Türkische Hells Angels gründen Elite-Truppe

Exklusiv: Nach Rocco-Tod formierte sich elitäre HAMC-Gruppierung aus Türken und Arabern in Köln

(Autoren: 2010sdafrika-Redaktion, Ghassan Abid)

Der Höllengel Erdal I. alias „Rocco“ war als Führungsmitglied des Hells Angels MC bundesweit bekannt gewesen. Der „Sergeant at Arms“ war für die Disziplin und Sicherheit innerhalb des Rockerklubs zuständig. Sobald es Stress unter den Brüdern gab, wurde „Rocco“ beauftragt, diesen aus der Welt zu schaffen. Umso größer war dann der Schock, als er am 11. Oktober 2013 völlig unerwartet starb. In der Konsequenz dessen kam es zu einer grundlegenden organisatorischen Veränderung, die der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ bekannt geworden ist. Eine Elite-Truppe wurde gegründet.

Kölner HAMC

© EXKLUSIV-Bild: Necati Arabaci alias „Neco“, der Präsident des Hells Angels MC Nomads Turkey, hat nach dem Tod des Höllengels Erdal I. alias „Rocco“ eine Elite-Truppe in Köln zusammengestellt [im Bild]. Die türkisch- und arabischstämmigen Bodybuilder arbeiten äußerst diszipliniert und verdeckt. Über die Rocker ist nicht viel bekannt. Sie agieren wie ein Phantom. (Quelle: Privat)

Der am 21. Mai 1984 geborene „Rocco“ starb an den Folgen eines Bauchspeicheldrüsenkrebses. Sechs Wochen lang lag der 29-Jährige in der Uni-Klinik Köln im Koma. „Nach dem Urlaub ging es Rocco plötzlich schlecht“. Diesen verbrachte er mit mehreren Höllenengeln in der Türkei, vermutlich in der Touristenhochburg Bodrum. Wie es zur Erkrankung kam, darüber wird bisweilen gerätselt. Als Risikofaktoren gelten das Zigarettenrauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht, Diabetes oder eine erbliche Veranlagung. Klar ist, dass „Rocco“ nicht rechtzeitig zum Arzt ging.

500 Hells Angels erwiesen „Rocco“ letzte Ehre

Bei seiner Beerdigung am 15. Oktober – der sogenannten Totenehrung – reisten rund 500 Rockerbrüder diverser Charter aus Deutschland, Serbien, Schweden, Dänemark und anderer Staaten an. Auch Member aus der Türkei zählten zu den Trauergästen, die auf Geheiß von Necati Arabaci alias „Neco“ – dem Präsidenten des Hells Angels MC Nomads Turkey – vor Ort präsent waren.

Rocco

© Der türkischstämmige Erdal I. alias „Rocco“ war ein führender Hells Angel, der als „Sergeant at Arms“ für die Sicherheit und Disziplin innerhalb des Rockerklubs zuständig war. Die Kölner Elite-Truppe war mit „Rocco“ sehr gut befreundet. (Quelle: Privat)

Vor der DİTİB-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld erwiesen sie ihrem „Rocco“ die letzte Ehre. Doch hatte sein Tod, wie die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ von einem Insider nun exklusiv erfahren hat, unmittelbare Folgen für den Hells Angels MC Nomads Turkey gehabt. Denn die harten Kerle waren plötzlich von tiefer Trauer geprägt. Einige waren wie gelähmt und zogen sich zurück.

Bis heute reden alle über Rocco. Nicht alle kommen mit dem Verlust klar.“, heißt es in der Szene. Der Verstorbene war sehr beliebt. Jederzeit für einen Spaß zu haben und vor allem immer dann erreichbar, wenn es anderen Höllenengeln schlecht ging. Sein diplomatisches Geschick und das Reden auf Augenhöhe trugen zu seiner Popularität bei.

