„Südafrikas Hells Angels sind eine Gefahr“

Im Interview mit André Schulz, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK)

(Autor: Ghassan Abid)

Andre Schulz

© André Schulz ist seit 2011 Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), dem gewerkschaftlichen Berufsverband der Kriminalpolizei in Deutschland. Im Interview mit der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ warnt der beim LKA Hamburg tätige BDK-Vorsitzende vor den wachsenden Rockerstrukturen in Südafrika. Dafür bedarf es aber politischen Willen, um auch am Kap gegen Hells Angels und Red Devils vorzugehen. Denn Südafrikas Hells Angels sind ähnlich wie der deutsche Ableger eine Bedrohung für die Gesellschaft, so Schulz.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn André Schulz, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) und Mitarbeiter beim LKA Hamburg im Bereich der wissenschaftlichen Analyse und Forschung. Die Bekämpfung der Rockerkriminalität hat sich zu einem Schwerpunktthema deutscher Behörden entwickelt. Wie wirksam sind Kuttenverbote, Klubschließungen und eine demonstrative Polizeipräsenz tatsächlich?

Antwort: All das sind erforderliche Bausteine bei der Bekämpfung der Rockerkriminalität. Kriminelle Rockergruppierungen spielen für die Polizei mehr und mehr eine Rolle. Im Jahr 2013 stand in Deutschland beinahe jedes achte Verfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität (OK) im Zusammenhang mit Rockergruppierungen. Der BDK weist bereits seit Jahren auf die steigende Bedrohung für die Gesellschaft durch polizeirelevante Rockerclubs (sog. OMCG’s = outlaw motorcycle gangs), wie die Hells Angels, Bandidos oder Gremium MC, hin.

Vereinsverbote und Kuttenverbote wirken durchaus. Vereinsverbote, die natürlich kein Allheilmittel sind, schaffen die Grundlage für weitere rechtliche Möglichkeiten. Verbote verhindern des Weiteren das unkontrollierte Zeigen ihrer Symbole in der Öffentlichkeit. Schon dadurch wird das martialische Auftreten eingedämmt und das Bedrohungspotenzial eingegrenzt. Auch wenn Mitglieder verbotener OMCG nach ihrer Auflösung entweder in andere Chapter/Charter wechselten oder aber in einer Nachbarstadt einen neuen Chapter/Charter gründeten, verbleibt ein Sicherheitsgewinn. Zudem ist ein Verbot ein deutliches, ein starkes Signal an die Protagonisten.

2010sdafrika-Redaktion: Als Außenstehender kriegt man schnell den Eindruck, dass der große Aufwand der Polizei lediglich bescheidende Erfolge hervorgebracht hat. Was macht eine effektive Polizeiarbeit im Hinblick auf die Rockerbekämpfung aus?

Antwort: OK-Ermittlungsverfahren sind generell hochkomplex und binden deshalb verstärkt Personal sowie technische Ressourcen. Der Aufwand bei der Rockerbekämpfung ist immens, aber erforderlich. Die Polizei ist dabei durchaus auch erfolgreich, kann aber nicht mal ansatzweise alle Ermittlungen durchführen, die eigentlich erforderlich wären. Grundvoraussetzung zur OK-Bekämpfung ist neben rechtlichen, technischen und finanziellen Möglichkeiten der entsprechende personelle Einsatz bestens ausgebildeter Kriminalisten. Und gerade diese personellen Ressourcen sind so gut wie in keinem Bundesland mehr vorhanden.

Die verantwortlichen Politiker wissen das und manchmal hat man den Eindruck, dass diese Aufhellung der OK- bzw. Rockerstrukturen auch gar nicht gewollt ist. Gerade auch wenn man sich ansieht, welche rechtlichen – teilweise unerfüllbaren – Hürden der Gesetzgeber der Kriminalpolizei zumutet. Die Beweissicherung wird dabei durch den Einsatz neuer Technologien auf der Täterseite immer schwieriger. Auch wenn die sogenannte Vorratsdatenspeicherung allein für sich ebenfalls kein Allheilmittel ist, klaffen seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts und der anschließenden Blockadehaltung unserer Bundespolitiker in diesem Bereich gravierende Schutzlücken.

