Erleichtert

Bafana Bafana-Qualifikation für Afrika-Cup unter dem Vorzeichen des Todes von Senzo Meyiwa

(Autor: Johannes Woywodt)

Nach dem Schlusspfiff war die Erleichterung der Spieler zu spüren. Lachende aber auch nachdenkliche Gesichter. Denn dieses letzte Heimspiel in der Qualifikation zum Afrika-Cup war ein Spiel mit mehreren Geschichten. Es war das erste Spiel der südafrikanischen Fußballnationalmannschaft nach dem gewaltsamen Tod ihres Kapitäns und Torwarts Senzo Meyiwa, der am 26. Oktober erschossen worden war.

The Presidency of the Republic of South Africa

© Bafana Bafana hat sich für den Afrika-Cup 2015 in Äquatorialguinea qualifiziert. Überschattet wurde dieser Erfolg vom gewaltsamen Tod ihres Kapitäns und Torwarts Senzo Meyiwa, der am 26. Oktober erschossen worden war. (flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

Die Spieler hatten sich dementsprechend viel vorgenommen, um für ihren ehemaligen Mannschaftskollegen diese Partie gegen den Sudan zu gewinnen. Doch es schien, als ob die ganze Atmosphäre im Moses-Mabhida-Stadion von Durban und die Gedanken an Meyiwa den Spielfluss zunächst noch hemmten.

Erst zum Ende der ersten Halbzeit bekam Bafana Bafana das Spiel besser in den Griff und ging in der 38. Spielminute nach einer sehenswerten, direkten Passstafette über die linke Angriffshälfte verdient durch Thulani Serero von Ajax Amsterdam in Führung. Kurz nach dem Wiederanpfiff erhöhten die Südafrikaner abermals den Druck gegen die sehr defensiv eingestellten Sudanesen. Tokelo Rantie sollte es vorbehalten sein, den entscheidenden zweiten Treffer in der 53. Minute zu markieren.

Nach direktem Zusammenspiel mit Serero setzte sich Rantie in einem feinen Solo gegen drei Verteidiger an der Strafraumgrenze durch und verwandelte mit einem halbhohen Schuss in die rechte Torwartecke. Das Spiel schien bereits entschieden als die Sudanesen nach einem Freistoß und bedingt durch die fehlende Aufmerksamkeit der südafrikanischen Verteidiger durch Salah Ibrahim auf 2:1 verkürzten.

Die letzten 15 Minuten entwickelten sich zu einem Nervenkrimi, in der die Nordafrikaner stets versuchten den Ausgleich zu erzielen, während Bafana Bafana es versäumte ein weiteres drittes Tor zu schießen. Umso größer war die Erleichterung und Freude der Südafrikaner, als Schiedsrichter Mohamed Benouza das Spiel letztendlich abpfiff.

Mit diesem Sieg qualifizierte sich Südafrika bereits vor dem letzten Spieltag als Gruppenerster für den Afrika-Cup, der nächstes Jahr in Äquatorialguinea stattfinden wird. Aufgrund der Weigerung Marokkos, wegen der anhaltenden Ebola-Epidemie das Endturnier im vorgeschriebenen Zeitraum durchzuführen und der Ablehnung des kontinentalen Fußballverbandes CAF, das Turnier um Monate zu verschieben, entschloss sich die CAF dieses kurzfristig an das kleine westafrikanische Land zu vergeben.

Bereits 2012 hatte Äquatorialguinea zusammen mit Gabun das Turnier ausgerichtet. Unabhängig vom Austragungsort ist die Qualifikation für die Südafrikaner ein großer Erfolg. Erstmals seit 2008 konnten sie sich wieder sportlich für das wichtigste Fußballturnier Afrikas qualifizieren. Ein Erfolg, der schneller kam als erhofft und der den Trainer „Shakes“ Mashaba in seiner Position weiter stärken dürfte.

Neben diesen erfreulichen Nachrichten musste der südafrikanische Fußballverband bekanntgeben, dass der Schiedsrichter Clifford Malgas zu drei Jahren Haft wegen Korruption und Spielmanipulation verurteilt wurde.

2 Antworten zu “Erleichtert

  1. Pingback: Jugend forscht | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  2. Pingback: Vor großen Herausforderungen | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s