Südafrika beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Präsident Jacob Zuma warb in der Schweiz eindringlich um neue Investitionen im Energiesektor

(Autor: Ghassan Abid)

Am heutigen Samstag kehrte Südafrikas Präsident Jacob Zuma mit sieben seiner Minister aus der Schweiz zurück, nachdem er beim Weltwirtschaftsforum in Davos für neue ausländische Investitionen am Kap warb. Das Land brauche dringend neue Wirtschaftspartner, allen voran im Energiesektor. Gemeint sind jedoch in erster Linie nicht die Europäer und Amerikaner. Zuma selbst vergraulte in der Vergangenheit seine westlichen Verbündeten.

World Economic Forum

© Südafrikas Präsident Jacob Zuma nutzte seine Teilnahme am diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos, um neue Investoren für den Energiesektor am Kap zu gewinnen. Denn Stromausfälle schaden der Wirtschaft enorm. Allerdings fühlen sich europäische und amerikanische Partner längst nicht mehr primär angesprochen. (Quelle: flickr/ World Economic Forum)

Auf dem seit 1975 jährlich stattfindenden Weltwirtschaftsgipfel in Davos kommen die internationalen Staats- und Regierungschefs, Vorstandsvorsitzende und NGO-Leiter zusammen, um globale wirtschafts-, entwicklungs- und währungspolitische Fragestellungen zu erörtern. Zusätzlich werben die jeweiligen Staatschefs um neue Partner, in der Regel um Investoren, die ihr Kapital im betreffenden Staat anlegen.

Auch Südafrikas Staatspräsident Zuma folgt dieser Arbeitsweise. Einerseits sprach er globale Herausforderungen an, andererseits bekräftigte er das Interesse seines Landes, neue Investoren zu gewinnen, die in erster Linie im Energiesektor benötigt werden. „Die Investoren haben unser Anliegen gehört“, so der 72-jährige ANC-Politiker. Wiederkehrende Stromausfälle bremsen das Wirtschaftswachstum und verursachen empfindliche Umsatzeinbußen im produzierenden Gewerbe.

Allerdings fühlen sich europäische und amerikanische Konzerne längst nicht mehr primär angesprochen. Denn der Zwist zwischen der südafrikanischen Regierung und den westlichen Partnern war noch nie so groß wie es gegenwärtig der Fall ist. Als beispielsweise der Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier im November 2014 das Land besuchte, musste er den Kurswechsel Südafrikas hautnah selbst erleben. Die Deutsch-Südafrikanisch Binationale Kommission hat ihren einstigen Glanz verloren. Neue Impulse blieben aus.

Denn im Januar 2013 erklärte Jacob Zuma am Rande des Davos-Treffens in einem Al Dschasira-TV-Interview seine feste Überzeugung, dass Südafrikas Wirtschaft nicht wachsen könne, wenn diese ausschließlich auf Europa und die USA ausgerichtet sei. Mit diesem durchaus undiplomatischem Bekenntnis ebnete der oberste Mann des Landes die Süd-Süd-Kooperationen mit China und Russland ein, die sich seither verstärkt beobachten lassen. Milliardenschwere Geschäfte, etwa der Bau von Atomkraftwerken, gehen an Peking oder Moskau.

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