Elite-Truppe der türkischen Hells Angels in Köln gegründet

Seither hat sich in Köln eine Elite-Truppe unter den in Deutschland lebenden Anhängern des Hells Angels MC Nomads Turkey etabliert. Die Großstadt am Rhein war die Heimat und der gleichzeitige Arbeitsort des damaligen Türstehers und Zuhälters Necati Arabaci alias „Neco“. Der Truppe gehören ein halbes Dutzend türkisch- und arabischstämmiger Personen an. Sie sind allesamt muskulös, äußerst diszipliniert und verschwiegen. Ebenfalls sucht ein enger Neco-Freund aus Duisburg zwecks Abstimmung die Truppe regelmäßig auf.

Necati Arabaci soll die Bodybuilder-Truppe persönlich zusammengestellt haben, da in Köln „das meiste Geld zu holen ist“. Gemeint sind Umsätze im Drogen- und Waffenhandel, in der Prostitution und Schutzgelderpressung. Auch in der Türkei und in Dänemark ist die Truppe öfters unterwegs. Ferner hat die Gruppierung den Auftrag, bei Streitigkeiten für Ruhe im Klub zu sorgen. In gewisser Weise hat diese Einheit einen Teil der Aufgaben „Roccos“ übernommen. In der Hells Angels-Hierarchie steht der „Sergeant at Arms“ an dritter Stelle, gefolgt vom President und Vice-President eines Charters. Solche Positionen müssen schnell geschlossen werden, um erst kein Machtvakuum entstehen zu lassen.

Fakt ist, wer für den in Izmir lebenden Rockerboss arbeitet, dem wird die Tür zur Erlangung eigenem Reichtums geöffnet. Luxusautos, teure Uhren und Designer-Klamotten gehören dann zum Alltag ganz selbstverständlich dazu. Die Kölner Elite-Rocker zählen bereits zu den reichsten Unterweltgrößen in Nordrhein-Westfalen, heißt es aus Köln. Doch der Sonderfall des Bielefelder Ex-Höllenengels Rezan C. belegt, dass Geld nicht jedem wichtig ist.

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© Wer für die türkischen Hells Angels arbeitet, dem wird die Tür zum eigenen Reichtum geöffnet. Insbesondere die Rocker der Kölner Elite-Truppe leben einen extravaganten Lebensstil. Auf diese Weise bindet „Neco“ die jungen Hells Angels mit Migrationshintergrund an sich. (Quelle: Privat)

Der Insider informiert weiter, dass über die Kölner Truppe der türkischen Hells Angels kaum etwas bekannt ist. „Sie arbeiten äußerst verdeckt, immer fernab von der Öffentlichkeit, sind auf ihre Hells Angels-Tattoos stolz und verschwinden ziemlich schnell, sobald die Hunde zu sehen sind. Im Gegensatz zu den übrigen Rockern, meiden sie ein Biker-Auftreten im öffentlichen Raum. Die Kutte bleibt oft daheim.“ Der Begriff „Hunde“ ist ein Synonym der Migranten-Rocker für die Polizei. In den Nachtklubs der Stadt sind die Herren wiederholt zu beobachten. Manchmal als eingesetzte Security, doch oft als normale Gäste, die das Feiern mit jungen Frauen genießen.

Es bleibt abzuwarten, ob die Kölner HAMC Turkey-Elite-Truppe auf Dauer im Untergrund agieren kann. Denn in Frankfurt am Main sind der Neco-Vertraute Ugur Y. und die ihm unterstehenden Rocker aus der Reserve gelockt worden. Seither ist der Hesse den eigenen Informationen nach abgetaucht. Der Konflikt zwischen deutschen Altrockern und jungen Rockern mit Migrationshintergrund ermöglichte den Behörden, umfangreiche Ermittlungen im Milieu aufzunehmen. Doch anders als in Berlin, fehlt es im Rhein-Main-Gebiet an einem Kronzeugen. Noch ist unklar, was die Neco-Männer konkret machen und inwieweit sie gegen geltendes Recht verstoßen. Sie bleiben jedoch ein ernstzunehmendes Phantom.

Totenehrung für Erdal I. alias „Rocco“ im Oktober 2013 in Köln

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