„Flitterwochen-Mörder“ erhält Freispruch

Shrien Dewani verlässt Südafrika als freier Mann. Prozessbeobachter sind überrascht. Opfer-Familie ist empört

(2010sdafrika-Redaktion)

Der Mordprozess gegen Shrien Dewani hat ein plötzliches Ende gefunden. Richterin Jeanette Traverso kam am vergangenen Montag zu der Erkenntnis, dass aufgrund der widersprüchlichen Angaben der Anklage und mangels Beweisen das Strafverfahren gegen den „Flitterwochen-Mörder“ eingestellt werden müsse. Prozessbeobachter zeigen sich überrascht. Die Familie des Opfers ist geschockt. Sie fühlen sich von der Justiz am Kap betrogen.

Shrien Dewani

© Shrien Dewani, der als „Flitterwochen-Mörder“ bekannt wurde, ist vom Vorwurf des Auftragsmordes an seine Ehefrau Anni Dewani freigesprochen worden. Prozessbeobachter zeigen sich über das plötzliche Ende des Strafverfahrens überrascht. Die Familie des Opfers fühlt sich von der Justiz am Kap hintergangen.

Anni Dewani wurde in den Flitterwochen im November 2010 erschossen. Ihr eigener Ehemann, der britische Millionär Shrien Dewani, wurde eines Auftragsmordes verdächtigt. Nach rund dreieinhalb Jahren ist der Geschäftsmann von den britischen Behörden an die Justiz Südafrikas überstellt worden. Am Western Cape High Court in Kapstadt war das Verfahren anhängig, das nun mit einem Freispruch endete.

Umgehend nach der Urteilsverkündung verließ der indischstämmige Mann das Land. Er soll bereits in Großbritannien zurückgekehrt sein. Im Verfahren um das mutmaßliche Mordkomplott gegen das Model Anni Dewani zeigte die Justiz am Kap einen harten Kurs gegen die Tatbeteiligten. Der Taxifahrer Zola Robert Tongo ist zu einer 18-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die beiden Auftragsmörder Mziwamadoda Qwabe und Xolile Mngeni müssen für 25 Jahre bzw. lebenslang hinter Gittern.

Südafrika erlebte neben dem Strafverfahren gegen den Sportler Oscar Pistorius mit dem „Flitterwochen-Mörder“ einen weiteren Justizfall, der im Fokus der weltweiten Öffentlichkeit stand. Beide Prozesse stießen insbesondere bei der heimischen Bevölkerung auf großes Unverständnis. Allerdings ist das Urteil gegen Pistorius noch nicht rechtskräftig, da die Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von mehr als fünf Jahren fordert.

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