Brutales Video zur Trophäenjagd in Südafrika

Exklusiv: Werbevideo zeigt qualvolle Tötung eines Elefanten durch chinesische Jagdtouristen

(Autor: Ghassan Abid)

Im Internet gibt es nur wenige Videos, die die Trophäenjagd in Südafrika realitätsgerecht zeigen. In der Regel sieht man nur Fotos, auf denen glückliche Menschen mit dem Jagdgewehr und einem toten Tier abgebildet sind. Der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ ist nun ein Werbevideo zugespielt worden, welches für chinesische Jagdtouristen bestimmt ist. Vor zwei Monaten soll die Aufnahme entstanden sein. Diese beinhaltet die brutale Tötung eines Elefanten in Südafrika. Mit Sicherheit ist dies kein Einzelfall.

Hunting South Africa

© Die Trophäenjagd in Südafrika erlebt einen Boom. Nun sollen auch gezielt chinesische Jagdtouristen gewonnen werden, die am Kap ihrer Jagdlust nachgehen. Ein der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ zugespieltes Werbevideo aus Fernost zeigt, wie brutal die Jagd tatsächlich ist. (Quelle. Privat)

Immer wieder reisen US-Amerikaner und Europäer an, um ihrer Schießlust in Südafrika nachgehen zu können. Aber auch Chinesen und Araber aus dem Nahen Osten zählen zu den neuesten Gästen. Nach geltendem südafrikanischen Recht ist es den Trophäenjägern erlaubt, in offiziellen Jagdgebieten auf Tiere zu schießen, obgleich diese vom Artensterben bedroht sind. Nashörner, Löwen oder Elefanten zählen zu den beliebten Abschusszielen.

Melissa Bachman und Kendall Jones, zwei prominente Jagdtouristinnen, die im südlichen Afrika ihrer Jagdlust nachgingen [die Redaktion berichtete über beide US-Amerikanerinnen exklusiv], schwärmten von der Auswahl der zu erlegenden Tiere. Weniger bekannt ist, dass einzelne Touristen auch mit dem Maschinengewehr ausgestattet sind, um die Tiere von der Luft aus und in Militäruniform zu jagen. Man spricht hier vom „Texas-Style“.

Nach Angaben der Sunday Times wurde in Südafrika ein Spitzmaulnashorn (black rhino) für einen stolzen Preis von 300.000 US-Dollar erschossen. Zusätzlich sind 63 Breitmaulnashörner (white rhino) für rund 84.100 US-Dollar pro Exemplar erlegt worden. Es fließt also viel Geld in der Jagdszene Südafrikas, wovon der Staat als Steuer- und Devisenempfänger stark profitiert. Der Umsatz der Jagdindustrie wird mit einer dreistelligen Millionensumme in US-Dollar beziffert. Genaue Zahlen liegen nicht vor.

Demgegenüber steht die Entwicklung entgegen, dass bis zu 500 Nashörner aus dem Krüger-Nationalpark evakuiert werden sollen, da allein im vergangenen Jahr 606 dieser Tiere im Park durch Wilderer getötet worden sind. Einzelne Nashörner sollen nun an einen geheimen Ort, andere in verschiedene Safaris und ins Ausland gebracht werden. Verfechter der Trophäenjäger argumentieren, dass durch die kommerzielle Jagd die Wilderei bekämpft werden würde. Am Kap trifft diese Aussage nicht zu.

Exklusiv: Chinesische Trophäenjäger erlegen Elefanten in Südafrika 

Unterdessen hat das Bundesumweltministerium eine Anfrage der PrivatInitiative Tierschutz (PIT ), ob das Ministerium die Empfehlung zur Trophäenjagd durch das ihr nachgeordnete Bundesamt für Naturschutz (BfN) befürwortet, wie folgt beantwortet: „Aus artenschutzrechtlicher Sicht ist die Aussage des BfN daher nicht zu beanstanden“. Im vorliegenden Schreiben stützt sich das Ministerium auf Studien und Aussagen von Wissenschaftlern, wonach bestimmte Voraussetzungen gegeben sein müssten, um der kommerziellen Jagd zuzstimmen. Dabei kann die Tötung eines vom Aussterben bedrohten Tieres auf Jagdsafaris niemals im Interesse der Öffentlichkeit sein.

3 Antworten zu “Brutales Video zur Trophäenjagd in Südafrika

  1. Wo war die Jagd auf den Elefanten qualvoll? Der war nach 10 Sekunden, wahrscheinlich früher schon Tod! Das ist besser als von Einheimischen mit der Schlinge (Fleischjagd) oder bei unseren Rindern im Schlachthaus.
    Und die Wertschöpfung bleibt auch im Land.

    Kann da kein Problem finden.

  2. Pingback: John X Safaris veröffentlicht Skandal-Video | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  3. Der afrikanische Elefant (loxodonta africana) steht tatsaechlich auf der Roten Liste bedrohter Tierarten (http://www.iucnredlist.org/details/12392/0). Elefanten werden seit altersher gejagt. Grund: Die menschliche Gier nach Elfenbein als Rohstoff für kunstvolle Schnitzereien, Schmuck und luxuriöse Gebrauchsgegenstände. Aber vorallem sind die Elefantenbestände bedroht durch den Verlust an Lebensraum, durch nicht standortgerechte Landwirtschaft, agroindustrielle Großprojekte, menschliche Siedlungen und Straßenbau.
    Als ich das Video sah, dachte ich zunaechst: Immerhin, der Hobby-Jaeger pirscht sich klassisch heran und konfrontiert sein Ziel zu Fuss. Viele „Jaeger“ schiessen heute vom bakkie (pick-up) aus, weil sie zu faul sind sich auf die gleiche Ebene mit dem Wild zu begeben. Manche jagen gar vom Hubschrauber aus, was eher an die US-Army im Vietnamkrieg erinnert als an Hemingway’s afrikanische Jagdabenteuer.
    „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“ So die Weisssgagung des Haeuptlings Seattle von 1854. Dem ist nichts hinzuzufuegen.

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