Ein Rivaldo für Bafana Bafana

Fußballtrainer Ephraim „Shakes“ Mashaba setzt auf junge Spieler wie Rivaldo Coetzee – mit Erfolg

(Autor: Johannes Woywodt)

Er wollte bereits alles hinschmeißen und den Trainer bitten, ihn nicht aufzustellen. Die Nacht zuvor hatte er nicht schlafen können, so groß war seine Aufregung. Dazu die nicht verschwinden wollende Nervosität. Was würde passieren, wenn er einen schweren Fehler macht – bei seinem Länderspieldebüt. Ausgerechnet auch noch auswärts im Hexenkessel von Pointe Noire mit seiner bekannten aufgeladenen Stimmung. Überhaupt, was hatte sich Coach Ephraim „Shakes“ Mashaba dabei gedacht, ihn gleich in die Startelf zu befördern. Ihn, Rivaldo Coetzee aus Kakamas aus dem Northern Cape, 17 Jahre alt und Verteidiger von Ajax Cape Town.

Bafana Bafana

© Bafana Bafana erlebt durch Fußballtrainer Ephraim „Shakes“ Mashaba einen Wandel. Die Mannschaft überzeugt in den Qualifikationsspielen für den Afrika-Cup 2015. Allerdings möchte Mashaba keinen kurzfristigen Erfolg, sondern eine nachhaltige Entwicklung mit dem Ziel sich für die WM 2018 in Russland zu qualifizieren. Dabei setzt er auch auf junge Spieler. (Quelle: Chris Kirchhoff/ MediaClubSouthAfrica.com)

Doch die Selbstzweifel von Südafrikas bisher jüngstem Nationalspieler sollten sich als unbegründet erweisen. Seine Auftritte in den beiden vergangenen Qualifikationsspielen gegen die Republik Kongo scheinen ein erster positiver Beleg für den neu eingeschlagenen Weg von Nationaltrainer Mashaba zu sein. Er wolle eine neue Mannschaft mit hungrigen und gestandenen Spielern aufbauen, hatte Mashaba bei seinem Antritt verkündet. Kein kurzfristiger Erfolg sei angestrebt, sondern eine nachhaltige Entwicklung mit dem Ziel sich für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland zu qualifizieren.

Die Spiele in der Qualifikation für den Afrika-Cup seien nur ein Schritt in diesem Prozess, Rückschläge einkalkuliert. Dass sich der Erfolg dann doch schneller zeigt, kommt für viele Betrachter des südafrikanischen Fußballs ein wenig überraschend. Nach einem 2:0-Auswärtssieg und einem 0:0-Unentschieden gegen die „Roten Teufel“ aus dem Kongo belegt Bafana Bafana mit insgesamt acht Punkten den ersten Platz in der Gruppe A. Kein Gegentor kassierte sie bisher, was auch an der guten Leistung von Rivaldo Coetzee lag.

Alles in allem präsentiert sich die Nationalmannschaft in den bisherigen Spielen unter ihrem neuen Übungsleiter in der Defensive stabiler. Neben Coetzee stach erneut Torhüter Senzo Meyiwa hervor. Seine Paraden im Hinspiel in Point Noire sicherten der Mannschaft den Erfolg, den Bongani Ndulula per Fallrückzieher und Tokelo Rantie früh in der 2. Halbzeit herausgeschossen hatten.

Im Rückspiel präsentierte sich der Schlussmann der Orlando Pirates erneut in guter Form und klärte in schwierigen Situationen auf dem durchnässten Grund des Peter-Mokaba-Stadions von Polokwane. Neben der besseren Verteidigung scheint gleichermaßen die mannschaftliche Geschlossenheit zum jüngsten Erfolg beizutragen. Junge Spieler wie Rivaldo Coetzee oder erfahrenere wie Dean Furman betonen nimmermüde die gute Teamchemie und die Einsatzbereitschaft für Südafrika auf dem Rasen alles zu geben.

Wie sehr Bafana Bafana davon profitieren wird, stellt sich im November heraus, wenn sie in den letzten beiden Qualifikationsspielen gegen den Sudan und auswärts in Nigeria antritt. Ein Sieg aus beiden Spielen und die Teilnahme an der Endrunde des Afrika-Cups wäre der Mannschaft nicht mehr zu nehmen. Ob und inwiefern der Pokalwettbewerb im kommenden Januar und Februar allerdings ausgetragen werden kann, scheint momentan fraglich.

Der marokkanische Fußballverband hatte angesichts der grassierenden Ebola-Epidemie in Westafrika erwogen, das Turnier zu verschieben. Das traf jedoch auf strikte Ablehnung seitens des kontinentalen Verbandes CAF. Eine endgültige Entscheidung wird in den nächsten Wochen fallen. Als alternativer Austragungsort wurde jüngst von der Presse wieder Südafrika ins Spiel gebracht. Das wäre ein Novum, denn noch nie richtete ein afrikanisches Land das wichtigste Fußballturnier zweimal hintereinander aus.

Höhepunkte der Partie Südafrika vs. Kongo

2 Antworten zu “Ein Rivaldo für Bafana Bafana

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