Der staatliche Kontroll- und Überwachungsdruck muss gegenüber den OMCG’s auch nach einem Verbot kontinuierlich erhöht und aufrecht gehalten werden. Hierzu ist es dringend erforderlich, alle relevanten Informationen zu sammeln, zu strukturieren und überregional optimal auszuwerten. Wir halten es für unverzichtbar, alle rechtlich zulässigen und taktisch möglichen Maßnahmen der Strafverfolgung und polizeilichen Gefahrenabwehr zu treffen, um Rockerkriminalität wirkungsvoll zu bekämpfen.

Grundsätzlich gilt, dass man die kriminellen Rockergruppierungen speziell dort treffen muss, wo es ihnen wirklich weh tut: Man muss ihnen ihr kriminell erwirtschaftetes Vermögen entziehen. Neben den Strafverfolgungsbehörden müssen alle staatlichen Stellen kooperativ ihre verkehrs-, vereins-, gaststätten-, gewerbe- und baurechtlichen Handlungsmöglichkeiten ausschöpfen und den notwendigen Informationsaustausch einleiten.

2010sdafrika-Redaktion: Ebenfalls ist die Justiz mit dutzenden Rockerverfahren beschäftigt, wobei immer wieder dringend tatverdächtige Personen den Gerichtssaal mangels Beweisen als freie Männer verlassen haben. Zudem hob der Bundesgerichtshof im Jahr 2011 die achteinhalbjährige Haftstrafe gegen einen Hells Angel auf, der einen Polizisten „in Notwehr erschoss“. Was läuft in unserem Rechtssystem schief?

Antwort: Pauschalisieren darf man da nicht. Polizei und Staatsanwaltschaft müssen dem Gericht das Ermittlungsverfahren in der Art nachvollziehbar und belastbar vorlegen, so dass dieses in der Lage ist, Verurteilungen und andere Maßnahmen wie z.B. die Vermögensabschöpfung durchführen zu können. Wenn schon das Ermittlungsverfahren defizitär ist, bleibt auch einem Gericht kaum noch die Möglichkeit, dieses zu heilen. Es gab aber auch schon Fälle, wo Richter, gerade Schöffenrichter, spürbar Angst vor Rockern zeigten. Das darf in einem Rechtsstaat natürlich nicht passieren.

Absolut unpassend und nicht nachvollziehbar war das „Notwehr“-Urteil nach den tödlichen Schüssen eines Hells Angels auf einen Polizeibeamten in Rheinland-Pfalz. Mit dieser Art von höchstinstanzlicher Rechtsprechung werden die wichtigen Bemühungen, das Agieren von kriminellen Banden der Organisierten Kriminalität zu begrenzen, konterkariert. Der Organisierten Kriminalität wird mit solchen Entscheidungen Raum und Einfluss gegeben, der verhängnisvoll sein kann. Das ist kein Zeichen eines wehrhaften Staates, der seine Bürger schützt. Über den Grund für so ein Urteil darf man durchaus spekulieren. Wir wissen mittlerweile, dass kriminelle Rocker gezielt auf Justiz- und Polizeibeamte, Staatsanwälte und Richter zugehen, diese entweder einschüchtern oder sogar erfolgreich anwerben. Mafiöses Verhalten der Organisierten Kriminalität.

Die Staatsanwaltschaft ist de facto in vielen Fällen schon lange nicht mehr wirklich Herrin des Verfahrens und scheint oftmals kapituliert zu haben. Bei Entscheidungen, ob oder wie Ermittlungsverfahren geführt werden sollen, spielt die verfahrensökonomische Komponente eine immer bedeutendere Rolle. Komplexe Zusammenhänge werden oftmals nicht erkannt und so verlassen leider viel zu oft die Täter grinsend und als freie Menschen den Gerichtssaal. Es muss künftig darauf hingewirkt werden, dass Verfahren gegen Mitglieder der OMCG’s ausschließlich durch die Schwerpunktstaatsanwaltschaften Organisierte Kriminalität geführt werden. Hierfür sind der Justiz die erforderlichen Ressourcen bereitzustellen, ohne andere Felder der OK-Bekämpfung zu vernachlässigen.

