„Satiriker und Medien müssen zusammenhalten“

Südafrikas führender Karikaturist Jonathan „Zapiro“ Shapiro verurteilt Charlie Hebdo-Attentat in Frankreich

(Autor: Ghassan Abid)

Nachdem am gestrigen Mittwoch gezielt die Redaktion von Charlie Hebdo in der französischen Hauptstadt attackiert wurde, befindet sich die weltweite Öffentlichkeit im Schock. Zwölf Personen wurden getötet, darunter Charlie Hebdo-Chefredakteur Stéphane Charbonnier alias „Charb“. Nun meldet sich Südafrikas führender Karikaturist „Zapiro“ zu Wort. Er fordert in einem Interview den Zusammenhalt von Satirikern und Medien. Es müsse um die Pressefreiheit gekämpft werden.

UCT Alumni Events

© Südafrikas führender Karikaturist Jonathan „Zapiro“ Shapiro verurteilt das Charlie Hebdo-Attentat in der französischen Hauptstadt, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen. Er betont, dass es nun darauf ankomme, dass Satiriker und Medien zusammenhalten. Es müsse um die Pressefreiheit gekämpft werden. (Quelle: flickr/ UCT Alumni Events)

Jonathan „Zapiro“ Shapiro selbst kennt den politischen Druck, den er einst mit seinem Lady Justice Rape-Cartoon ausgelöst hatte. Massive Drohungen wurden ausgesprochen – verbunden mit Einschüchterungsversuchen. In einem von ihm gezeichneten Cartoon ist Präsident Jacob Zuma zu sehen, wie dieser eine Frau vergewaltigt, die das Justizsystem Südafrikas verkörpert. Eine juristische Auseinandersetzung blieb aus, nachdem das von Zuma eingeleitete Klageverfahren gegen den Künstler zurückgezogen worden war.

Zu den aktuellen Geschehnissen in Paris äußerte sich Zapiro gegenüber Radio France zutiefst entsetzt. Es müsse nun darauf ankommen, dass Satiriker und Medien in dieser schwierigen Phase zusammenhalten. Angst und Selbstzensur seien nicht hinnehmbar und müssten entschlossen begegnet werden, so der Karikaturist, der einst in Paris lebte. „Ich weiß, wie es sich anfühlt, unter der Bedrohung zu leben“. Die Presse müsste nun Stärke zeigen.

Zapiro ist Südafrikas einflussreichster und provokantester Cartoonist. Mehrere namhafte Medien wie der „Mail & Guardian“ oder die „Sunday Times“ zählen zu seinen Kunden. Er stand bereits mehrfach in Konflikt mit der Regierung. Im Interview mit der Redaktion von „SÜDAFRIKA  – Land der Kontraste“ bekräftigte der Kapstädter, dass Meinungs- und Pressefreiheit stets geschützt werden müssen – egal, wie groß der politische Druck sei.

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