Zwanzig Jahre Demokratie in Südafrika

Haus der Kulturen der Welt veranstaltet vielfältiges Südafrika-Programm im Herzen Berlins

(2010sdafrika-Redaktion)

In diesem Jahr feiert Südafrika seinen zwanzigsten Jahrestag der Demokratie. Der diesjährige Freedom Day war geprägt vom Tod Nelson Mandelas. Seither machen sich Freude und Ernüchterung in der nationalen Berichterstattung breit. Wohin steuert Südafrika, fragt sich die südafrikansiche Öffentlichkeit nach den unzähligen Politskandalen. Das Haus der Kulturen der Welt hat nun ein vielfältiges Programm zusammengestellt.

Haus der Kulturen der Welt

© Das Haus der Kulturen der Welt organisiert die Veranstaltungsreihe „20 Jahre Demokratie in Südafrika“. Podiumsdiskussionen, Filme und Konzerte geben einen guten Einblick in die Geschichte und Gegenwart des Landes. (Quelle: flickr/ mr172)

Podiumsdiskussionen, Filme und Konzerte können bis zum 31. August – teilweise ohne Eintrittspreis – besucht werden. Vertreter der Anti-Apartheid-Bewegung wie der Jazzmusiker Hugh Masekela, der Publizist Njabulo S Ndebele oder die Lyrikerin Antjie Krog treten auf, um die Vergangenheit zu beleuchten. Bedeutende Regisseure wie Khalo Matabane, Pia Marais und Rehad Desai sind ebenfalls vor Ort, wenn das Publikum ihre Filme anschauen kann.

Gefördert wird das Südafrika-Festival vor allem durch das Auswärtige Amt, aber auch durch deutsche Rüstungskonzerne wie ThyssenKrupp und Rheinmetall. Doch genau hier regt sich ein Protest innerhalb der südafrikanischen Gemeinde in Deutschland. Das Auswärtige Amt hat die Oldenburger Initiative, wonach die Bundesregierung sich für deutsche Entschädigungszahlungen gegenüber südafrikanischen Apartheidopfern positionieren sollte, zurückgewiesen.

Ferner steht Rheinmetall trotz der Klageabweisung in der Kritik, Beihilfe zu den schweren Menschenrechtsverletzungen des Apartheidregimes begangen zu haben, indem Waffen und Munition an die Sicherheitskräfte geliefert worden sind. Umso verständlicher ist die Unzufriedenheit einzelner südafrikanischer Bürger, dass ein solcher Konzern an einer Veranstaltungsreihe partizipiert, die ausgerechnet den Vertretern der Anti-Apartheid-Bewegung gewidmet ist.

Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Besuch im Haus der Kulturen der Welt. Das Programm deckt verschiedene Aspekte der Apartheid und des demokratischen Südafrikas ab. Am kommenden Donnerstag gegen 18.00 Uhr wird „20 Jahre Demokratie in Südafrika“ unter anderem mit einer Rede von Maria Böhmer – Staatsministerin im Auswärtigen Amt – eröffnet. Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ wird punktuell über das Festival berichten.

2 Antworten zu “Zwanzig Jahre Demokratie in Südafrika

  1. Pingback: Südafrika-Festival als Publikumsmagnet | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  2. Das ist eben die andere Seite der Versoehnung. Diejenigen, die damals das Messer lieferten, das dem Volk an die Kehle gesetzt wurde, sind heute gut Freund. Geschaeft ist Geschaeft, keine Reue, kein Gewissen, von Entschaedigung ganz zu schweigen.
    Kapitalistischer Alltag.

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