USA über Südafrika-Vizeminister verärgert

Vizeverteidigungsminister Kebby Maphatsoe löst diplomatischen Affront gegen Washington aus

(2010sdafrika-Redaktion)

Am Wochenende hat Südafrikas Vizeverteidigungsminister Kebby Maphatsoe die Ombudsfrau Thuli Madonsela als CIA-Spionin diffamiert, die nur darauf bedacht sei, dem ANC im Auftrag Washingtons zu schaden. Dann hatte der US-Botschafter in Südafrika Protest beim Außenministerium in Pretoria eingelegt. Patrick Gaspard, Amerikas höchster Vertreter am Kap, forderte eine Erklärung. Die bekam er auch prompt. Während Justizminister Jeff Radebe sich von Maphatsoe distanzierte, ruderte der Vizeminister zurück. Er habe Madonsela zu keinem Zeitpunkt explizit als CIA-Agentin bezeichnet.

Patrick Gaspard

© Patrick Gaspard, der US-Botschafter in Südafrika, „is not amused“. Südafrikas Vizeverteidigungsminister Kebby Maphatsoe diffamierte Ombudsfrau Thuli Madonsela, indem er ihr eine CIA-Agententätigkeit unterstellte. Daraufhin hatte die US-Botschaft eine Beschwerde beim Außenministerium in Pretoria eingelegt. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

Die Beziehungen zwischen Südafrika und den Vereinigten Staaten gelten als intensiv, jedoch nicht immer als harmonisch. Die Klageabweisung von Apartheids-Entschädigungsklagen in den USA, die Auflistung mehrerer ANC-Spitzenpolitiker als Terroristen und die einstige Verwicklung der Amerikaner in die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung während der Apartheid trüben die politischen Beziehungen. Dafür erlebt der Handel zwischen beiden Staaten einen Boom.

Beim US-Afrika-Gipfel im August 2014 in Washington wurden US-Investitionen in Afrika im Wert von 33 Milliarden US-Dollar angekündigt. Zusätzlich soll der Export von US-Gütern vereinfacht und die Kontakte zwischen Unternehmern über den Atlantischen Ozean hinweg intensiviert werden. Der Gipfel, an dem unter anderem Südafrikas Präsident Jacob Zuma teilnahm, stand unter dem Motto „The Doing Business in Africa Campaign“ – im Zeichen des Handels. Die verbale Entgleisung des Vizeministers dürfte bei den Amerikanern schnell vergessen sein. Allerdings fordert Thuli Madonsela eine Erklärung von Kebby Maphatsoe. Ansonsten werde sie juristische Maßnahmen einleiten.

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