Wildkatzen-Kolumne

Katzenarten aus Südafrika: Gepard

(Autorin: Andrea C. Schäfer berichtet in ihrer Kolumne über gefährdete Katzenarten in Südafrika. Die Tierpsychologin arbeitet als freiwillige Mitarbeiterin auf der Katzenauffang- und -zuchtstation Wild Cats World, auf welcher sich Gäste über die wilden Katzen hautnah informieren lassen können.)

Der Gepard (Acinonyx jubatus) ist das schnellste Landsäugetier, er beschleunigt von 0 bis 90 km/h in unter 3 Sekunden und erreicht als Höchstgeschwindigkeit 110-120 km/h, die er jedoch nur etwa 400 Meter aufrechterhalten kann. Der Gepard muss sich also recht nahe an seine Beute heranschleichen. Nach dem Sprint muss die Katze rasten und sich erholen, ganz gleich ob sie eine Beute erwischt hat oder nicht, weil sie sonst an Überhitzung sterben würde!

Gepard

© In dieser Ausgabe der Wildkatzen-Kolumne behandelt Autorin Andrea C. Schäfer den Geparden.

Dieses „zu Kräften kommen“ dauert etwa 20 Minuten. In dieser Zeit nutzen Hyänen, Löwen oder Leoparden die Gelegenheit und nehmen ihr die Beute weg, da sie diesen Tieren körperlich unterlegen ist. Die elegante Katze ist tagaktiv, jagt aber am liebsten am Morgen und am Abend. Manchmal ist nur einer von fünf Beutezügen erfolgreich.

Die Krallen sind abgestumpft und können kaum eingezogen werden, so wirken sie wie Spikes an Laufschuhen oder Reifen. Der gesamte Körper ist aerodynamisch gebaut. Auf einen kleinen Kopf folgt ein großer Brustkorb mit einem leistungsfähigen „Sportlerherz“. Selbst der lange Schwanz hat eine Funktion als „Steuerruder“, womit der Gepard in der Lage ist, 90-Grad-Wendungen zu machen ohne merklich an Geschwindigkeit zu verlieren. So ist der gesamte Organismus auf die Sprinttechnik ausgelegt. Auch die schwarzen „Tränenstreifen“ haben ihren Sinn, denn sie gelten als Reflektionsschutz gegen das Sonnenlicht. Die neuere Forschung geht jedoch davon aus, dass sie außerdem der innerartlichen Kommunikation dienen.

Gepard

© Foto zum Geparden.

Man schätzt, dass in Südafrika noch etwa 1.000 Geparde leben. Weltweit soll es etwa 10.000 bis 12.000 dieser Tiere geben, Tendenz sinkend. Die uneffektive Jagdtechnik und der verhältnismäßig enge Genpool lassen zusammen mit den zersplitternden Populationen die Bestände schrumpfen und so dient jedes Zuchtprojekt dem Erhalt dieser schönen Katzen.

Leider ist die Zucht von Geparden nicht einfach, denn ihr Liebesleben ist eher kompliziert. Nur wenn sich Kater und Kätzin gut verstehen, erlaubt die Kätzin die Paarung. Und selbst dann ist nicht gesagt, dass die Kätzin auf- und die Welpen später annimmt. Geparde sind sehr sensibel und töten ihre Jungen, wenn sie sich gestört oder gar bedroht fühlen.

Ein handaufgezogener und in menschlicher Obhut verbliebener Gepard wird nicht mehr „wild“, sondern bleibt sein Leben lang zahm, eher wie ein Hund. Daher hielten beispielsweise die alten Ägypter und Sumerer Geparde als Jagdgefährten („Jagdleopard“). Natürlich behalten sie ihre Instinkte, wie unsere Hauskatzen. So sind zahme Geparde durchaus interessiert an Nutztieren, sich schnell bewegenden Kleinkindern oder Kleinwild und Vögeln, die sich in die Gehege verirren.

Ein zahmer Gepard kann kaum jemals ausgewildert werden, selbst wenn er jagen gelernt hätte. Er würde immer freundlich auf Menschen zugehen – das ist auf Farmland sein Todesurteil! Denn trotz Schutzstatus kann eine große Katze abgeschossen werden, wenn man vermutet, dass sie sich an Nutztieren vergreift. Immer mehr Farmer erklären sich jedoch bereit, „Problemkatzen“ oder zumindest ihre Jungen einzufangen und umsiedeln zu lassen.

Eine Antwort zu “Wildkatzen-Kolumne

  1. Pingback: „taff“: Betty goes Südafrika | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

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