Südafrika als internationaler Drogenumschlagplatz

Exklusiv: US-Auslandsgeheimdienst CIA warnt vor massiver Drogen- und Kriminalitätsproblematik am Kap

(Autor: Ghassan Abid)

Das „Office of Public Affairs“ des US-Auslandsgeheimdienstes CIA in Washington D.C. ist für den Inhalt des „The World Factbook“ zuständig, einer Online-Datenbank zur politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und militärischen Lage in den Staaten. Ein Blick in den Abschnitt zu den grenzüberschreitenden Angelegenheiten Südafrikas, welcher von den Medien bislang unbeachtet blieb, offenbart die massive Drogenproblematik am Kap. Das Land hat sich längst zum internationalen Drogenumschlagplatz entwickelt.

CIA Logo

© Der US-Auslandsgeheimdienst CIA warnt in seiner Online-Datenbank „The World Factbook“ vor der massiven Drogenproblematik und der Organisierten Kriminalität in Südafrika. Längst habe sich das Land zum internationalen Drogenumschlagplatz entwickelt. Die Regierung hat die Kontrolle über die Lage verloren. (Quelle: Wikimedia)

Laut „Central Intelligence Agency“ werden weltweite Schiffslieferungen von Heroin, Haschisch und Kokain nach Südafrika gebracht, um sie von dort aus weiter in die übrigen Erdregionen zu transportieren. Zudem werde Cannabis im großen Stil im Land produziert. Der Kokain- und Heroinkonsum in Südafrika steige kontinuierlich weiter, warnt der US-Geheimdienst eindringlich. Dabei lässt sich jetzt schon feststellen, dass Südafrika der weltgrößte Markt für Methaqualon – besser bekannt als Ludes – ist. Es handelt sich hierbei um einen Arzneistoff in Schlafmitteln, der als Droge missbraucht wird und einst in Indien sowie in den USA als Rauschmittel mit großer euphorisierender Wirkung sehr beliebt war. Während Methaqualon in Deutschland nicht mehr zugelassen ist, erlebt es in Südafrika eine starke Nachfrage – Tendenz steigend.

Die CIA wird bei der weiteren Bewertung der Drogenproblematik noch deutlicher, indem die Organisierte Kriminalität angesprochen wird. Denn längst dient der Staat im südlichen Afrika als internationales Bestimmungsland für Geldwäsche. Mit dem „Prevention of Organised Crime Act“ versucht die Politik dieser Entwicklung entgegenzuwirken. So ist am 5. September 2014 Bargeld in Höhe von 9,3 Millionen US-Dollar am Lanseria Airport in Johannesburg beschlagnahmt worden, nachdem zwei Nigerianer und ein Israeli beim Schmuggeln erwischt worden sind. Zusätzlich tyrannisieren Jugendgangs ganze Gemeinden. Der Geheimdienst in Langley hält auf seiner Webseite fest, dass das Umsatzvolumen dieser Schattenwirtschaft die Größe der südafrikanischen Wirtschaft erreicht habe.

Eigene Recherchen der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ belegen, dass neben dem Hells Angels MC auch die italienische Mafia enorme Gewinne mit Drogen in Südafrika erwirtschaftet. Ferner warnten im März 2012 das Bundeskriminalamt und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, dass sich Südafrika zur Transitregion beim Schmuggel von Heroin aus Afghanistan und Kokain aus Südamerika etabliert hat. Die Regierung in Pretoria hat die Kontrolle über die Lage verloren. Nur traut sich niemand von der politischen Führung, diese Niederlage einzugestehen. Die Organisierte Kriminalität wird in den nächsten Jahren weiter an Einfluss gewinnen, solange das Problem stillgeschwiegen wird.

6 Antworten zu “Südafrika als internationaler Drogenumschlagplatz

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