „Neco” verantwortlich, heißt es im Rockermilieu. Die Tat sollte seinen Machtanspruch demonstrieren und gleichzeitig eine Vergeltungsaktion darstellen. (Quelle: flickr/ silberne.surfer)

Gegen 23.45 Uhr fuhren mehrere Luxusautos am Taunustor vor. Eine anschließende körperliche Auseinandersetzung zwischen einer unbekannten Anzahl an Männern artete dann in eine blutige Schießerei aus. Das Polizeipräsidium Frankfurt am Main sprach von fünf Verletzten, vier davon mit Schussverletzungen. Allerdings bestand für keinen der Beteiligten eine Lebensgefahr.

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© „Neco“ soll regelmäßig darauf bestanden haben, dass sich Ugur Y. bei einem Izmir-Aufenthalt in unmittelbarer Nähe zum türkischen Rockerboss aufhält. Im Bild ist Neco zu sehen und rechts von ihm der Frankfurter Höllenengel Ugur Y. (Quelle: Privat)

Konkret wurden vier männliche Personen „im Alter von 31, 32, 35 und 43 Jahren angeschossen, jeder wurde einmal getroffen (Verletzungen im Oberkörper, Bein, Schulter)“, hieß es von der hessischen Polizei. Das fünfte Opfer, ein 46 Jahre alter Mann, erlitt infolge einer Schlägerei eine Verletzung am Oberarm. Seither ermitteln das Landeskriminalamt Hessen und die zuständige Staatsanwaltschaft. Eine Person konnte bereits festgenommen werden. Gegen den 46-jährigen Höllenengel erging ein Haftbefehl wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung.

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© Rockerboss „Neco“ erhält über Ugur Y. [im Bild] die neuesten Informationen aus dem Frankfurter Rockermilieu. Infolge der Schießerei am Taunustor ist der Bodybuilder mittlerweile untergetaucht, so ein Insider gegenüber der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“. (Quelle: Privat)

Für die Rivalität zwischen den Rockern soll Neco, der Präsident des Hells Angels MC Nomads Turkey, verantwortlich sein. Er ist auch in Frankfurt am Main mit äußerst loyalen Anhängern vertreten. Necos Leute, meist Hells Angels mit türkischem Migrationshintergrund, setzen die Entscheidungen des „Paten” umgehend um. Ugur Y., ein sehr enger Neco-Freund, soll dem eigenen Insider zufolge eine tragende Rolle bei der Schießerei gespielt haben und bereits untergetaucht sein. Beim festgenommenen Rocker handelt es sich jedoch nicht um Ugur Y., heißt es aus Ermittlerkreisen gegenüber der Redaktion.

Die Schießerei am Taunustor ist als eindeutige Machtdemonstration und gleichzeitig als Vergeltungsaktion einzustufen, heißt es im Rockermilieu. Denn am 6. Mai 2013 sind Ugur Y. und einer seiner Freunde auf der Frankfurter Mainstraße mit mehreren Schüssen niedergestreckt worden. Nur durch eine Not-Operation konnte der muskelbepackte Neco-Vertraute gerettet werden. Die Täter sind den Behörden bisweilen unbekannt. Deshalb versuchen die Ermittler die Tat aufzuklären, indem eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt wurde. Doch rund ein Jahr und zwei Monate später kam es dann zur jüngsten Gewalteskalation. Ugur Y. wird vom einstigen Opfer zum mutmaßlichen Täter.

LKA Hessen

© Am 6. Mai 2013 ist gegen 22.00 Uhr auf der Mainstraße aus einem vorbeifahrenden Auto mehrfach auf den Neco-Vertrauten Ugur Y. geschossen worden [Bild vom Tatort]. Am 3. Juli 2014 schlug Ugur Y. zurück. Von Rivalitäten zwischen Türken und Deutschen innerhalb des Hells Angels MC ist die Rede. (Quelle: LKA Hessen)

Niemand in der Szene will offen über die Differenzen sprechen. Dabei ist Neco längst dabei, seinen Einfluss in Nordrhein-Westfalen und Hessen stetig auszubauen. Zu deutschen Höllenengeln pflegt der Türke ein angespanntes Verhältnis, belegen eigene Recherchen. So waren bei einem Rockertreffen im Izmir-Charter am 15. Mai 2014 keine Deutschen erwünscht. Mittlerweile hat Uwe Jacob – Direktor des LKA Nordrhein-Westfalen – die HAMC-interne Rivalität zwischen Deutschen und Türken gegenüber der Redaktion erstmals offiziell bestätigt. Unterdessen sind am heutigen 30. Juli rund 50 Mitglieder des Hells Angels MC im Frankfurter Bahnhofsviertel aufmarschiert – das letzte Wort im deutsch-türkischen Rockerkonflikt ist noch nicht gesprochen.

13 Antworten zu “„Neco” erhebt Anspruch auf das Main-Gebiet

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  8. @bimbo, ugur fährt nicht nur ein harley sondern mehrere nur mal zu deiner information,und mach mal nicht den dicken hier….

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  12. unglaublich was sich die möchtegern emigrations rocker rausnehmen macht lieber selbst ein verein auf und nicht mit dem hells angel das habt ihr gar nicht verdient fahr erst mal ein bike und versteckt euch nicht hinter dem color den misbraucht ihr nur weil ihr sonst nichts selber auf die reihe bekommt und an euch angels ja die emigrations geister die ich rief guter rat von mir lasst die einfach keine charter mehr anfahren europa weit dann
    können se da unten einen dicken schuh machen
    1% bimbo

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