Israelis und Palästinenser brauchen den Dialog

Letzter Apartheidspräsident Frederik Willem de Klerk spricht sich für Dialog und Existenzrecht Israels aus

(2010sdafrika-Redaktion)

Südafrika hat mit den Folgen der Rassentrennung bisweilen zu kämpfen. Etliche Herausforderungen sind noch zu meistern. Doch zum Bürgerkrieg zwischen Weißen und Schwarzen am Kap ist es, wie es einige Beobachter vorhersagten, glücklicherweise nicht gekommen. Nelson Mandela widmete seine Präsidentschaft dem Dialog zwischen ehemaligen Unterdrückern und Unterdrückten. Nun plädiert Frederik Willem de Klerk für ähnliche Schritte im Nahen Osten. Dafür müssten bestimmte Bedingungen erfüllt werden.

Denise Miller

© Israelis und Palästinenser könnten nur dann friedlich miteinander leben, wenn sie bereit sind, in den Dialog zu treten. Beide Völker könnten von den Erfahrungen Südafrikas lernen, so Südafrikas Ex-Präsident Frederik Willem de Klerk. Die Araber müssten jedoch den Staat Israel anerkennen. (Quelle: flickr/ Denise Miller)

Der letzte Apartheidspräsident de Klerk hielt in einer schriftlichen Erklärung fest, dass das Blutvergießen nur dann beendet werden könne, wenn die Israelis mit den Palästinensern endlich in Kontakt treten. Der Dialog zwischen den Völkern sei entscheidend, anlehnend an die Erfahrungen in Südafrika, wo verfeindete Gruppierungen an einem gemeinsamen Tisch saßen, um Lösungen für die Zukunft der Republik auszuarbeiten.

De Klerk betonte, dass beide Seiten entsprechende Initiativen ergreifen müssten. So habe Nelson Mandela beispielsweise am 2. Februar 1990 erklärt, auf den bewaffneten Widerstand zu verzichten, um den Dialog mit dem Regime zu ermöglichen. Ferner forderte Ex-Präsident de Klerk alle Palästinenser dazu auf, den Staat Israel anzuerkennen und das Existenzrecht nicht mehr in Frage zu stellen. „Der Nahe Osten kann von Südafrika lernen“, so der Nobelpreisträger.

Allerdings blieben die Überlegungen de Klerks weitgehend abstrakt. Konkrete Schritte zur Realisierung des Friedens in Nahost konnte er nicht machen. Auch ging er nicht auf die jahrzehntelange Besatzung der Araber durch den jüdischen Staat ein. Ungeachtet seiner aktuellen Position stand der Ex-Politiker vor zwei Jahren für ein CNN-Interview in der Kritik. Er bezeichnete die einstige Trennung der südafrikanischen Bevölkerung nach Rassen und Stämmen als richtig. Seither hat der 78-jährige Johannesburger an Glaubwürdigkeit eingebüßt.

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