VS-Sache Padir

© Kadir Padir, der einstige Chef des „Hells Angels MC Berlin City“, steht zurzeit mit rund einem Dutzend weiterer Rocker auf der Anklagebank des Landgerichts Berlin. Ihm wird der Mord an Tahir Özbek vorgeworfen. (Quelle: Privat)

2010sdafrika-Redaktion: Aktuell stehen vierzehn Hells Angels-Anhänger auf der Anklagebank des Landgerichts Berlin, darunter hochkarätige Mitglieder. Sofern es zu rechtskräftigen Urteilen im Soda Club-Prozess und Wettbüro-Mordverfahren kommen sollte, welche Signalwirkung dürften diese Schuldsprüche auf die deutsche Rockerszene haben?

Antwort: Auf den Ausgang der Verfahren darf man gespannt sein. Auch hier wird sich zeigen, wie gut Polizei und Staatsanwaltschaft gearbeitet haben. Mittlerweile sind die Gerichte soweit sensibilisiert, dass sie sich von angeklagten Rockern nicht mehr weismachen lassen, dass sie im Grunde harmlose Motorradfahrer sind und zu Unrecht verfolgt werden. Ich erwarte hier entsprechende Urteile, die dann auch als ein deutliches Zeichen verstanden werden. Man darf sich aber nichts vormachen. Die Gewinnspannen in den Deliktsfeldern der Rockerkriminalität sind sehr hoch. Entsprechend gering ist die abschreckende Wirkung von Haftstrafen auf andere Rocker.

2010sdafrika-Redaktion: Nun hat sich in den letzten Jahren unter anderem der Hells Angels MC für Migranten geöffnet, allen voran für türkischstämmige Personen. In der Konsequenz kam es innerhalb des HAMC zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den deutschen Altrockern und jungen Migranten. Wird der Rockerklub mittelfristig in sich zusammenfallen?

Antwort: Die kriminellen Rockergruppierungen befinden sich seit einigen Jahren in einem Umbruch, nicht nur in Deutschland. Der wirtschaftliche Erfolg, der andere Kriminelle angelockt hat und eine falsche „Rekrutierungspolitik“ werden ihnen mehr und mehr zum Verhängnis. Haben Rocker sich früher eher bedeckt und unauffällig gegeben, tragen sie ihre Revier- und Machtkämpfe mittlerweile offen aus. Motorradfahren spielt heute bei ihnen keine Rolle mehr.

Die kriminellen Rockergruppierungen hatten in den letzten Jahren einen starken Zulauf. Der Großteil dieser „Neurocker“ hat nicht mal mehr ein Motorrad oder einen entsprechenden Führerschein. Hells Angels und Co. machten den Fehler und nahmen mehr und mehr gewöhnliche und durchaus gefährliche Kriminelle, oftmals mit Migrationshintergrund, aus dem Streetgang- und Rotlicht-Milieu bei sich auf, die die Motorradclubs von innen geradezu zersetzen. So etwas wie eine Rockerehre – wenn es die denn jemals gab – oder Respekt vor langgedienten Altrockern sind ihnen fremd. Sie wollen Macht und Geld. Rücksichtslos, koste es was es wolle. Dazu wechseln sie auch schon mal von den Hells Angels zu den verfeindeten Bandidos und umgekehrt. So etwas wäre vor Jahren noch undenkbar gewesen.

2010sdafrika-Redaktion: Necati „Neco“ Arabaci, der Präsident des Hells Angels MC Nomads Turkey, beeinflusst von Izmir aus die Rockerszene in Deutschland. Zudem hat er unseren Informationen nach einen Mord gegen den kurdischen Ex-Rocker Rezan C. befohlen. Warum bleiben Ermittlungen gegen den türkischen Rockerboss bisweilen aus?

Antwort: Ermittlungen gegen Rocker, wie auch andere OK-Verfahren, laufen über einen langen Zeitraum, oftmals über mehrere Jahre. Den Großteil der Zeit verdeckt. Wenn Verfahren z.B. durch größere Durchsuchungsmaßnahmen medial bekannt werden, befindet man sich schon in der Endphase. Es gibt kaum relevante Rockergrößen, gegen die keine Ermittlungsverfahren geführt werden. Sie dürfen sich in Deutschland zu keiner Zeit sicher und unbeobachtet fühlen.

