67 Südafrikaner sterben in Nigeria

Einsturz eines Gotteshauses in Lagos soll durch ein Kleinflugzeug ausgelöst worden sein

(2010sdafrika-Redaktion)

Viele Menschen aus dem In- und Ausland reisten am vergangenen Freitag an, um dem populären und gleichzeitig umstrittenen Prediger T.B. Joshua in der „Synagogue Church of All Nations“ im nigerianischen Lagos zuzuhören. Nachdem ein Kleinflugzeug mehrfach die Kirche überflog, stürzte das Gotteshaus ein. Ein entsprechendes Überwachungsvideo kursiert zurzeit im Netz. Nun hat Präsident Jacob Zuma bestätigt, dass sich unter den Toten 67 Südafrikaner befinden.

T.B. Joshua

© Der Nigerianer T.B. Joshua gilt auf dem afrikanischen Kontinent bei vielen Christen als vertrauenswürdiger Prediger, der im Namen Jesus Christus Menschen angeblich heilen kann. Jedoch wird er in der westlichen Kirchenwelt als Scharlatan bezeichnet. Nun steht der „Mann Gottes“ in der Kritik, an dem kürzlichen Einsturz seines Gotteshauses in Lagos eine Mitschuld zu tragen. Mindestens 67 Südafrikaner starben.

Den jüngsten Meldungen zufolge kann die Zahl der toten Südafrikaner deutlich höher ausfallen. Clayson Monyela, Pressesprecher des Außenministeriums in Pretoria, kritisierte auf Twitter die unzureichende Kooperation seitens der nigerianischen Behörden. Über die restlichen Toten ist bislang noch nichts bekannt. Hingegen bedankte sich Präsident Zuma für die gute Zusammenarbeit mit Nigeria. Mehrere südafrikanische Behörden sollen bei der Identifizierung und beim Rücktransport der Leichen helfen, so Zuma weiter.

Die noch nicht fertiggestellte Kirche in Lagos verfügte über fünf Etagen. T.B. Joshua, der Prediger des eingestürzten Gotteshauses, ist auf dem afrikanischen Kontinent für seine aufsehenerregenden Heilungszeremonien bekannt. Allein auf Facebook folgen ihm über 1,3 Millionen Gläubige. Dem Nigerianer, der nach eigenen Aussagen stets im Namen Jesus Christus handeln würde, gehört der TV-Sender Emmanuel TV. Über diesen verbreitet er seine Ansichten.

So behauptet T.B. Joshua, den Satan bei vielen Christen ausgetrieben zu haben und Krankheiten wie Krebs behandeln zu können. Seine Heilungszeremonien werden auf Videomaterial festgehalten oder live im Fernsehen übertragen. In der westlichen Kirchenwelt wird der Medienstar als profitorientierter Scharlatan bezeichnet. Einzelne nigerianische Medien geben dem Prediger eine Mitschuld an das Unglück, da sich dieser über bauliche und sicherheitsrelevante Bestimmungen hinweggesetzt haben soll.

Heilungszeremonie von T.B. Joshua

Eine Antwort zu “67 Südafrikaner sterben in Nigeria

  1. Das ist ein sehr tragisches Ereignis. Religioese Massenabzocke, religioese Massenpsychosen, und nun massenhaft Tote in der SCoAN des falschen „Propheten“.
    Es heisst, viele suedafrikanische Politiker, weisse wie schwarze, pilgern zu diesem Scharlatan. Juengstes Beispiel ist Julius Malema. Der reiste vor der Gruendung seiner EFF auch zum „Propheten“, um Rat einzuholen und sich segnen zu lassen.
    Man kann nur hoffen, dieser T.B. Joshua wird, ganz weltlich und juristisch, zur Verantwortung gezogen wegen Pfusch am Bau mit Todesfolge. Ich fuerchte jedoch, er wird sich aus der Affaire ziehen unter dem Hinweis auf die „Kraefte des Boesen“ oder „Daemonen“ – eine gaengige Ausrede religioeser Fanatiker, Extremisten und Scharlatane.

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