Dunkelhäutige bei Hells Angels unerwünscht

Südafrikas Rocker wollten den Klub für Schwarze öffnen. Doch lehnten die amerikanischen Charter dies ab

(Autor: Ghassan Abid)

Die Redaktion von „SÜDAFRIKA –Land der Kontraste“ beobachtet als einzige Presse weltweit die Aktivitäten der Hells Angels in Südafrika. Abgerundet wird die Berichterstattung mit exklusiven Informationen zum deutschen und türkischen Rockermilieu. Nun hat die Redaktion von einem kanadischen Ermittler, der namentlich nicht genannt werden möchte, erfahren, dass es Versuche gab, die interkulturelle Öffnung des Hells Angels MC voranzutreiben. Aus dem südlichen Afrika heraus wollte man einen Wandel herbeiführen.

HAMC

© Der Hells Angels MC lebt vom Image unbegrenzter Freiheit. Doch bei der Auswahl der eigenen Mitglieder ist der Rockerklub umso restriktiver. Denn Schwarze dürfen den Bikern bisweilen nicht beitreten. Der Südafrika-Ableger des HAMC versuchte in den 90er Jahren die interkulturelle Öffnung des Klubs voranzutreiben – allerdings ohne Erfolg. Zu groß war der Widerstand in den USA und in Kanada. (Quelle: Privat)

In den 90er Jahren begann der Übergangsprozess Südafrikas von einem international geächteten Unterdrückungsregime hin zu einem demokratischen Rechtsstaat, welcher sich die Bekämpfung der Diskriminierung aller Ethnien auf die Fahnen geschrieben hat. Hauptaugenmerk galt der schwarzen Mehrheitsbevölkerung, die die gleichen Rechte wie die weiße Minderheit erhalten sollte. Nie wieder sollte es eine Rassentrennung am Kap geben, so der Grundsatz der neuen politischen Führung in Pretoria.

Auch der Ableger des Hells Angels MC in Südafrika, der 1993 sein erstes Charter in Johannesburg gründete und mittlerweile an sechs Standorten im Land vertreten ist, stand unter dem Eindruck des politischen Wandels. So versuchten mehrere Rocker auch schwarzen Bikern den Beitritt zum Klub zu ermöglichen. Allerdings widersetzten sich die US-amerikanischen und kanadischen Brüder dieser integrationspolitischen Reformbestrebung aus Südafrika.

Bis heute ist der Hells Angels MC eine Gemeinschaft, die Schwarze ausschließt. Die Gründe, warum dunkelhäutige Personen keine Member sein dürfen, sind nicht bekannt. „Es ist einfach so“, heißt es wiederholt aus der Szene. So werden die Hells Angels dafür verantwortlich gemacht, im Jahr 1969 einen schwarzen Rolling Stones-Konzertbesucher im kalifornischen Altamont getötet zu haben. Als eingesetzte Security stachen mehrere Kuttenträger auf den jungen Mann ein. Es wird behauptet, dass ein rassistisches Motiv vorlag.

Der Klub, als Gemeinschaft, ist nicht rassistisch, aber wir haben wahrscheinlich genug rassistische Mitglieder, sodass kein Schwarzer eintreten kann.“, wurde der Hells Angels-Gründungsvater Sonny Barger in der britischen Presse zur Jahrtausendwende zitiert. Ferner hielt der prominenteste Höllenengel fest, dass Frauen gerne in die Charter kommen, aber genauso wie Schwarze keine Member werden können. Eine Regel, die über Jahrzehnte hinweg in allen Chartern weltweit streng befolgt wird.

Dabei zeigen Einzelfälle, dass es durchaus Schwarze gab, die nicht als Member, sondern als Unterstützer des Hells Angels MC in Erscheinung traten. So stand Gregory Wooley unter dem Schutz des Kanadiers Maurice „Mom“ Boucher, dem mittlerweile eine lebenslange Haftstrafe verbüßenden Präsidenten des berüchtigten Montreal-Charters. Wooley führte eine Straßengang an, die dem HAMC zugehörig war und gegen einen verfeindeten MC eingesetzt wurde. In Rockerkreisen heißt es, dass „Wooley ausgenutzt wurde“.

Ebenso pflegen die türkischen Hells Angels eine enge Freundschaft zum afrodeutschen Rapper Emanuel „Manuellsen“ Twellmann, während Deutsche beim Hells Angels MC Nomads Turkey draußen bleiben müssen. Necati „Neco“ Arabaci, der türkische Hells Angels-Boss, soll internen Informationen zufolge ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber deutschen Brüdern verspüren. Der ehemalige Kölner Türsteher und Zuhälter gilt im deutschen Rockermilieu als personifizierter Grund für den aktuellen deutsch-türkischen Rockerkrieg in Hessen und Nordrhein-Westfalen. Etliche Altrocker bereuen mittlerweile die Aufnahme von Türken und Arabern in den Klub. Nur würde es niemand öffentlich sagen. Denn nach Außen zeigt man sich geschlossen.

6 Antworten zu “Dunkelhäutige bei Hells Angels unerwünscht

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  3. Simone aus Bielefeld

    Das gibt es ja leider immer wieder das es Dunkelhäutige Menschen schwerer haben ich denke aber das ist mehr im normalen Alltag und nicht in den Rockerclubs und Carsi du hast definitiv recht Neco ist einfach çok gűzel lg.

  4. carsi besiktas 1903

    ja der neco traut nicht jedem,aber ich kann nur eins sagen wer neco als freund hat,der hat definitiv keine feinde,neco steht immer zu seinem wort,und er traut auch nicht jedem hergelaufenen türken,viele reden hier aber wenn ihr neco sehen würdet dann würde jeder anders über ihn denken,der typ ist charismatisch,er hat es voll drauf eine gruppe zu führen und keiner stellt sich im in den weg,das ist mal sicher,egal wo wir waren,jede frau schaut neco an,der typ hat was teuflisches an sich wenn es um frauen geht,bei uns türken sagt man dazu er hat die feder des teufels,ist nichts schlimmes gemeint,NAJA WER ES DRAUF HAT DER HAT ES DRAUF.

  5. Allso ich komme nicht aus der Szene finde aber die Rockerbeiträge echt klasse mfg.

  6. „Die Redaktion von „SÜDAFRIKA –Land der Kontraste“ beobachtet als einzige Presse weltweit die Aktivitäten der Hells Angels in Südafrika“.
    Diese Überschrift, wie vermessen und einfach schlicht weg nicht der Wahrheit entsprechend!!!!!
    Glauben Sie das wirklich? Ich kann nur mit dem Kopf schütteln!!!!

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