Trotz Rückschlag – gute Perspektiven

Nach dem Afrika-Cup ist vor dem Afrika-Cup. Südafrika scheidet nach 1:2-Niederlage gegen Ghana aus

(Autor: Johannes Woywodt)

Die Enttäuschung war den Spielern anzumerken. Nach erneuten 90 Minuten standen die Südafrikaner erschöpft und mit hängenden Köpfen auf dem Rasen im Estado Nuevo von Mongomo. In der tropisch-heißen Dschungelnacht fehlte ihnen neben dem notwendigen Glück letztendlich auch die Kraft und Konzentration, um den Sprung ins Viertelfinale zu schaffen. Ghanas Fußballer hingegen feierten ihren 2:1-Sieg und das damit verbundene Weiterkommen. Für die Westafrikaner war es der dritte Erfolg im zehnten Aufeinandertreffen und der erste bei einem Afrika-Cup gegen Südafrika überhaupt.

mReport

© Bafana Bafana scheidet aus dem diesjährigen Afrika-Cup in Äquatorialguinea aus. Die Vorrundenspiele gegen Algerien, den Senegal und Ghana hat Südafrikas Fußballnationalmannschaft verloren, trotz der jeweiligen 1:0-Führung. Dennoch sollte Trainer „Shakes“ Mashaba den bisher eingeschlagenen Kurs fortsetzen. (Archivbild, Quelle: flickr/ mReport)

Vor diesem entscheidenden Spiel entschied sich „Shakes“ Mashaba erneut für eine größere Personalrotation. Im Tor stand mit Brilliant Khuzwayo von den Kaizer Chiefs bereits der dritte Torwart nach Darren Keet und Jackson Mabokgwane. In der Innenverteidigung ersetzte der wiedergenesene Rivaldo Coetzee den verletzten Thulani Hlatshwayo. Verletzungsbedingt fiel auch Oupa Manyisa aus, der von Mandla Masango im Mittelfeld ersetzt wurde.

Im Angriff rückte Bongani Ndulula für Sibusiso Vilakazi in die Startformation. Aufgrund der Bedeutung der Partie für beide Mannschaften überraschte es nicht weiter, dass die ersten 15 Minuten durch ein gegenseitiges Abtasten geprägt waren. Keines der Teams wollte einen schnellen Fehler begehen, sodass viele Pässe im Mittelfeld gespielt wurden. Eine erste Chance für die Südafrikaner ergab sich nach zehn Minuten, als Anele Ngcongca eine gute Flanke von der rechten Seite in den Strafraum schlug, die aber Tokelo Rantie und Bongani Ndulula knapp verpassten.

Umso überraschender fiel sieben Minuten später das 1:0 für Bafana Bafana. Eine erneut lange Hereingabe von Ngcongca wollte Masango 20 Meter vor dem ghanaischen Tor in mittlerer Position mit der Brust annehmen. Allerdings rutschte er dabei aus. Der Ball schien schon weg zu sein, doch die ghanaischen Verteidiger köpften den Ball unabsichtlich zurück zu Masango. Dieser nahm Maß und schoss den Ball volley und unhaltbar für Razak Braimah in die Maschen.

Südafrika schien auf dem richtigen Weg zur Überraschung zu sein. Allerdings erhöhten die „Black Stars“ ihrerseits den Druck und kamen zu Chancen. Die Beste auf Seiten der Westafrikaner hatte Abdul Rahman Baba in der 33. Minute, als er einen von Dean Furman zu kurz geklärten Freistoß direkt auf das südafrikanische Gehäuse schoss. Diesen Schuss konnte Khuzwayo sehenswert parieren. Kurz vor der Pause hätten die Südafrikaner auf 2:0 erhöhen können. Doch der Kopfball von Ndulula, nach einer erneuten Flanke von Ngcongca von der rechten Außenbahn, klärte Braimah. Mit der 1:0-Führung ging es in die Pause. Südafrika spielte taktisch gut, insbesondere über die rechte Seite und hatte ebenso Ghanas Stürmerstar Asamoah Gyan gut im Griff.

Nach Wiederbeginn verflachte das Spiel etwas. Südafrika bedacht darauf das 1:0 zu halten, spielte deutlich defensiver und gab den „Black Stars“ mehr Raum und Ballbesitz, die sich dadurch mehrere gute Möglichkeiten erspielten. Allerdings scheiterten sie knapp oder Khuzwayo konnte die Angriffe entschärfen. Bafana Bafana verpasste es in dieser Phase mit einem gut herausgespielten Konter auf 2:0 zu erhöhen, was gleichbedeutend den Einzug in das Viertelfinale bedeutet hätte. Zumal Algerien im Parallelspiel führte und später 2:0 gewann.

Schließlich war es sowohl die fehlende Kraft, als auch die mangelnde Konzentration, die die Wende zu Gunsten der Westafrikaner einleitete. In der 73. Spielminute landete eine ghanaische Flanke von der linken Seite im Strafraum bei Andre Ayew. Dessen mehr als Schuss gedachter Pass landete in Höhe des Fünfmeterraums beim aufgerückten Verteidiger John Boye, der aus kurzer Distanz zum 1:1 egalisierte. Nur zehn Minuten Später war es eine erneute Hereingabe von der linken ghanaischen Angriffsseite, die das endgültige Aus für Bafana Bafana besiegeln sollte. Unbedrängt flankte Abdul Rahman Baba in den Strafraum, in dem sich Andre Ayew mit einem wuchtigen Kopfball gegen Rivaldo Coetzee und Erick Mathoho durchsetzte und diesen in das Netz beförderte.

Trotz des Ausscheidens in der Vorrunde hat sich die verjüngte südafrikanische Fußballnationalmannschaft sehr gut in diesem Turnier und in dieser Gruppe geschlagen. Es fehlte ihr spürbar noch die Erfahrung, sonst hätte sie in drei Spielen nicht dreimal eine 1:0-Führung verspielt. Mashaba sollte den von ihm eingeschlagenen Weg fortsetzen. Die Mannschaft mit einem Kern aus einheimischen Spielern und Legionären weiter aufbauen, das bisher funktionierende Kurzpass- und Flankenspiel vertiefen und vor allem die Chancenverwertung verbessern. Dann sollte der Qualifikation zum nächsten Afrika-Cup 2017 nichts entgegenstehen.

Eine Antwort zu “Trotz Rückschlag – gute Perspektiven

  1. Pingback: Der Jahresrückblick | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s