Vier gewinnt

Ephraim „Shakes“ Mashaba will Südafrikas Fußballteam zum Erfolg führen: Qualifikation für WM 2018

(Autor: Johannes Woywodt)

Das Warten hat ein Ende. Auf einer kürzlichen Pressekonferenz gab Danny Jordaan, Präsident des südafrikanischen Fußballverbands SAFA, bekannt, dass Ephraim „Shakes“ Mashaba zukünftig die Fußballnationalmannschaft betreuen wird. Mit seiner Entscheidung überraschte der Verband in zweierlei Hinsicht.

Romaen Tiffin

© Ephraim „Shakes“ Mashaba [im Bild links] ist Südafrikas neuer Fußballnationaltrainer. Der ehemalige Verteidiger des Spitzenklubs Orlando Pirates war bereits viermal Nationaltrainer. Er soll Bafana Bafana für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland qualifizieren. (Quelle: flickr/ Romaen Tiffin)

Einerseits dahingehend, dass sich die Verbandsfunktionäre nicht für einen der internationalen Trainer entschieden haben, die in den vergangenen Monaten als aussichtsreichste Anwärter galten. Doch sowohl die hochgehandelten Carlos Queiroz und Stephen Keshi, als auch die neuerdings favorisierten Frank Rijkaard und Dick Advocaat blieben auf der Strecke. Ausschlaggebend hierfür dürften unter anderem die deutlich höheren Gehaltsforderungen gewesen sein.

Andererseits ist überraschend, dass sich die SAFA entschloss Mashaba mit einem Vierjahresvertrag bis 2018 auszustatten. Eine Entscheidung für den zukünftigen und kontinuierlichen Aufbau einer neuen starken Bafana Bafana, die sich für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland qualifizieren soll. Somit kann Mashaba in Ruhe und ohne Störfeuer arbeiten.

Der 63-jährige „Shakes“ Mashaba ist kein Unbekannter. Nach 1992, 2001 und 2002 bis 2003 ist es bereits das vierte Engagement des ehemaligen Verteidigers der Orlando Pirates als südafrikanischer Nationaltrainer. Zweimal übernahm er den Posten als Interimstrainer; einmal als Hauptverantwortlicher.

Selten scheute er dabei Konflikte mit gestandenen Spielern oder seinen Vorgesetzten. Trotz dieser bewegten und nicht immer einfachen Beziehung zu Spielern oder Funktionären reagierte Mashaba erfreut und aufgeregt, erneut Nationaltrainer Südafrikas sein zu dürfen. In einer ersten Stellungnahme kündigte er an, die verlorengegangene Gewinnermentalität der Bafana Bafana zurückholen zu wollen und zielgerichtet eine neu formierte Mannschaft aufzubauen.

Zu Hilfe könnte ihm dabei sein derzeitiger Job kommen. Als Trainer der südafrikanischen U-20-Nationalmannschaft kann er schrittweise junge und erfolgshungrige Spieler in die Herrennationalmannschaft integrieren. Das hatte bereits sein Vorgänger Gordon Igesund versucht. Doch Igesund scheiterte an dieser Umsetzung und griff in vielen Spielen ausschließlich auf erfahrene Spieler zurück, um auch den vom Verband geforderten Erfolg schnell zu erreichen. Leider vergebens.

Mashaba hingegen könnte den dringenden Umbau der Bafana Bafana schaffen. Der südafrikanische Fußballverband unterstrich bei der offiziellen Vorstellung abermals, dass es nicht um den kurzfristigen Erfolg gehe, sondern um einen langfristigen Neuaufbau. Ein eventuelles Scheitern bei der Qualifikation zum Afrika-Cup of Nations wäre kein Drama, so Verbandschef Danny Jordaan. Vielmehr gehe es um nachhaltige Strukturen und längerfristigen Erfolg und dies benötige Zeit.

Mashaba wiederum betonte, jedem Spieler unabhängig von seinem Alter oder der Herkunft eine faire Chance zu geben. Wichtig sei es mit Hingabe und Einsatz für die Nationalmannschaft zu spielen. Ähnlich äußerte sich Dennis Mumble, Chief Executive vom SAFA. Dieser kündigte an, Nationalspieler zukünftig disziplinarisch härter bestrafen zu wollen, wenn diese nicht für die Nationalmannschaft spielen können, ohne einen nachvollziehbaren Grund zu nennen. Welche Gründe legitim wären und welche nicht, das sagte Mumble allerdings nicht.

Wie schnell es Mashaba gelingt eine schlagfähige Mannschaft aufzubauen, wird sich bereits in der Qualifikation zum Africa Cup of Nations zeigen, die vom 5. September bis 19. November ausgetragen wird. In Gruppe A tritt Südafrika gegen den amtierenden Afrikameister und Angstgegner Nigeria an, gegen den noch nie ein Wettbewerbsspiel erfolgreich bestritten werden konnte. Ferner tritt Bafana Bafana gegen den Sudan und Ruanda an. Südafrika muss zumindest den zweiten Platz erreichen, um zum Anfang des Jahres 2015 an der Endrunde in Marokko teilnehmen zu können.

Eine schwierige Aufgabe, die der als harter Arbeiter bekannte Mashaba nun zu bewältigen hat und die am 5. September mit einem Auswärtsspiel in der sudanesischen Hauptstadt Khartum beginnt und am 10. September im Green Point-Stadion von Kapstadt mit der Heimspielpremiere Mashabas gegen Nigeria fortgesetzt werden wird.

5 Antworten zu “Vier gewinnt

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