2010sdafrika-Redaktion: Uwe Jacob, Direktor des LKA Nordrhein-Westfalen, begrüßte in einem Interview mit unserer Redaktion aus kriminalstrategischer Sicht die Abschiebung Arabacis. Teilen Sie seine Einschätzung?

Antwort: Die mögliche Abschiebung eines Kriminellen mit ausländischer Staatsangehörigkeit wird als Standardmaßnahme immer geprüft. Wenn eine Abschiebung rechtlich möglich ist, wird diese auch durchgeführt.

2010sdafrika-Redaktion: Ich möchte die Situation in Südafrika ansprechen. Der Redaktion ist bekannt, dass Anfang der 1990er Jahre mehrere deutsche Hells Angels, speziell aus Hannover, nach Südafrika gereist sind, um die dortigen Charter aufzubauen. Bisweilen halten sich deutsche Höllenengel in Johannesburg auf. Welche Informationen liegen Ihnen zu deutsch-südafrikanischen Verbindungen im Rockermilieu vor?

Antwort: Deutsche Hells Angels haben in den 1990er Jahren die Hells Angels in Südafrika aufgebaut. Der Kontakt wird seitdem intensiv gepflegt. Die Hells Angels und auch ihr Supporter Club Red Devils MC wachsen in Südafrika stetig und dehnen ihre Geschäftsfelder aus. Sie spielen in den typischen Deliktsfeldern der OK, wie Drogenhandel und -schmuggel, Waffen- und Menschenhandel, Schutzgelderpressung und Geldwäsche mittlerweile auch in Südafrika eine bedeutende Rolle. Sie sind verstärkt aktiv im Großraum Johannesburg, was nicht verwundert, da dies das größte Wirtschafts- und Finanzzentrum Südafrikas ist und hier für die Organisierte Kriminalität viel Geld zu verdienen ist.

Red Devils South Africa

© Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ hat in Erfahrung gebracht, dass der den Hells Angels nahe stehende Red Devils MC in den letzten Monaten etliche neue Mitglieder aufgenommen hat. BDK-Vorsitzender André Schulz bestätigt die wachsenden Rockerstrukturen am Kap. Bisweilen fehlt es in Pretoria an politischen Willen, gegen diese Vereinigungen der Organisierten Kriminalität vorzugehen. (Quelle: Privat)

2010sdafrika-Redaktion: Im Gegensatz zur Lage in Deutschland, bleiben in Südafrika Ermittlungsverfahren gegen Mitglieder dieser kriminellen Bikergruppierung aus. Inwieweit sind der BDK und das Bundeskriminalamt bemüht, die Kollegen in Südafrika für diese Gefahr zu sensibilisieren?

Antwort: Die überwiegenden Delikte im Bereich der Rockerkriminalität sind sogenannte Kontrolldelikte, d.h. dass hier erst die Polizei und Staatsanwaltschaften aktiv und von sich aus ermitteln müssen, um die Tatbegehungen aufdecken und die kriminellen Strukturen nachweisen zu können. Rockerkriminalität muss von Seiten der Polizei und der Justiz als Priorität eingestuft werden. Wenn ich die Augen vor der Organisierten Kriminalität verschließe, habe ich auch keine Taten. Eine nur trügerische Wahrnehmung und eine der Gesellschaft gegenüber verantwortungslose Sichtweise. Eine erschreckende Anzahl von Politkern verharmlost teilweise ganz offen die Machenschaften der kriminellen Rockergruppierungen. Teilweise aus Unwissenheit, teilweise wider besseres Wissen.

Wenn wir von Rockerkriminalität reden, dann meinen wir Schwerverbrecher, die auch vor brutalster Gewalt nicht zurückschrecken, um ihre kriminellen Interessen durchzusetzen. Rockerkriminalität ist Organisierte Kriminalität! Wer etwas anderes behauptet, verschließt sich den Tatsachen. Gewalttaten aus diesen Gruppierungen haben überwiegend mit wirtschaftlichen Interessen zu tun. Es geht dabei immer um den Gewinn, um Machtdemonstration sowie dem Sichern von Gebietsansprüchen und Einflussbereichen. Zustände, die sich ein Rechtsstaat nicht leisten kann, nicht leisten darf – auch Südafrika nicht.

