Xavier Naidoo unter medialem Beschuss

VOX-Sender hält an Musiker mit Südafrika-Wurzeln fest, trotz negativer Berichterstattung

(2010sdafrika-Redaktion)

Xavier Naidoo hat seine familiären Wurzeln in Südafrika. In Kapstadt leben bisweilen einige Familienangehörige des Mannheimers. Für die VOX-Sendung „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ ging er in die Heimat seiner Eltern. Die einstige Apartheid hat das heutige Denken des Sängers geprägt, der nach eigenen Aussagen mit offenen Augen durch die Welt geht. Umso weniger überraschend ist, dass Naidoo kürzlich vor dem Kanzleramt und Bundestag einen politischen Wandel befürwortet. Die Medien nehmen den Systemkritiker unter Beschuss.

arno & die morgencrew

© Xavier Naidoo hat seine Wurzeln in Südafrika. Die Ungerechtigkeiten der Apartheid haben sein heutiges politisches Denken geprägt. Aktuell steht der Musiker unter Beschuss, nachdem er die Nähe zu den Reichsbürgern gesucht hat und die Souveränität Deutschlands anzweifelt. Ungeachtet dessen wird der VOX-Sender auf Anfrage der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ die Zusammenarbeit mit dem Künstler fortsetzen. (Quelle: flickr/ arno & die morgencrew)

Georg Diez, Kolumnist von SPIEGEL ONLINE (SPON), bezeichnete Xavier Naidoo als „politischen Irrläufer, der für neue rechte Überzeugungen steht“. Er stellt ihn ganz klar in die Ecke mit den Reichsbürgern, einer Bewegung, die die Existenz der Bundesrepublik in Frage stellt und von einigen Verfassungsschutzämtern beobachtet wird. Es lassen sich Gemeinsamkeiten zwischen den Reichsbürgern einerseits und den Rechtsextremisten andererseits erkennen, so der Nachrichtendienst Brandenburgs zur verfassungsfeindlichen Ausrichtung dieser Bewegung.

Bei dieser werden Verschwörungstheorien, Demokratiefeindlichkeit, Nationalismus, Antiamerikanismus, Antikapitalismus und Friedensgeraune zu einer dunklen Suppe verrührt, wie sie auf den neurechts-gekaperten Montagsdemonstrationen seit Monaten serviert wird.“, so Diez über die Annäherung Naidoos an die Reichsbürger. Ebenso bemängelt SPON-Kultur-Ressortleiter Andreas Borcholte die aktuelle Entgleisung des Musikers, die im Grunde genommen nicht neu ist.

Tatsächlich hatte Naidoo sich bereits mehrfach kritisch zur politischen Situation geäußert und die völkerrechtliche Souveränität Deutschlands angezweifelt. Vor dem Bundestag sagte der Musiker, dass der 11. September 2001 ein Warnschuss sei. „Wer das als Wahrheit hingenommen hat, was darüber erzählt wurde, der hat einen Schleier vor den Augen“, so Naidoo mit fester Überzeugung. Dies bedeutet im Klartext, dass er der gängigen Version, wonach Araber für die Terroranschläge verantwortlich sind, keinen Glauben schenkt. Vielmehr hätte die amerikanische Regierung die Attacken organisiert, um einen Kriegsvorwand zu haben.

Meine Eltern haben mich aus Südafrika, aus dem Apartheidsystem, losgekämpft“, so Naidoo vor dem deutschen Parlament. Er sei dankbar, in Deutschland geboren worden und aufgewachsen zu sein. „Wir leben im Paradies“, so der 43-Jährige. Umso wichtiger sei es dann, in diesem Land „Ordnung zu schaffen“. Was er damit konkret meint und welche Maßnahmen für diesen Prozess notwendig seien, lässt er weitgehend offen. In den weiteren Ausführungen kritisiert er die Präsenz US-amerikanischer Militärs in Deutschland als die einer Besatzungsmacht auf deutschem Boden.

Xavier Naidoo ist gewiss der prominenteste und zugleich kritischste Musiker Deutschlands. Millionen Fans folgen dem südafrikanischstämmigen Star. Mit Songs wie „20.000 Meilen“, „Nicht von dieser Welt“ oder „Führ mich ans Licht“ sang er sich in die Herzen vieler Menschen. Auf Facebook folgen dem überzeugten Katholiken über 1,3 Millionen Menschen, die ihn größtenteils vor der „medialen Hetze“ in Schutz nehmen. Seine kürzliche Teilnahme an den Friedens- bzw. Montagsdemos bezeichnen etliche Anhänger als „richtig“.

Allerdings ist es unverständlich, dass sich der Musiker auf der eigenen Facebook-Präsenz stets als neutraler Künstler präsentiert. Wer jedoch im öffentlichen Raum und in Interviews politische Statements abgibt, der muss auch gegenüber seinen Fans klar Stellung beziehen können. Unterdessen hat der Kölner Sender VOX eine Anfrage der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ dahingehend beantwortet, wonach Xavier Naidoo„sowohl im Dezember bei „Sing meinen Song – Das Weihnachtskonzert“ als auch bei der zweiten Staffel von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ im kommenden Jahr als Gastgeber zu sehen sein“ wird. Man hält ihm die Treue.

Auftritt von Xavier Naidoo vor dem Bundestag

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