In den Fängen deutscher Salafisten?

„Die wahre Religion“ veröffentlicht Video über Konvertierung eines Südafrikaners in Wuppertal

(Autor: Ghassan Abid)

Seit 2005 gibt es nun „Die wahre Religion (DWR)“, eine Organisation, die vom Salafisten Ibrahim Abou-Nagie geführt und vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Mit 11.000 Abonnenten und rund 2,7 Millionen Aufrufen betreibt diese Gruppierung einen der erfolgreichsten Islamisten-Kanäle auf YouTube. Vergeblich versuchte der damalige Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) im Juni 2012 DWR vereinsrechtlich verbieten zu lassen. Nun ist erstmals ein Südafrikaner bei den Salafisten zu sehen. Ihm droht die Radikalisierung.

Salafisten

© In einem am 7. September 2014 veröffentlichten Video der salafistischen Organisation „Die wahre Religion (DWR)“ ist ein Südafrikaner in Wuppertal zu sehen, der zum Islam konvertiert ist. Eine Radikalisierung des jungen Mannes ist, wie beim Berliner Ex-Rapper Dennis Cuspert alias Deso Dogg zu beobachten gewesen, jederzeit möglich. (Quelle: Screenshot/ DWR-Video)

Die YouTube-Videos der DWR sind aus straf- und vereinsrechtlicher Sicht nicht zu beanstanden. Die bewusst nach außen propagierte liberale Einstellung der Protagonisten, die auf den Straßen Deutschlands mit ihren Da ́wa-Tätigkeiten – der Missionierung – über den „Islam informieren“ wollen und deshalb das Heilige Buch des Korans kostenfrei verteilen, stellt an sich nicht das Problem dar. Vielmehr sind die Motivation und die tatsächlichen Absichten der DWR-Unterstützer die eigentliche Gefahr für die Allgemeinheit.

Denn abseits von der Öffentlichkeit veranstaltet die DWR sogenannte Islamseminare. Auf einer dieser Veranstaltungen zum Jahreswechsel 2010/2011 im rheinland-pfälzischen Mayen trat Denis Cuspert alias Deso Dogg als Redner auf – so heißt es in der Lageanalyse des Berliner Verfassungsschutzes zu Cuspert vom 4. September 2014. Der Ex-Rapper wurde über Jahre hinweg zunehmend radikaler. Heute gehört der Berliner zum Führungszirkel der jihadistischen Terrormiliz „Islamischer Staat (IS)“, die den Nahen Osten in Angst und Schrecken versetzt hat. Der Westen sieht sich zum baldigen Handeln gezwungen.

Sicherheitsbehörden beobachten die DWR-Aktivitäten mit großer Sorge. Denn die Koranverteilung dient nicht nur dazu, die Passanten von der Religion Allahs zu überzeugen, sondern vielmehr verfolgt diese Aktion den Zweck, junge Menschen für den Salafismus anzuwerben – so mehrere Terrorismusexperten. „Der Salafismus bleibt in Deutschland wie auch auf internationaler Ebene die zurzeit dynamischste islamistische Bewegung.“, heißt es im Verfassungsschutzbericht 2013 des Bundes. Zum Ende vergangenen Jahres wurden 5.500 Personen dem Salafismus zugerechnet. Zum Vergleich: 2012 waren es noch 4.500 Anhänger in Deutschland – Tendenz steigend.

Umso erschreckender ist die Veröffentlichung eines knapp einminütigen Videos vom 7. September 2014, als drei Unterstützer von „Die wahre Religion“ die Konvertierung eines Südafrikaners instrumentalisierten. Nach dem klassischen Aufsagen des islamischen Glaubensbekenntnisses, der Shahada, wird der Wuppertaler mit den Worten „Jetzt bist du unser Bruder“ herzlich umarmt. Die Gefahr einer Radikalisierung, sofern er regelmäßig mit den Salafisten verkehrt, ist wie bei Cuspert groß. Es bleibt abzuwarten, inwieweit der namentlich noch nicht bekannte Südafrikaner erneut in Erscheinung tritt.

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