Outlaw Motorcycle Gangs pflegen Kontakte zur Bevölkerung in der jeweiligen Region, das ist auch in Südafrika festzustellen. Sie versuchen auf eine oft wohltätige Art die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen und ein seriöses Bild nach außen abzugeben. Durch diese Imagepflege versuchen sie von ihren kriminellen Machenschaften abzulenken. Sie stellen beispielsweise wohltätigen Veranstaltungen ihre Räumlichkeiten zur Verfügung. Sie pflegen auch enge Kontakte zu Prominenten der Gesellschaft. Auf den öffentlichen Clubparties der Hells Angels in den größeren Städten zeigen sich gelegentlich auch Prominente.

Rockerclubs nutzen zudem medienwirksame Wohltätigkeitsaktionen, um ihr Image in der Öffentlichkeit zu pflegen und aufzupolieren. So gibt es u.a. Aktionen wie „Biker helfen Behinderten“, „Biker gegen Rechts“, „Biker gegen Krebs“ oder den „Toy-Run“, eine Art vorweihnachtliche Sammlung von Spielzeug für Kinderkrankenhäuser und Kindergärten. Um sich zu vermarkten und zu finanzieren, haben die Hells Angels MC ein eigenes Label mit dem Namen „Original 81“. Unter diesem Namen vertreiben sie Merchandising-Produkte wie Bekleidung, alkoholische Getränke, Tabakwaren und Proteindrinks. Zeitweise schafften die Artikel es sogar in die Regale einer deutschen Supermarktkette. Das konnte aber vom BDK und per medialen Druck verhindert werden.

Das Bundeskriminalamt und die Polizei von Südafrika sind über Europol in einem ständigen Informationsaustausch. Es gibt viele Ansatzpunkte, um den Machenschaften von Hells Angels und Co. entgegenzuwirken. Dafür bedarf es aber politischen Willen.

2010sdafrika-Redaktion: Wird es Ihrer Meinung nach in zehn Jahren den Hells Angels, Bandidos, Satudarah und Gremium MC in Deutschland noch geben?

Antwort: Die Polizei in Deutschland hat den notwendigen Kampf gegen kriminelle Rockergruppierungen aufgenommen und muss den Dauerdruck auf Hells Angels und Co. nun aber auch aufrecht erhalten. Zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität bedarf es eines langen Atems. Wir müssen uns dabei die Frage gefallen lassen, ob wir wirklich derzeit den Anforderungen an eine erfolgreiche OK-Bekämpfung bzw. Bekämpfung der Rockerkriminalität mit unserem föderalen System in Deutschland und der EU auch nur annähernd gewachsen sind. Zahlreiche Gesetze bedürfen zudem dringend einer Reform, gerade im Bereich der Vermögensabschöpfung und der Geldwäsche. Wenn Deutschland seine Bemühungen zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität nicht schnellstens intensiviert, drohen wir den Kampf zu verlieren. Unser nächstes Etappenziel ist das komplette und deutschlandweite Verbot aller polizeirelevanter Rockergruppierungen.

2010sdafrika-Redaktion: André Schulz, Vorsitzender des BDK, vielen Dank für das ausführliche Interview!

11 Antworten zu “„Südafrikas Hells Angels sind eine Gefahr“

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  9. Die ganzen Aussagen haben für mich beinahle faschistische Züge. Selbstverständlich ist ein gewerkschaftlicher Vertreter der Polizisten daran interessiert, dass es Kriminalität gibt, da er ansonsten überflüssig und arbeitslos wäre. So kann man mehr Personal, mehr Budget und bessere technische Ausstattung vom Steuerzahler einfordern. Daher ist die geäußerte Meinung schon mal grundsätzlich weit weg von einer neutralen Darstellung des Phänomens der angeblichen „Rockerkriminalität“.

    Ich finde es zudem bedenklich, wenn ein so hoher Vertreter der Polizeigewerkschaft das Urteil des BGH nicht respektieren kann und den obersten Gerichtshof in den Dreck zieht. Er will weiterhin nicht das höchstrichterliche Urteil zur Vorratsdatenspeicherung akzeptieren und da frage ich mich langsam, wer hier eigentlich „verfassungsfeindlich“ handelt? Der unbescholtene Rocker oder der sich selbst über die Verfassung stellende Beamte?

