Südafrika verhängt Ebola-Einreiseverbote

Gesundheitsministerium befürchtet Ausbruch des Virus am Kap. Maßnahmen wurden eingeleitet

(Autor: Bartosz Marek)

Südafrikas Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi teilte gestern mit, dass die südafrikanische Regierung unverzüglich geltende Einreiseverbote für Nicht-Südafrikaner aus den von Ebola betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone beschlossen hat. Zudem wurden umfangreiche Maßnahmen eingeleitet und Gelder bereitgestellt. Die Regierung will eine Epidemie am Kap verhindern.

EU Humanitarian Aid and Civil Protection

© Südafrika befürchtet den Ausbruch von Ebola am Kap. Dementsprechend hat das Gesundheitsministerium umfangreiche Maßnahmen eingeleitet. Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi arbeitet nun mit anderen Ressorts zusammen, um eine Epidemie zu verhindern. (Quelle: flickr/ EU Humanitarian Aid and Civil Protection)

Südafrikanische Staatsbürger, die aus den Risiko-Ländern in ihre Heimat zurückkehren, sind nicht von den Einreiseverboten betroffen, werden jedoch strengen Kontrollen unterzogen. Reisende aus Nigeria, wo es einen wesentlich kleineren Ausbruch gibt, können weiterhin einreisen. Für sie gilt der normale Überwachungsprozess.

Matsoaledi sagte, Südafrika warne seine Bürger vor Reisen in die betroffenen Gebiete. Sie werden gebeten, Reisen zu verschieben, die nicht absolut notwendig sind. Das Kabinett genehmigte weitere Maßnahmen, um die Gesundheitslage zu gewährleisten und um Infizierte zu identifizieren. Es wurden Gesundheitszentren zur Behandlung von Ebola-Infizierten errichtet, Schutzkleidung wird ausgegeben, Notfallteams werden zusammengestellt und eine Hotline für Klinikmitarbeiter ist freigeschaltet worden.

Zudem wurde ein vom Gesundheitsministerium geführter Ausschuss gebildet, um die Reaktion Südafrikas auf einen möglichen Ausbruch zu koordinieren. Dem Gremium gehören unter anderem Vertreter aus dem Finanz, Verteidigungs, Außen- und Innenministerium an. Desweiteren wurden 32,5 Millionen Rand – umgerechnet rund 2,3 Millionen Euro – bereitgestellt, um die Eindämmung des Virus in Westafrika zu unterstützen und einer weiteren Ausbreitung nach Südafrika und in andere Länder vorzubeugen. „Wir tun es nicht nur für Südafrika. Die Minister der SADC-Gemeinschaft glauben, dass die ganze Region betroffen sein kann, wenn es zu einem Ausbruch in Südafrika kommt.“ sagte der Gesundheitsminister.

Die Länder der SADC-Gemeinschaft haben uns ersucht. Wir tun all diese Dinge, um die Region zu schützen“, betonte er. In Südafrika gab es in den letzten Wochen zwei Ebola-Verdachtsfälle, welche sich nicht bestätigten. Betroffen waren Passagiere, die aus Liberia und Guinea einreisten. „Bisher haben wir keinen Fall innerhalb der südafrikanischen Grenzen, welcher positiv auf Ebola oder auf andere virale hämorrhagische Fieber getestet wurde“, sagte der Gesundheitsminister weiter.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich bis zum 19. August 2014 bisher 2.252 Menschen mit Ebola infiziert. 1.244 der erkrankten Personen starben an den Folgen des Virus. Das entspricht einer Sterberate von 55,2 Prozent. Es handelt sich um den bisher größten Ebola-Ausbruch in der weltweiten Gesundheitsgeschichte.

3 Antworten zu “Südafrika verhängt Ebola-Einreiseverbote

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