    Ich hoffe, dass die Rocker endlich mal dagegen vorgehen, dass sie pauschal kriminalisiert werden. Mit keiner anderen Bevölkerungsgruppe darf so etwas geschehen. Unter Schwulen, Ausländern oder Behinderten hätte es schon lange einen Aufschrei der Empörung gegeben, aber Rocker darf man anscheinend ungestraft pauschal als „kriminell“ bezeichnen.

    Wie verkommen muss man eigentlich sein, um auch noch die Charity-Aktionen als „publicity“ hinzustellen? Wieso wird nicht darüber berichtet, wie 2 Hells Angels einen Mann aus einem brennenden Auto gezogen haben, wo Otto Normal den Schwanz eingekniffen und sich verpisst hat? Oder wie die Rocker bei dem Jahrhunderthochwasser geholfen haben? Ja, dass paßt so gar nicht in das ihr Weltbild bzw. die Staatspropaganda, die so verbreitet wird. Wer Rocker kennt, weiß genau, dass sie sich für nichts einspannen lassen. Sie tuen dass, wo ihr Herz mit dabei ist.

    Was sollen wir mit der Aussage „Wir wissen mittlerweile, dass kriminelle Rocker gezielt auf Justiz- und Polizeibeamte, Staatsanwälte und Richter zugehen, diese entweder einschüchtern oder sogar erfolgreich anwerben“ anfangen? Soll uns das sagen, dass die Polizei davon weiss, dass Richter bedroht werden und nichts dagegen unternommen wird? Wenn sie es wissen, können sie es sicherlich auch beweisen. Wieso wird dann kein Strafverfahren eingeleitet? Meine heimliche Vermutung ist eher, dass dieses „Wissen“ nicht als reine Verdächtigungen sind.

    Und wenn man schon von Verstrickungen in der Justiz spricht, warum dann nicht mal Reiter und Pferd beim Namen nennen. Oder ist es nur zufällig, dass die Mitgliedschaft in Freimaurer-Logen unter Richtern und Staatsanwälten besonders hoch ist? Oder schon mal was vom berühmt-berüchtigten Sachsensumpf gehört? Aber da, wo sich Politik und Justiz einig sind, herrscht ein rechtsfreier Raum den die Kriminalpolizei ansscheinend nicht so sehr stört, wie den Rockerkult.

    Und dann noch der Vorschlag, Rocker nur noch von bestimmten Gerichten „verurteilen“ zu lassen. Nicht umsonst gibt es in Deutschland das Recht auf den „gesetzlichen Richter“. Insbesondere um Gesinnungsjustiz, wie sie in den dunkelsten Zeiten der Deutschen Geschichte gang und gäbe war, zu verhindern. In Wahrheit sagen sie hier, es gibt in Deutschland durch das föderale System von zu viele unabhängige Richter, die Urteile nicht nach unseren Vorstellungen spechen und das wollen wir gerne verhindern, indem wir spezielle Rocker-Gerichte einrichten. Wie krank können die Gedanken noch werden?

    Rocker lieben die Freiheit über alles und treten auch dafür ein, und das ist das eigentliche, was dem Staat nicht in den Kram passt. Er braucht den angepaßten, kontrollierbaren und durchsichtigen Bürger.

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  11. Was ist den bitte für sie Kriminelle vereinigung ? Wenn es eine Kriminelle vereinigung gibt gegen die man vorgehen sollte ,sind es die im Bundestag sitzende Politiker ..Ich bitte sie Drogenabhänige Politiker …Kinderschänder usw ..Warum kommt sowas nicht als dauerlutscher täglich in die Presse ? Wisst ihr warum ihr das Rocker Problem vorschiebt ? Um uns das Volk zu Veräppeln damit wir nicht sehen Das hochranige polizistin Kanibalen sind ..Augenwischerei was hier betrieben wird ! Bin eine ganz normale Bürgerin und sogar mir fällt es auf..Vor den wichtigen themen fliehen ,dem Volk „Böse Rocker“ als feind bild geben..Und weiter fleissig in der Politik drogenkonusmieren und kleine Kinder Missbrauchen !!! Abschaum Politik ,soweit bringt IHR uns,Danke dafür …

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